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Lagerfeuer erlaubt im eigenen Garten?

Wenn die Hitze des Sommertages in eine milde laue Nacht übergeht, wenn am Himmel Sterne funkeln und der Mond in stiller Behäbigkeit seine Bahn zieht, steigt in so manchem Gärtner die Romantik hoch.

 
Lagerfeuer

So eine Nacht ist doch geeignet für ein Lagerfeuer. Für Freunde, die im Kreis um die wohlige Wärme sitzen, das Knistern des Holzes, das von den Flammen verzehrt wird. Und vielleicht hat der eine oder andere sogar seine alte Gitarre mitgebracht und schon bald klingen mehr oder weniger wohltuende Klänge bis in die Gärten der Nachbarn. Troubadix lässt grüßen. Dazu der Duft von den gebratenen Würsten, die an langen Stäben ins Feuer gehalten werden.

Leider ist das gar nicht so einfach. Ein Feuer im eigenen Garten zu entzünden, geht mit vielen Vorüberlegungen einher. Das fängt beim Brandschutz an und hört beim Schadensrecht auf. Was alles zu beachten ist, wenn man die Cowboy-Romantik im eigenen Garten aufleben lassen will, ist Thema dieses Ratgebers.

Feuer im eigenen Garten sind genehmigungspflichtig

Offene Feuer zu entfachen ist ohne Genehmigung der Gemeinde oder des Ordnungsamtes verboten. Nur an wenigen Tagen – und das ist meist um Ostern herum – dürfen Feuer abgebrannt werden. In dem Fall geht es um Tradition und Brauchtum und da sind die Regeln nicht so eng. An allen anderen Tagen ist die Genehmigung beim Ordnungsamt einzuholen.

Wird dies verabsäumt oder kommt es zu Beschwerden, dann drohen empfindliche Strafen. Nicht nur die Gemeinde ist zu informieren. Es ist sicher gut, wenn man auch den Nachbarn Bescheid gibt, sonst kommt vielleicht jemand auf die Idee die Feuerwehr zu rufen, weil er die Flammen im Garten lodern sieht.

Wie Feuerstellen auszustatten sind

FeuerschaleIm Sommer ist das Gras meist trocken, genauso wie Hecken, Büsche und Bäume leicht Feuer fangen können, wenn sie mit offenem Feuer in Berührung kommen. Daher ist dem Brandschutz oberste Priorität einzuräumen. Was uns zu Weihnachten mit dem Kübel Wasser neben dem Christbaum schon zu Gewohnheit geworden ist, sollte auch beim Lagerfeuer gelten. Ein Kübel Wasser oder ein Feuerlöscher soll immer bereitstehen, damit rasch gelöscht werden kann, wenn es den Anschein hat, dass sich das Feuer ausbreitet.

 

Damit die Gefahr möglichst geringgehalten wird, kann man eine Feuergrube ausheben und mit einem Steinkranz begrenzen.

Viele bedenken nicht, dass Versicherungen sehr restriktiv in der Schadensabwicklung sind, wenn das Lagerfeuer der Ausgangspunkt ist. Fahrlässigkeit ist schnell eingewendet und in vielen Fällen auch berechtigt. Diese Übersicht zeigt auf, was beim Abbrennen eines Lagerfeuers unterlassen werden soll:

  • Nasses Holz, frisches Zweige und Laub verursachen viel Qualm und Rauch, der für das ganze Umfeld sehr lästig werden kann.
  • Starker Wind facht das Feuer immer mehr an und kann es sogar forttragen. Die Funken können dann an anderer Stelle Feuer entfachen und schon ist ein ungewollter Brandherd entstanden.
  • Verunreinigtes Holz, Sperrholz oder stark imprägniertes Holz (Teer) darf ebenfalls nicht verwendet werden.
  • Brandbeschleuniger sind „brandgefährlich“ und sollten keinesfalls Verwendung finden.
  • Einfach in den Wald gehen und Holz sammeln ist verboten.

Welches Holz beim Lagerfeuer im Garten verwendet werden kann

Trockenes und eher hartes Holz wird in jedem Fall weniger Rauch entwickeln, als feuchtes und frisches Brennmaterial. Am besten ist gut abgelegenes, aber keinesfalls vermodertes Holz.

Kleine Späne, dürre Äste und Papier sind zum Entzünden des Feuers vollkommen ausreichend. Auf Brandbeschleuniger, wie Benzin oder Spiritus, ist zu verzichten und die haben auch in der Nähe des Feuers nichts zu suchen.

Wenn es um das Holz geht, dann hat der Gärtner den Vorteil, der möglicherweise vor einiger Zeit alte Bäume umgeschnitten und trocken gelagert hat. Das kann nämlich jederzeit verwendet werden. Im anderen Fall muss das Holz käuflich erworben werden, denn so einfach in den Wald zu gehen und zu sammeln ist verboten und wird als Diebstahl geahndet.

Nur ein Holzsammelschein, der gegen geringe Gebühr beim Forstamt erhältlich ist, kann das Holzsammeln „legalisieren“ und somit straffrei machen.

Ist Lagerfeuer also erlaubt im eigenen Garten?

Als Fazit kann gesagt werden, dass es sehr wohl möglich ist, im eigenen Garten ein Lagerfeuer zu entzünden. Aber es gibt Regeln, die eingehalten werden müssen, damit die Brandgefahr und Umweltbelastung möglichst in Grenzen gehalten wird.

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  • Nur trockenes naturbelassenes Holz verbrennen
  • Eine Umrandung aus Steinen und Sand um die Feuerstelle errichten
  • Mindestabstand von 50 Metern zu anderen brennbaren Materialien einhalten
  • Feuer niemals unbeaufsichtigt lassen
  • Löschmittel bereithalten
  • Feuer vollständig löschen, wenn die Party beendet ist