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Gartenschere schleifen

Wer einen eigenen Garten hat merkt, dass im Winter eher weniger zu tun ist. Diese Zeit eignet sich ideal um Gartenwerkzeug, vor allem die Gartenschere zu säubern, zu schleifen und einzuölen.

 
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Sie ist eines der wichtigsten Gartengeräte für den Hobbygärtner. Da sie das ganze Jahr über genutzt wird, verliert die Schere mit der Zeit ihre Schärfe, wird stumpf und muss nachgeschärft werden. Denn nur so wird ein sauberer Schnitt gewährleistet. Auch zurückgebliebene Pflanzensäfte hindern, die Nutzung der Schere merkbar.

Welche Scheren lassen sich nachschleifen?

Im Gegensatz zu billigeren Hobbyscheren lassen sich professionellen Gartenscheren mit wenigen Handgriffen leicht in ihre Einzelteile zerlegen. Die Klingen der meisten Hobbyscheren sind spezialgehärtet und bleiben so verhältnismäßig lange scharf.

Werden sie stumpf, muss man meist die Klinge oder gleich die ganze Gartenschere ersetzen, da man sie nur schwer bis überhaupt nicht auseinanderbauen kann. Dies ist natürlich sehr ärgerlich und teuer, lässt sich aber vermeiden, indem man sich gleich eine professionelle Gartenschere zulegt.

Schleifstein

Ist die Klinge der Gartenschere stumpf, lässt sie sich mit Hilfe eines Schleifsteins sehr einfach wieder schärfen. Schleifsteine gibt es in verschiedenen Größen, Formen und in unterschiedlichen Körnungsstärken.

Welcher für das Nachschleifen einer Gartenschere geeignet ist, hängt meist vom Zustand der Klinge und der Art der Körnung ab.

 

Schleifsteine müssen vor dem Einsatz immer in Wasser getränkt werden. Optimaler Weise sollte er zuvor ein mehrstündiges Bad erhalten. Für kurzentschlossene reicht auch eine halbe Stunde.

Auch während der Prozedur sollte der Stein immer wieder in eine Schüssel mit Wasser getaucht werden. So erzielt man einen optimalen Schliff.

  • Grobe Körnung: Ist die Klinge schon sehr stumpf, hat kleine Scharten oder das Messer ist bereits ausgebrochen, sollte als erstes ein grober Schliff durchgeführt werden. Hier wird ein Kombistein mit einer Stärke von 200 – 400 empfohlen.
  • Mittlere Körnung: Sieht die Klinge noch etwas besser aus, reicht als Vorschliff ein Schleifstein mit mittlerer Körnung. Dieser ist etwas sanfter als der grob gekörnte Stein und reicht bei den meisten Klingen aus. Für den normalen Schliff eignet sich hier ein Schleifstein mit einer Körnung zwischen 800 bis 1000.
  • Feine Körnung: Für den Feinschliff sorgt der Schleifstein mit einer Körnungsgröße von 3000 bis 4000. So erzielt man ein perfektes Ergebnis, welches sich in einer längeren Schnitthaltigkeit sowie hoher Schärfe auszeichnet.
  • Extrem feine Körnung: Als letzter Schliff sollte immer ein Polierschliff auf der Liste stehen. So werden auch die kleinsten Unebenheiten begradigt und die Klinge ist in einem optimalen Zustand für die nächste Nutzung. Ein Polierstein sollte eine Körnungsgröße von etwa 7000 und höher haben. Man sollte zuvor aber unbedingt einen mittleren und feinen Schliff durchgeführt haben, um das gewünschte Ergebnis zu erzielen.

Anleitung Gartenschere schleifen

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  1. Klinge ausbauen: Zu Beginn muss die Klinge natürlich vom Rest der Schere entfernet werden. Meist kann die Klinge einfach per Schraubendreher gelöst werden. In Einzelfällen ist das Auseinanderbauen der ganzen Schere erforderlich.
  2. Klinge säubern: Vor dem Schliff muss die Klinge von Schmutz wie Harz oder eingetrocknetem Pflanzensaft befreit werden. Dazu eignet sich eine Stahlbürste und ein feuchtes Tuch. Für besonders hartnäckigen Schmutz kann auch Glasreiniger verwendet werden. Einfach einmal auf jeder Seite besprühen, kurz einwirken lassen und mit einem Tuch drüber reiben.
  3. Schleifstein wässern: Um die Klinge der Gartenschere optimal zu schärfen, muss der Schleifstein komplett mit Wasser getränkt sein. Dies sollte mindestens 30 Minuten, im Bestfall mehrstündig erfolgen. Auch während dem Schleifen sollte der Stein immer wieder ins Wasser getaucht werden.
  4. Klinge schleifen: Zum Schärfen der Klinge wird die Schneide mit der angeschliffenen Seite nach unten mit leichtem Druck auf den feuchten Schleifstein gedrückt. Dabei wird die Klinge leicht schräg auf dem Schleifstein von sich weg gedrückt und entlang der Biegung der Scheide gedreht. Dieser Vorgang muss einige Male wiederholt werden.
  5. Feinschliff der Klinge: Auch die Rückseite der Klinge möchte gepflegt werden. Diese wird auf den nassen Schleifstein gelegt und kreisend mit sanftem Druck bewegt. So wird auch die entstandene Grate vom Schärfen wieder entfernt.
  6. Klinge einbauen: Ist die Klinge nun wieder scharf genug für den Einsatz, kann sie vorsichtig wieder eingebaut werden. Sind alle Schrauben wieder verschlossen, ist die Gartenschere wieder einsatzbereit.

Vergessen Sie nicht die Gartenschere zu warten. Damit man auch lange etwas von dieser Prozedur hat, wird die Schere im Anschluss noch gepflegt. Dazu gibt man ein paar Tropfen Kriechöl (WD-40) oder Nähmaschinenöl auf die Schneide, die Feder und überall dorthin, wo Bewegung und Reibung verursacht wird, und betätigt die Gartenschere so lange, bis sich das Öl gleichmäßig verteilt hat. Nun ist die Gartenschere wieder frisch geschärft und wurde aus ihrem Dornrösschenschlaf entrissen.