Startseite   »   Gartenarbeit   »   Pikieren

Pikieren

Der Garten ist zu jeder Jahreszeit ein Highlight. Der grüne Rasen, die bunten Blumen und die prächtigen Pflanzen lassen ein Wohlgefühl aufkommen, wie man es nur selten hat. Damit der Garten ein solches Wohlgefühl auslösen kann, muss er vorbereitet, gepflegt und pikiert werden.

 
Keimlinge

Das Pikieren ist eine Art der Vorbereitung. Gerade Hobbygärtner, die ihre Pflanzen selber aussähen und keimen lassen, kennen den Begriff. Nach dem Keimen werden die Sämlinge sehr schnell groß und brauchen immer mehr Platz, um sich optimal zu entwickeln. Dann muss pikiert werden.

Was ist Pikieren?

Pikieren wird im Gartenbau und bei Lebensmittel angewendet. Im Grunde bedeutet Pikieren das Setzen von Sämlingen, die sehr dicht beeinander stehen und weiter auseinander gezogen werden müssen. Mit dem Pikieren werden größere Bereiche zwischen den Pflanzen gebracht, damit sie besser wachsen und gedeihen können.

In der Käseherstellung ist das Wort Pikieren, das übrigens aus dem Französischen stammt, auch bekannt. Dem Schimmelkäse wird durch das pikieren der notwendige Sauerstoff zugeführt. Dadurch bekommt er die Schimmelpilze und somit auch sein Aroma.

Zweck des Pikierens

Pikieren ist nicht nur ein interessantes Wort, sondern hat auch seinen Sinn. Heranwachsende Pflanzen wird mit dem Pikieren ausreichend Platz zum Wachsen verschafft. Sie werden eigentlich dann versetzt, wenn die ersten Keimblätter zu erkennen sind.

Die Keimlinge müssen aus der Erde genommen werden, dabei kann es vorkommen, dass die Wurzeln verletzt werden. Das regt die Wurzeln zu einem vermehrten Wachstum an. In großen Gärtnereien wird auf das Pikieren eigentlich häufig verzichtet, denn sie nutzen pilliertes Saatgut und Einzelkornsaat.

 

Utensilien für das Pikieren

Zum Pikieren wird überwiegend ein runder Stab verwendet, der zu einem Ende hin spitz zuläuft. Das ist der sogenannte Pikierstab. Ihn gibt es in jeder gut ausgestatteten Gärtnerei zu kaufen. Wahlweise besteht er aus Kunststoff oder aus Holz. Aber auch Metall wird heute gern genommen.

Der Pikierstab ist etwa 18cm lang. Für Gärtner, die nicht extra einen Pikierstab kaufen wollen, eignet sich auch ein Schaschlikstäbchen. Das Schaschlikstäbchen besitzt eine ausreichende Länge und steht auch in der Funktion dem Pikierstab in keinen Dingen nach.

Wie wird vereinzelt?

Das Pikieren funktioniert recht einfach. Die Pflanzen werden zuerst voneinander getrennt. Dazu ist der Pikierstab notwendig. Mit dem Stab wird an einer Seite der Pflanze angesetzt und unter die Pflanze, mitsamt der Wurzel leicht angehoben. Die miteinander verwurzelten Pflanzen werden sich jetzt alle leicht heben. Jetzt wird die Pflanze vorsichtig aus dem Anzuchtbehälter genommen. Idealerweise ohne Schaden an den Wurzeln zu hinterlassen. Jetzt gibt es zwei Möglichkeiten:

  • Die Pflanzen sind krank und müssen aussortiert werden.
  • Die Pflanzen werden neu eingesetzt. Dazu müssen die Wurzeln leicht gekürzt werden.

Einpikieren

Tomaten KeimlingDer Pikierstab wird aber nicht nur zum Anheben verwendet. Der Pikierstab ist auch zum Einpikieren geeignet. Das dickere Ende des Stabs wird in die Erde gedrückt und somit ein Loch in der Erde hinterlassen. In dieses Loch kann nun die Pflanze eingesetzt werden. Mit dem dünnen Ende des Stabs wird dann das restliche Loch vorsichtig mit Erde verschlossen und leicht angedrückt.

Der Abstand zwischen den einzelnen Pflanzen wird anhand der Sorte bestimmt. Einjähige und zweijährige Pflanzen müssen drei bis fünf Zentimeter auseinander gesetzt werden. Nach dem Andrücken wird nur noch gegossen, fertig.

Tomaten pikieren

  1. Tomaten werden zuerst in einer Anzuchtschale aufgezogen.
  2. Nachdem die ersten Keimlinge mit Blättern ausgestattet sind müssen sie auseinander gesetzt werden.
  3. Mit dem Pikierstab die Erde leicht und vorsichtig auflockern.
  4. Die Sämlinge vorsichtig herausnehmen.
  5. Mit dem Pikierstab ein Loch in die neue Erde drücken.
  6. Die Pflanze einsetzen und die Wurzeln unter die Erde drücken.

Kohlrabi pikieren

Sobald die Kohlrabisamen aufgegangen brauchen sie mehr Platz. Damit das Wachstum nicht behindert wird, müssen sie pikiert werden. Sobald das Keimen eingesetzt hat, muss ein paar Tage gewartet werden. Es entstehen zwei Laubblätter, dann ist der richtige Zeitpunkt.

  • Die Pflänzchen aus der Erde nehmen
  • Die Pflanze zwischen Daumen und Zeigefinger nehmen
  • Wurzeln leicht einkürzen
  • Der Pikierstab ist ideal, um ein Loch in die neue Erde zu machen
  • Das Pflänzchen mit der Wurzeln nach unten wieder einsetzen.
  • Blätter dürfen nicht direkt auf der Erde liegen
  • Mit dem Pikierstab die Erde andrücken
  • Leicht gießen

Beim Kohlrabi sollte zwischen den einzelnen Pflanzen ein Abstand von mindestens 15cm eingehalten werden, damit sie ausreichend Platz zum Entfalten haben.

Basilikum pikieren

Basilikum ist ein beliebtes Gewürz, das frisch aus dem Garten am besten schmeckt. Das Aussähen ist einfach. Nachdem vitale Sämlinge entstanden sind, brauchen die Pflänzchen ihren eigenen Platz. Der richtige Zeitpunkt zum Pikieren ist gekommen, wenn die Keimblätter sich von den echten Blättern unterscheiden. Zwei Blattpaare müssen vorhanden sein.

  • Anzuchttöpfe mit Erde befüllen (bis zur Hälfte)
  • Wasserablauf sicherstellen
  • Eine Mulde ins Saatgut stechen (Pikierholz)
  • Die Basilikumpflänzchen voneinander treffen
  • Die einzelnen Pflänzchen in die Erde setzen
  • Wichtig ist, die Keimblätter haben Platz zur Erde
  • Das dünne Ende des Stabs wird zum Erde einfüllen genutzt
  • Erde andrücken und anschließend Gießen