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Efeu entfernen

Efeu (Hedera Helix) ist ein immergrünes Gewächs und als einziges in Mitteleuropa heimisch. Eine Rank- und Klimm-Pflanze, die an nahezu jedem Untergrund Halt findet und sogar glatte Betonwände grün verziert.

 
Efeu an Hauswand

Dennoch kann es sein, dass sich der Efeu an Wänden und Bäumen, an Häusern und Gebäuden emporrankt, wo es nicht gewünscht ist. Dieser Ratgeber gibt Hinweise, wie diese immergrüne Pracht eingedämmt und Efeu entfernt werden kann.

Wenig chemische Mittel gegen Efeu

Was des einen Freud, ist des anderen Leid. Es gibt derzeit kein wirksames Mittel um den Efeu dauerhaft und sicher zu bekämpfen. Chemische Mittel oder Unkrautvernichter auf biologischer Basis wirken nur auf die sichtbaren Teile ein. Auf die Blätter und Blüten. Das Wurzelwerk der Pflanze ist nicht betroffen und es bilden sich alsbald neue Triebe aus.

Somit kann die Chemie ohnehin nur bedingt eingesetzt werden. Vielleicht auch ein Vorteil für den Rest des Gartens, der weniger mit Gift belastet wird.  Mittel, die über die Wurzel wirken, gibt es natürlich auch. Bei der Anwendung ist zu bedenken, dass sich die Verwendung nicht nur auf den Efeu beschränken lässt. Die Wurzeln der umliegenden Pflanzen werden ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen.

Wurzeln aushungern durch permanenten Schnitt als Hausmittel gegen Efeu

Große und ältere Efeupflanzen haben bereits ein sehr weitreichendes Wurzelwerk ausgebildet. Da hilft dann nur eine Radikalkur: Schneiden, schneiden, schneiden. Immer dann, wenn neue Triebe ausgebildet werden, sofort abschneiden. Die Wurzeln erhalten dann zu wenig Nährstoffe und sterben ab.

Dauerhafte Efeu Entfernung geht nur mit Handarbeit

Wie schon oben erwähnt, ist das permanente Schneiden die vordringlichste Maßnahme:

 
  • Triebe herausziehen und abschneiden.
  • Wurzeln soweit als möglich ausgraben. Bei tiefen Wurzeln kann das schon mal mehr als ein halber Meter sein.
  • Schnittreste keinesfalls im Garten liegen lassen oder auf den Kompost geben.
  • Am besten auf der Grünschnitt-Sammelstelle deponieren oder über die Müllabfuhr für sichere Entfernung sorgen.

Ausbreitung von Efeu

Es ist gut zu wissen, wie sich der Efeu ausbreitet, um ihn möglicherweise gleich von Beginn an in die Schranken zu weisen, denn alles was nicht wächst, braucht auch nicht entfernt zu werden.

Die Ausbreitung von Efeu kann auf mehreren Wegen erfolgen:

  • Als Ranken, die an Mauern, Steinen, Bäumen hochklettern.
  • Als Wurzeln, die sich unter der Erde ausbreiten. Bis in Tiefen von einem Meter und weite Strecken. An ihnen entstehen schnell Ableger, die sich weiter ausdehnen.
  • Als Beeren, die in der Altersform des Efeus wachsen. Aus ihnen sät sich die Pflanze selbst aus, und bald werden im Garten überall neue Pflanzen gefunden.
  • Selbstaussaat wird nur durch rechtzeitiges Abschneiden der Beeren im Frühjahr verhindert.
  • Das macht auch deshalb Sinn, weil diese Beeren sehr giftig sind. Vor allem für Kinder und Haustiere besteht eine hohe Gefahr.

Efeu kann durchaus vorerst als Zierpflanze Platz gefunden haben. Bei unkontrolliertem Wachstum mutiert er allerdings schnell zum „Unkraut“, das man dann nur mehr sehr aufwändig entfernen kann. Wird Efeu mit Absicht gepflanzt, dann ist zumindest eine Wurzelsperre eine Maßnahme um Wildwuchs einzudämmen.

Efeu im Garten ist giftig – Vorsicht bei allen Arbeiten

EfeuGiftig sind vor allem die Blüten und Früchte, die der Efeu in der Altersform herausbildet. Da aus ihnen die natürliche Aussaat erfolgt, findet man sie nicht nur direkt unter dem Efeustrauch, sondern bald im ganzen Garten und darüber hinaus verteilt.

Giftig sind aber auch die verholzten Stiele, an denen Hunde oder Katzen gern herumnagen und sich so vergiften können. Daher werden die Schnittreste sofort und sicher entsorgt.

Beim Schneiden treten, vor allem bei Jungtrieben, Giftstoffe aus. Sie können bei Hautkontakt zu allergischen Reaktionen führen. Daher müssen immer Handschuhe getragen werden.

Der Staub, der beim Herausreißen freigesetzt wird, kann zu schweren gesundheitlichen Problemen führen, wenn er in die Atemwege gelangt. Bei der Entfernung größerer Flächen, z.B. bei Bodendeckern, ist ein Atemschutz oder eine Atemmaske erforderlich.

Efeu an der Mauer und Hauswand

Im Mauerwerk kann der Efeu erheblichen Schaden anrichten. Die Wurzeln drängen sich ins Mauerwerk und können es aufsprengen. Dort kann das Wasser eindringen und das Werk der Erosion kann beginnen. Im Winter tut der Frost sein Übriges. Auch wenn eine Wand wunderschön mit Efeu bewachsen sein kann, dahinter verbirgt sich oft schon eine Ruine. In spätestens zwei Jahren ist das Problem wieder da.

Aus Wänden entfernt wird der Efeu immer von oben nach unten. Zuerst werden die langen Ranken aus dem Mauerwerk gezogen, dann die kleineren Teile. Wenn das Mauerwerk mit Wasser eingefeuchtet ist, rutschen die Wurzeln leichter heraus. Auf keinen Fall darf darauf vergessen werden, den Wurzelstock am Fuße der Mauer auszugraben, sonst wächst der Efeu lustig weiter.

Am Ende kann die gesamte Mauer mit einer Spülmittellösung und einer harten Bürste abgeschrubbt werden. Damit wird sichergestellt, dass alle Pflanzenreste entfernt wurden. Falls es sich um harte Ziegel- oder Betonmauern handelt ist ein Kärcher-Gerät eine praktikable Lösung.

Efeu am Baum entfernen

Am besten geht dies, wenn der Stamm feucht ist. Dann lösen sich die Haftwurzeln leichter. In einer Höhe von ca. 1,5 Meter werden die gesamten Efeutriebe rund um den Stamm durchgeschnitten und nach unten abgezogen. Es sollte immer Wasser bereitstehen, damit man den Stamm gut befeuchten kann. Wichtig ist, alle Wurzeln auch auszugraben.

Die Triebe oberhalb kann man lassen, da sie ohnehin vertrocknen und von selbst abfallen. Wenn der Baum selbst allerdings nicht mehr ganz gesund ist, ist diese Arbeit umsonst.

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Ist Roundup als Mittel zur Efeuentfernung geeignet?

Solche Chemische Mittel sind in ihrer Wirksamkeit nicht – oder nur schwer – gegen andere Pflanzen abzugrenzen, auch wenn es manchmal anders auf der Verpackung steht. Chemie wirkt meist nur über der Erdoberfläche und wirkt weniger auf die Wurzeln.  Dies gilt es zu beachten.