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Miniermotten bekämpfen

Über einen langen Zeitraum war der Begriff Miniermotten und die entsprechenden Tiere für uns unbekannt. Mittlerweile hat sich dies spürbar geändert und der Bekämpfung der Schädlinge steht nichtsmehr im Weg.

 
miniermotte_bekämpfen

Der Ursprung dieses Ungeziefers liegt im Balkan. Von dort aus breiten sich die Miniermotten zunehmend mehr nach Norden und Westen aus. Somit sind auch die hiesigen Bäume, vor allem aber Kastanien, nicht mehr sicher.

Miniermotten – Aussehen

Die Miniermotten, welche auch Blatt-Tütenmotten genannt werden, haben transparente Flügel. Die schlanken Körper sind schwarz oder braun, mit gelben Punkten gekennzeichnet. Im Ruhezustand ist der Oberkörper der Motten etwas erhöht gehalten.

Die Flügel sind wie der Körper braun oder beige gehalten. Die Flecken der Flügel sind weiß, teilweise auch schwarz. Die Schädlinge greifen nicht nur Kastanienbäume an, sondern auch andere Laubbäume sind vor der Plage nicht sicher. Die Bekämpfung ist dabei aber immer die gleiche.

Miniermotten als Schädling bekämpfen

Wer sich bislang noch nicht mit der Miniermotte auseinandergesetzt hat, erkennt zwar, dass befallene Bäume nicht gesund aussehen, weiß allerdings die Ursache dafür nicht.

Merkmale für den Befall von Miniermotten sind:

 
  • Blätter der weißen Rosskastanie bekommen gelbliche bis braune Flecken, die meist länglich verlaufen
  • Nach den Flecken von Frühjahr bis Sommer sterben die Blätter gegen Mitte des Jahres vollständig ab
  • Baum produziert nicht ausreichend Zuckerstoffe (Mangelerscheinung)

Diese Färbung des Blattes entsteht durch die Beschädigung des Blattgewebes. Die abgestorbene Fläche der Blätter hat weitreichende Folgen für den Baum.

Durch die verringerte Fläche der Blätter, die sich prozentual deutlich spürbar macht, verringert sich die Photosynthese. Dementsprechend können nicht mehr ausreichend Kohlenhydrate produziert werden. Während die Folgen nicht unbedingt im ersten Jahr zu erkennen sind, zeigen sich die Schäden über die Jahre umso deutlicher.

Miniermottenbefall vorbeugen

Idealerweise wird auf Vorbeugung gesetzt, wenn es um die Bekämpfung von Miniermotten geht. Lockstoff, der in Fallen enthalten ist, sollte im Frühjahr angebracht werden. Dabei wird empfohlen, dass die Fallen an den Baum an sehr unterschiedlichen Stellen aufgehängt wird.

Dabei ist ein Zeitpunkt zu wählen, der deutlich vor der Paarung liegt. Somit lassen sich einige Männchen anlocken und beseitigen. Ebenfalls ist es vorteilhaft, wenn Meisen vorhanden sind, die die Motten fressen. Neben Meisen zählen auch Fledermäuse zu den natürlichen Feinden der Miniermotten.

  • Nistplätze im Garten bauen
  • Vogelbestand fördern
  • Frei laufende Hühner fressen Miniermottenpuppen
  • Scharlach Rosskastanie ist weitestgehend resistent gegen Miniermotten

Verwechslungsgefahr: Blattbräunepilz

Die braunen Flecken auf den Blättern, gibt es nicht nur bei der Miniermotte. Ähnliche Flecken entstehen, wenn die Kastanie von einem Blattbräunepilz befallen ist. Das Schadbild ähnelt auf den ersten Blick dem der Rosskastanie Miniermotte. Wie auch bei der Miniermotte sterben die Blätter im Laufe des Jahres, deutlich früher als bei einem gesunden Baum, ab.

Um diese Krankheit zu bekämpfen ist es empfehlenswert, dass alle Blätter vollständig entfernt und entsorgt werden. Ansonsten gelangen die Pilze wieder in den Boden und somit an den Baum zurück.

Beseitigung des Befalls

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Die Wirkung von Insektiziden ist bei der Blatt-Tütenmotte sehr gut. Allerdings wird dennoch davon abgeraten, meist ist der Einsatz sogar verboten. Dieses Verbot bezieht sich auf Kleingarten und Hausgärten. Zudem ist zu bedenken, dass es sich als sehr schwierig gestaltet, dass die Rosskastanie vollständig eingesprüht wird.

Dieser Baum wird sehr groß und nimmt ein entsprechendes Ausmaß an. In einigen Versuchen wurden die Stämme der Rosskastanie behandelt. Hierfür wurden sie mit imidacloprid haltigem Tapetenkleister eingesprüht. Die Versuche und Untersuchungen haben ergeben, dass der Wirkstoff in die Rinde einzieht und sich über den Pflanzensaft im gesamten Baum verteilt. Dieser Stoff führt letztendlich zum Absterben der Miniermotten.

Wie auch die Insektizide zum Sprühen ist diese Varianten ebenfalls im Klein- und Hausgarten verboten. Mit hohen Kosten und einem hohen Zeitaufwand ist das Anlocken der Tiere durch Pheromone verboten. Dabei handelt es sich um einen Sexuallockstoff. Mit diesem Stoff lassen sich allerdings immer nur sehr geringe Teile der Population anlocken.

Miniermotten und deren Larven abtöten

Zusammen mit dem Laub fallen die Miniermotten und die Puppen ab. Die kleinen Falter leben auf dem Laub weiter. Die jeweilige Lebensdauer ist davon abhängig, wann sich die Motten verpuppt haben. Während die erste Generation des Jahres eine Lebensdauer von etwas zwei Monaten aufweist, leben die Puppen des Herbsts bis zu sechs Monaten.

Die jeweilige Lebensdauer ist bei der Beseitigung der Blätter zu beachten. Werden die Blätter lediglich auf klassische Weise in einem Kompost entsorgt, ist das Problem nicht beseitigt, sondern wird lediglich verlagert. Daher sollte eine Vernichtung, beziehungsweise Entsorgung des Laubs gewählt werden, die zu einer Abtötung der Larven sorgt.

Je nachdem, ob es in dem jeweiligen Gebiet, wo sich die Rosskastanie befindet, erlaubt ist, kann das Laub verbrannt werden.In diesem Fall werden auch die Puppen verbrannt. Eine weitere Variante, wie bei der Bekämpfung von Läusen, ist das Einpacken in einem Plastiksack. Dieser muss vollkommen luftdicht verschlossen sein. Zudem ist es wichtig, dass der Plastiksack keine Defekte aufweist, durch die die Larven den Sack verlassen können.

Die Tiere können über mehrere Monate in dem Laub überleben. Daher ist wichtig, dass der Sack die ganze Zeit über verschlossen bleibt.

Bildquelle: Olaf Leillinger – Wikipedia.org – Eigenes Werk CC BY-SA 2.5