Startseite   »   Tiere im Garten   »   Schmetterlinge bestimmen nach Farben

Schmetterlinge bestimmen nach Farben

Die Schmetterlinge, auch vom Griechischen her Lepidoptera genannt, sind neben den Käfern die artenreichste Insektenart auf der Erde. Es gibt circa 160.000 Arten, die sich in 130 Familien sowie 46 Überfamilien anordnen. Jedes Jahr kommen in etwa 700 Arten hinzu, die in diesem Zeitraum neu entdeckt werden.

 
Bunter Schmetterling

Schmetterlinge sind auf jedem Kontinent außer der Antarktis beheimatet. Ganz Europa beherbergt beispielsweise 10.600 Arten, wovon sich alleine 3.700 in Deutschland befinden.

Die Bestimmungsarten sind unterschiedlich. Sie können mit einer anderen Herangehensweise nach ihren Farben bestimmt werden, welches mit diesem Artikel gemacht werden soll. Zunächst wird der Schmetterling näher vorgestellt.

Aussehen und Merkmale von Schmetterlingen

Die Schmetterlinge haben die typischen großen Flügel, die verschieden farblich ausgestaltet sind und meistens eine Art Muster bzw. Verzierung aufweisen. Diese Verfärbung kommt entweder durch die innenliegenden Pigmente zustande oder durch die jeweilige Oberflächenstruktur der Flügel, die eine besondere Lichtbrechung und somit das farbliche Erscheinungsbild erzeugen.

Auf diese Erscheinungs- bzw. Bestimmungsarten wird später noch näher eingegangen. Der Körper ist dreigliedrig in folgende Körperteile aufgeteilt:

  • Kopf (Caput)
  • Brust (Thorax)
  • Hinterleib (Abdomen)

Die Fühler sind je nach Art verschieden lang, welches auch die typischen Charakteristika der einzelnen Arten zeigt. In der Regel können Schmetterlinge 1,5 bis 100 Millimeter groß werden. Der größte Falter ist der Thysania agrippina. Er besitzt eine Flügelspannweite von bis zu 310 Millimetern. Er kommt vorwiegend im mittleren sowie nördlichen Südamerika vor, welches durch ein tropisches und subtropisches Klima geprägt ist.

 

Falter und Schmetterlinge: Entwicklung

Falter und Schmetterlinge haben eine spezifische Entwicklungseigenart. Denn sie werden nicht sofort als Schmetterlinge geboren. Sie durchlaufen zunächst ein vorgeschaltetes Stadium als Raupe und darauffolgend ein Stadium der Verpuppung. Die Zeit der Raupe bedeutet für den Schmetterling ein richtiggehendes Fressstadium.

Bei einigen Arten ist es sogar das einzige Stadium des Lebenszyklus, in dem der Falter überhaupt Nahrung aufnimmt. Dies ist beispielsweise bei Glucken und Pfauenspinnern der Fall. In dieser Phase wachsen sie sehr stark an, da sie entsprechend viel Nahrung zu sich nehmen. Deshalb müssen sie sich in diesem Stadium mehrmals häuten. Bis zu fünfmal erfolgt dies, wobei sie jedes Mal um das doppelte herangewachsen sind.

Dabei platzt die Haut auf und wird durch die Bewegung nach hinten abgestreift. Ist die Raupe schließlich erwachsen geworden, beginnt sie nach der letzten Häutung mit der Verpuppung. Sie ist der eigentliche Umwandlungsprozess zum Schmetterling. Dieser Prozess sieht folgendermaßen aus:

  • In diesem Stadium sind sie meistens unbeweglich und in eine Art Mumienstadium verfallen.
  • Wenn die Entwicklung abschließt, ist bereits eine Dunkelverfärbung der sonst helleren Puppen zu sehen. Diese Verfärbung wird durch die herangebildeten Flügel verursacht.
  • Eine vorgefertigte Naht platzt auf, durch die der Schmetterling schlüpfen kann.
  • Nach dem Schlüpfen füllt der Falter Blut in die Adern der Flügel, die bisher ungefüllt sind. Das „pumpt“ sie quasi auf.

Bestimmungsarten – Falter bestimmen anhand von Farben

blauer Schmetterling

Die Flügel der Schmetterlinge sind besonders wichtig für die Bestimmung der Arten, da sich sonst manchmal Schmetterlinge nicht unterscheiden lassen. Warum die Schmetterlinge und die Raupen verschiedene Farben haben, lässt sich oftmals mit dem Schutz vor natürlichen Feinden erklären. Sie dienen entweder der Tarnung oder Abschreckung vor Feinden.

Die Abschreckung beispielsweise bei besonders auffälligen leuchtenden Raupen zeigt den Feinden oftmals ihre vermeintliche Giftigkeit. Dies ist aber nicht zwingend die Regel. Einige Raupen sind zwar auffällig bezüglich ihrer leuchtenden Farben, dies dient jedoch lediglich zur Abschreckung.

Hierbei machen sich Raupen die Tatsache, dass eine bunte Färbung tatsächlich oft ein Hinweis auf Giftigkeit ist, zu Nutze und überlisten ihre Feinde mithilfe dieses Missverständnisses.

Schmetterlinge in Deutschland

Die Tarnung der Schmetterlinge als auch die der Raupen, ist insbesondere dem natürlichen Lebensraum wie Baumstämmen oder Blattwerk angepasst.

Nachstehend folgen einige Beispiele aus dem deutschen Raum, wie sich die Falter nach ihren Farben bestimmen lassen. Diese sind zusätzlich auch nach der Form unterscheidbar:

  • Pantherspanner: Das Fleckenbild der Flügel ist zwar variabel, aber dennoch immer auf einem sattgelben Untergrund hinterlegt. Das macht sie beispielsweise auf Sonnenblumen tarnfähig.
  • Nacht-Schwalbenschwanz bzw. Holunderspanner: Die Farbe ist blass bzw. zwischen hellgelb und weiß. Die Spitzen an den Flügelunterrändern sind hingegen markant.
  • Schwefelgelber Haarbüschel-Spanner und Labkraut-Haarbüschelspanner: Wie der Name bereits verlauten lässt, ist die Farbe ähnlich wie ein Schwefelgelb. Am markantesten ist bei diesem Falter, dass er die Hinterflügel unter die Vorderflügel schiebt, wenn er in die Ruhestellung geht.
  • Gelber Rosen-Bindenspanner und Rosenspanner: Die gelbe Farbe der Flügel ist mit markanten braunen groben Linien durchbrochen, was ihn unverwechselbar zu anderen Faltern macht.
  • Rotrandbär: Dieser Falter besitzt einen auffälligen roten Haken auf jedem Flügel und einen roten Rand. Das unterscheidet ihn deutlich von anderen Arten.

Farbenvarianten: Grün, Weiß, Schwarz und Braun

Die Farbvarianten in Grün, Weiß, Schwarz und Braun kommen am häufigsten isoliert oder auch in Kombination vor. Wie zuvor erwähnt, können es Farbstoffe innerhalb der Flügel sein, welche das farbliche Erscheinungsbild kreieren oder auch die Lichtbrechung der Oberfläche.

Dabei erfolgt diese Erscheinung ähnlich einem Regenbogen oder den Polarlichtern, die durch den jeweiligen Brechungswinkel entstehen. Dadurch wird das jeweilige farbliche Licht reflektiert oder „geschluckt“, sodass es nicht mehr nach außen hin reflektiert wird und für das menschliche Auge unentdeckt bleibt. Lediglich die reflektierten Farben werden sichtbar.