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Kaliumnitrat Dünger (Kalisalpeter)

Kaliumnitrat ist oftmals auch unter den Bezeichnungen „Kalisalpeter“, „Salpetersäure“ oder auch „Bengalsalpeter“ bekannt. Es ist ein Salz, welches farblose Kristalle bildet, die sich unter starker Abkühlung in Wasser lösen. Dementsprechend löst sich der Stoff in warmen Wasser besser auf als in kaltem. Kaliumnitrat Dünger kommt in vielen Gärten zum Einsatz.

 
kleine pflanzen mit dünger

Der Stoff wird hauptsächlich zum Düngen von Pflanzen genutzt, da er die Pflanzen mit wertvollen Nährstoffen versorgt. Zusätzlich verwendet man Kaliumnitrat als Pökelsalz zum Haltbarmachen von Lebensmitteln.

Des Weiteren ist es Hauptbestandteil von Schwarzpulver, welches sich oft in Feuerwerkskörpern befindet und es ist sogar in manchen Zahnpasten für schmerzempfindliche Zähne enthalten.

Kaliumnitrat Dünger – Ein Alleskönner

Es ist ein wahrer Alleskönner: es ist hygroskopisch, jedoch ist die Wasserbindung nicht so stark wie beispielsweise bei Natriumnitrate. Man sollte jedoch vorsichtig sein, Kaliumnitrat ist leicht entzündlich und als brandfördernd eingestuft.

In der Natur findet man Kaliumnitrat am ehesten in Südostasien und China, jedoch wird es in der heutigen Zeit hauptsächlich synthetisch aus der Salpetersäure hergestellt. Die Säure ist die stabilste Mineralsäure des Stickstoffs und eine anorganische Substanz.

Kaliumnitrat besteht aus Kalium (K), Stickstoff (N) und Sauerstoff (O) – die chemische Formel dazu lautet „KNO3“. Das Düngemittel ist also Stickstoff- und Mineraldünger gleichermaßen.

 

Nach Erhitzen zersetzt sich Kaliumnitrat zu Sauerstoff und Kaliumnitrit:

2KNO3 à 2KNO2 + O2

Kaliumnitrat für Pflanzen: Richtige Verwendung

Generell kann Kaliumnitrat zum Düngen jeder Pflanze genutzt werden, egal ob Zier- oder Nutzpflanze. Kalium ist für jede Pflanze essenziell, da Pflanzen dieses Mineral für die Aufnahme von Wasser benötigen. Der Kaliumnitrat Dünger erweist sich hier demnach als optimal.

  • Speziell Kübel- oder Zimmerpflanzen sollten in ausreichender Menge mit Kaliumnitrat versorgt werden.
  • Wieviel benötigt wird, ist individuell abhängig von der jeweiligen Pflanze.
  • Kartoffeln, Gurken, Tomaten, Kürbisse und Aquariumspflanzen beispielsweise brauchen eine hohe Dosis an Kaliumnitrat.
  • Jedoch ist Vorsicht geboten, denn eine zu hohe Dosis kann auch schädigend für die Pflanze sein.
  • Eine Zierpflanze braucht pro Kilogramm Erde circa 50 Gramm Kalium.
  • Kaliumnitrat als Dünger ist meist in Form eines fein-kristallinen Produkts, welches sich sehr leicht in Wasser auflöst, im Handel erhältlich.

Geeignet ist es für alle Bewässerungssysteme wie beispielsweise Gießwagen, Kreisregner, Tropfschläuche und Pflanzenschutzspritzen. Es lässt sich problemlos im Freiland, Gartenbau oder auch im Gewächshaus einsetzen. Auch als Blatt- oder Bodendüngung lässt es sich hervorragend verwenden.

Da es zu den explosiven Brandstoffen gehört, ist Kaliumnitrat nicht im Onlinehandel erhältlich und in der Apotheke wird es lediglich sehr preisintensiv verkauft. KNO3 kann selbst hergestellt werden, jedoch sollten Laien hierbei vorsichtig sein, Kochtöpfe und Besteck dürfen nicht zum Herstellen benutzt werden.

Kaliumnitrat Dünger selber herstellen

Ein Kaliumnitrat Dünger kann super einfach zu Hause nachgemischt werden. Man nehme dafür 73g Ammoniumnitrat, 67g Kaliumchlorid (findet man ganz leicht im Internet unter „Diätsalz“) und 181 ml Wasser.

Im ersten Schritt vermischt man für den selbstgemachten Kaliumnitrat-Dünger das Ammoniumnitrat mit dem Wasser, indem man es in einem großen Behälter miteinander vermengt. Wichtig ist, dass keine Küchengeräte verwendet werden, da es sich um giftige Substanzen handelt.

Nun umrühren und warten, bis es sich aufgelöst hat. Im nächsten Schritt filtert man das Ammoniumnitrat bzw. die Flüssigkeit direkt in das Kaliumchlorid. Am besten funktioniert dies mit einem Trichter und einem Kaffeefilter.

Nach dem Filtern wird das restliche Kaliumchlorid aufgelöst, indem man das Glas mit den Substanzen in ein Wasserbad stellt, damit das restliche Kaliumchlorid durch die Wärme aufgelöst wird. 50 Grad Wasserhitze reichen in diesem Fall schon aus. Im Anschluss benötigt man ein großes Gefäß, in welches die Flüssigkeit anschließend eingefüllt wird.

Als kurzer Zwischenstand: Das Ammoniumnitrat wurde nun umgewandelt und zu Kaliumnitrat umgesalzen. Um jetzt das Kaliumnitrat vom Ammoniumnitrat zu lösen, ist es am einfachsten, das Gefäß in die Kühltruhe zu stellen, nach kurzer Zeit werden letztendlich die Kristalle gebildet.

Die übriggebliebene Lösung kann im Endeffekt auch noch extrahiert werden, da noch eine gewisse Menge an Kaliumnitrat enthalten ist. Die Kristalle können zuerst auf ein Stück Küchenrolle gelegt werden, um die letzte Flüssigkeit auszusaugen.

Im Anschluss werden die Nitrate in einen Topf gefüllt und dieser wird im Backofen bei Umluft für 50 Minuten auf 130 Grad erhitzt. Die Kristalle werden danach leicht milchig, als Test kann man das Kaliumnitrat 50/50 mit Puderzucker mischen, um es zu entzünden.

Nun kann man die fertige Mischung auf Küchenrolle entzünden und staunen oder das Ganze als Dünger einsetzen. Je mehr Flammen, umso reiner das Kaliumnitrat.

Düngen ist essenziell für Pflanzen: Dosierung

Dünger Kaliumnitrat

Für optimalen Wachstum der Pflanzen benötigen diese Stoffe wie: Magnesium, Stickstoff, Kalium und Phosphor. Magnesium ist zuständig für die satten Farben der Blätter, Stickstoff versorgt die Blätter und Triebe und ist für das Wachstum zuständig, Kalium ist ein wichtiger Gesundheitsfaktor und erhöht die Widerstandskraft gegen Schädlinge, Phosphor ist hilfreich für eine gesunde Wurzelbildung.

Wichtig für die Verwendung und Dosierung des Kaliumnitrat Düngers ist, die Pflanzen nicht zu sehr zu düngen, da sie bei Überdosierung auch eingehen können. Die Menge des Düngers ist von der Bodenbeschaffung abhängig.

Die richtige Dosierungsempfehlung auf der Packung geht im Normalfall immer von einem normalen Boden aus. Jedoch muss die Dosierung mit einem Kaliumnitrat Dünger bei Lehmböden beispielsweise um die Hälfte verringert werden.

Ein weiterer Tipp, was das Düngen generell betrifft: Pflanzen mit hohem Lichtbedarf, benötigen auch eine größere Menge an Düngemittel als andere Gewächse. Die beste Zeit zum Düngen ist frühmorgens oder dann, wenn keine Sonne scheint.

Die Zeit, in der eine Pflanze Dünger benötigt, ist vor allem die Wachstumsphase, also die Zeit, wenn neue Triebe und Blüten gebildet werden. Eine Ausnahme hierbei bilden Pflanzen aus feuchttropischem Klima. Diese müssen das ganze Jahr über gedüngt werden, da keine Winterpause nötig ist.

Alternative zum Kaliumnitrat Dünger: Guano zum Düngen

Guano besteht aus rein natürlichen Rohstoffen, nämlich aus den Ausscheidungen von Seevögeln. Guano ist ein hervorragender pflanzlicher Dünger und die darin enthaltenen Wuchs- und Huminstoffe fördern die Wurzelentwicklung und aktivieren das Bodenleben.

Experimente mit Kaliumnitrat

Raketentreibstoff selbst machen – die Cola Rakete: Um die perfekte Rakete zu basteln, benötigt man 35g Puderzucker, 65g KNO3 und ein Gefäß, in welchem das Gemisch vermengt werden kann. Beide Stoffe werden in das Gefäß gegeben und gut vermischt.

Nun wird das Pulver auf dem Boden festgedrückt und fertig ist der selbstgemachte Raketentreibstoff. Mit einer langen Zündschnur, welche man in das Gemisch steckt, kann der Zündstoff entzündet werden und die Rakete ist bereit zum Abflug.

Dieses explosive Gemisch kann auch noch intensiver werden. Man summiert die Grammzahl des Kaliumnitrats und minimiert die Grammzahl des Puderzuckers. Man kann beobachten: Das Feuer ist heller, die Verschmelzung extremer.

Das Kaliumnitrat kann ebenso in einer Pfanne mit karamellisiertem Zucker vermengt werden, um ein explosives Gemisch herzustellen.

Das Gemisch wird zähflüssig braun und erinnert ein wenig an Nuss-Nougat-Creme. Anschließend die Masse in einen Behälter füllen und ausreichend abkühlen lassen. Nun kann das Gemisch mithilfe einer Zündschnur entzündet werden.