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Baumrinde verletzt – Was tun?

Ob Beschädigung durch Gartenarbeit und Reparaturen im Garten, ob abgefressen von Tieren oder aufgeplatzt durch einen Frostschaden: Um verletzte Baumrinde sollte man sich umgehend kümmern, sonst droht der Baum abzusterben.

 
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Dabei gibt es allerdings kein Pauschalrezept. Es ist sehr wichtig die Ursachen für die Wunden bei der Behandlung des Baumes zu berücksichtigen, damit die Wunde heilt, und die Baumrinde wieder erfolgreich nachwachsen kann.

Abgefressene Baumrinde verletzt

Davon werden eher Jungbäume befallen, jedoch kann auch ein älterer Baum die Interesse von Wildtieren wecken, das Alter ist also kein Alleinstellungsmerkmal.

Die Wahrscheinlichkeit, dass Baumrinde abgefressen oder auf sonstige Art und Weise von Tieren beschädigt wird, ist in Waldnähe erhöht. Wird durch Tiere die Baumrinde verletzt, kann dies eindeutig bestimmt werden, da man mit Sicherheit weitere Spuren im Garten finden wird.

Behandlung:

  • Desinfektion (Brennnesseljauche)
  • Natürlicher Wundverschluss oder Druckverband
  • Pflanzenstärkungsmittel (wirkt unterstützend)

Aufgeplatzt durch Temperaturextreme

Frostschäden:

 

Zu solchen Beschädigungen kommt es, wenn die Gehölze nicht winterhart genug sind, da sie beispielsweise aus wärmeren Regionen stammen. Betroffen sind besonders junge Bäume; sie platzen im Frühjahr nach Wintern mit viel Frost.

Behandlung:

  • Desinfektion (Brennnesseljauche)
  • Natürlicher Wundverschluss
  • Pflanzenstärkungsmittel
  • Pilzbekämpfung falls Pilzbefall
  • In Zukunft Winterschutz erhöhen (zB: Weißanstrich auf der sonnigen Seite)

Sonnenbrand:

Dazu kommt es an sonnigen Plätzen, an denen Bäume einseitigem Sonneneinfluss ausgesetzt sind. Es entstehen Spannungen, an den südlichen Stammseiten, da diese sich im Sommer und im Winter mehr erwärmen. Hierdurch platzt die Rinde auf und verletzt die Baumrinde.

Behandlung:

  • Desinfektion (Brennnesseljauche)
  • Natürlicher Wundverschluss oder Druckverband
  • Sonnenseite im Herbst weiß anstreichen (Schützt vor starker Erwärmung)

Verletzte Baumrinde bei der Gartenarbeit (mechanisch)

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Es gibt zwei mögliche Arten, bei dem Baumrinden verletzt werden können und mechanischen Ursprungs sind:

Durch Nutzung von nicht geeignetem oder abgenutztem Werkzeug. Stumpfe Schnitte führen dazu, dass das Holz ausgefranst ist und die Wundränder rissig sind.

Kam es durch Baufahrzeuge, größere Geräte o.ä. zu einer unbeabsichtigten Beschädigung, kann man sich in kleinen Ausmaßen selber um die Verletzung kümmern; bei größeren Ausmaßen ist die Beratung durch einen Fachmann essenziell.

Behandlung:

  • Mit schärferen Geräten nachschneiden
  • Durch zu radikales oder zeitlich ungünstiges Schneiden der Bäume. Hierdurch kommt es zur Überproduktion von Gewebe, was das Platzen oder Absterben der Rinde zur Folge hat.

Behandlung:

  • Eindämmung des Wachstums durch erneutes Schneiden
  • Entfernung von Stresstrieben
  • Bei großem Ausmaß: Luft und feuchtigkeitsundurchlässiger Druckverband

Gummifluss

Gummifluss bezeichnet eine an Laub- und Steinobstbäumen auftretende Krankheit, die bei Schwächung durch Nässe, Pilzbefall oder falsche Pflege entstehen kann. Aus der aufgeplatzten Rinde tritt Baumharz aus.

Behandlung:

  • Desinfektion (Brennesseljauche)
  • Feuchtigkeitsdruck
  • Pflanzenstärkungsmittel
  • Pilzbefall behandeln
  • Pflege verändern/ verbessern

Rindenbrand

Von Rindenbrand befallen häufig Steinobstbäume (Kirsche und Zwetschge) in Zeiten  dauerhafter Feuchte, wenn gerade Blütezeit, Fruchtreife oder Blattfall (Herbst) stattfindet.

Erkennbar ist er an seinen rot und schwarz-gefärbten, teils sehr tiefen Rillen. Diese reißen im April& Mai auf. Danach kommt es häufig zu Gummifluss (oberer Abschnitt) oder Blattinfektion (gelbumrandete Löcher).

Behandlung:

  • Zurückschneiden bis zu gesundem Holz
  • Pflanzenschutzmittel

Wachstumsstress

Wachstumsstress bei Pflanzen und Bäumen entsteht durch Pflanzen in falsche Böden oder auch durch nicht angepasste Pflege. Erkennbar ist dieser anhand der senkrecht verlaufenden Risse in der Baumrinde.

Behandlung:

  • Speicherfähigkeit leichter Böden erhöhen durch Lehm oder reifen Kompost
  • Boden ausschwemmen, falls Streusalz-Schäden vorhanden sind
  • Boden erneuern
  • Pflanzenschutzmittel

Unsicherheit, welche Reparatur bei verletzter Baumrinde?

Bei Unsicherheit welche Reparatur, die richtige ist, ist es immer sicherer, den Fachmann hinzuzuziehen. Es kommt hierbei jedoch auf das Ausmaß und die persönliche Einschätzung an.

Begriffe:

  • Desinfektion

Desinfektion an Bäumen und Gartenwerkzeugen ist wichtig, um eine Übertragung von Krankheiten bei der Baumpflege auf weitere Bäume zu vermeiden. Solche Krankheiten entstehen durch verschiedenste Viren, Bakterien und Pilze, die durch offene Stellen in den Baum gelangen. Ein Insider-Tipp zum Desinfizieren der Wunde ist Brennnesseljauche.

  • Natürlicher Wundverschluss

Natürlicher Wundverschluss besagt, dass Bäumen die Wundheilung selbst und an der Luft überlassen werden sollte; somit kann die Wunde mit Sonne und Luft selbstständig trocknen.

  • Wundverschluss mit Wundverschlussmitteln

Wundverschluss mit Wundverschlussmitteln sind Baumbehandlungen mit Harz oder synthetischem Wachs, welches verhindern soll, dass weitere Pilze oder schädliche Organismen den Baum befallen und ihn zum Faulen bringen. Mittlerweile ist es allerdings umstritten, ob dies so wirksam ist, wie zunächst gedacht, da trotzdem Faulstellen entstehen können.

  • Druckverband

Druckverband mit Sisal, Bast oder Zwirn kann ebenfalls hilfreich sein.