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Ringlo

Diese Unterart der Pflaume trägt kugelige Früchte und wird in unseren Breiten auch als Ringlotte oder Reneklode bezeichnet. Im Unterschied zur echten Edelpflaume mit blauen oder dunkelroten Früchten, sind für den Ringlo Baum grüngelbe Früchte charakteristisch für den Ringlo-Baum. Alles zur Aufzucht über Ernte bis zur Verwendung der Früchte.

 
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Charakteristik und Herkunft des Renekloden Baumes

Beheimatet ist der Baum in Mittel- und Südeuropa, wird aber auch in Asien genutzt. Es ist ein dornenloser Baum, dessen Zweige in den ersten beiden Jahren verkahlen.

Die Kronblätter der Blüte könne bis zu 1 cm lang werden, sind reinweiß und beinahe rundlich. Aus ihnen wachsen die saftigen Früchte mit bis zu sechs Zentimeter Durchmesser. Der Kern dieser Steinfrucht ist kugelig und haftet meist am Fruchtfleisch.

Ringlo-Baum Wachstum

Der Baum braucht etwas mehr Wärme, als seine Artgenossen, die mit Nässe und Kälte gut zurechtkommen. Ein idealer Standort sind daher geschützte Regionen, wie die Weinbaugebiete Süddeutschlands. Alternativ kann man die Reneklode auch im Kübel ziehen und wachsen lassen.

Dies bringt aber weit mehr Aufwand mit sich. Der Kübel muss genug Platz für die Wurzelbildung haben (mindestens 70 Liter Volumen), die Pflege und Aufzucht ist natürlich viel aufwändiger, als Garten oder auf der Wiese.

Ringlo-Baum: Schneiden und Pflege

Der Boden soll eher feucht und trocken sein, die Erde humusreicht mit einem pH-Wert um 6,5 bei wenig kalkhaltigen Böden. Eine Düngung am Anfang des Jahres – auch bei einem Boden, der gut nährstoffversorgt ist – ist zu empfehlen.

 

Stickstoff, Phosphat und Kali können nicht schaden. Wenn vorhanden, dann kann später auch Kompost aufgebracht werden.

Richtiges schneiden

Der Schnitt ist natürlich von der Form, die der Baum bekommen soll oder hat, abhängig. Ob Hochstamm, Halb- oder Niederstamm, Buschbaum oder als Spalier, jede Form verlangt ihren individuellen Schnitt. Wie bei den meisten Bäumen, wird eine luftige Krone von Vorteil sein.

Die Leitäste sind gut verteilt und kräftig. Aus den Leitästen wachsende Fruchtäste werden möglichst waagrecht oder ein wenig abwärts zeigend geschnitten:

  • Pflanz- oder Erziehungsschnitt erst nachdem die Pflanze gut eingewurzelt ist, also meist im zweiten Jahr.
  • Der Gipfeltrieb sollte gerade nach oben zeigen, an der Stelle, wo er die Richtung ändert, ist er zu schneiden.
  • 4 bis 5 Leitäste werden ausgewählt, die sich regelmäßig und schön um den Baum verteilen, jedoch nicht alle auf gleicher Höhe aus dem Stamm wachsen und eine Neigung von 45 Grad zum Gipfeltrieb haben.
  • Alle anderen – in Konkurrenz zu den Leitästen stehenden Äste – werden entfernt.
  • Zuletzt sollte der Gipfeltrieb um etwa 10 Zentimeter länger sein, als der längste Leitast.
  • Alle anderen Triebe, die nach innen wachsen, oder sich zu eng ausbilden werden ebenfalls entfernt.

Der Schnitt ist bei stark wachsenden Bäumen radikaler anzusetzen, als bei schwachen. Im Laufe der Jahre entsteht so ein sehr harmonisch aussehender Baum, mit gleichmäßig verteilten Ästen und genug Platz um gute Früchte auszubilden.

Überwachungsschnitt

Geduld ist nun angesagt, denn erst nach ungefähr 10 Jahren – nach dem Abschluss der Kronenbildung – kann zum Pflege-, respektive Überwachungsschnitt übergegangen werden.

In jedem Fall, ist für den Schnitt gutes Werkzeug zu verwenden, das glatte und saubere Schnitte garantiert wie z.B eine Strauchschere oder Akku Grasschere. Dies ist wichtig, damit die Wunden, die dem Baum zugefügt werden, rasch heilen können. Falls regelmäßig und genau geschnitten wird, reicht eine normale Gartenschere und / oder ein kräftiges Messer durchaus aus.

Ringlo-Baum Pflege und Standort

Gepflanzt wird er im Frühjahr, nach den letzten Bodenfrösten. Es kann nicht schaden, den pH-Wert des Bodens zu bestimmen, der bei rund 6,0 bis 6,5 liegen soll. Darunter sollte Kalk eingearbeitet werden, damit der Wert reguliert und stabilisiert wird. Grundsätzlich bedarf der Baum aber eher einer unaufdringlichen Pflege:

  1. Der Standort ist sonnig, warm und windgeschützt.
  2. Der Boden ist lehmhaltig und nährstoffreich.
  3. Regelmäßiges Gießen sorgt dafür, dass der Boden nicht austrocknet.
  4. Drainagen beugen gegen Staunässe vor.
  5. Einmal jährlich kann Gartenkompost als Dünger eingearbeitet werden.
  6. Fruchtmumien sind sofort zu entfernen.

Saftige, süße Ringlotten bilden sich nur heraus, wenn die Erde ausreichend feucht ist. In Zeiten längerer Trockenheit muss daher durchdringend gewässert werden.

Krankheiten und Schädlinge beim Ringlo

Welche Krankheiten und Pflanzenschädlinge dem Baum und den Früchten gefährlich werden können
Wenn sich auf den Früchten pockenartige Verformungen zeigen, dann kann es sein, dass der sogenannte Scharka-Virus sein Unwesen treibt.

Er befällt – bei Pflaumen den ganzen Baum – die wenigen, kleinen Früchte, die dann noch wachsen, sind ungenießbar.

Die Krankheit kann nur radikal durch Roden bekämpft werden. Um dem vorzubeugen wurden schon Scharka resistente Sorten gezüchtet, die nun immer mehr in den heimischen Gärten und Plantagen einen Platz finden.

Monilia-Spitzendürre

Ein weiterer, weit weniger gefährlicher Schädling ist die Monilia-Spitzendürre. Eine gute Pflege und regelmäßiger Schnitt beugen dem Befall vor. Wenn Triebe erkrankt sind, dann werden sie bis in das zweijährige Holz zurückgeschnitten, das Schnittmaterial ist zu verbrennen oder im Restmüll zu entsorgen.

Die Wunden des Baumes sollen mit Essigwasser desinfiziert und mit Lehmbrei verschlossen werden. Ackerschachtelhalm und Zwiebelschalen-Tee haben sich als rein biologische Spritzmittel sehr bewährt.

Zu guter Letzt: die Gelbmilbe. Eine kleine, kaum sichtbare Milbe, die unschöne Ausstülpungen hinterlässt. Wenn diese erkannt werden ist es bereits zu spät. Vorbeugend ist reichliche Wassergabe und Pflege der beste Weg, um diesen Schädling zu bekämpfen.

Ringlo-Baum im Winter: Das überwintern

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Die jungen Bäume sind, so wie die meisten Steinobstbäume, vor starkem Frost und intensiver Einstrahlung der Wintersonne zu schützen. Strohmatten, Jutesäcke und sonstige Verschalungen sind geeignete Maßnahmen.

Sehr geeignet ist auch ein weißer, reflektierender Anstrich, der auch Schäden durch Wildverbiss in Grenzen hält.

Ältere und starke Bäume verlangen weniger Schutzaufwand und es wird auf das lokale Klima ankommen, welche Vorsorge getroffen werden muss.