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Unkrautvertilgungsmittel für den Rasen

Unkrautvertilgungsmittel – Es gibt ein Sprichwort, das aus England kommt. Es besagt sinngemäß, dass ein schöner Rasen 200 Jahre Pflege und Aufmerksamkeit braucht. Im Normalfall nimmt sich der Hobbygärtner nicht so lange Zeit um seine Bemühungen für einen gepflegten Rasen gewürdigt zu sehen.

 
Löwenzahn

Meist ist schon mit der Entfernung von Unkraut ein guter Weg beschritten. In diesem Ratgeber sind Informationen zu dem Thema Unkrautvertilgungsmittel für den Rasen bereitgestellt.

Warum Unkraut im Rasen gedeiht

Das ist einfach beantwortet: das Gras des Rasens hat einen ziemlich hohen Nährstoffbedarf. Wenn dieser nicht gedeckt ist, entwickelt es sich nicht gut und andere Pflanzen – in dem Fall mit der Zuschreibung Unkraut belegt – breiten sich aus.

Nährstoffarme Pflanzen nehmen an den entstandenen Lücken im Gras, an kahlgewordenen Plätzen, die Stelle des Rasengrases ein. Sie können diesen Kampf gewinnen, weil sie meist besser an die Umweltbedingungen angepasst sind.

Wenn dann im Sommer noch die Trockenheit dazu kommt, ist das Rasenunkraut schnell wieder da und übernimmt bald die vollständige Herrschaft über den Rasen. Eine bunte Vielfalt erstreckt sich über das sonst so eintönige, aber saftige Grün des Gartens. Bunt und vielleicht auch schön anzusehen, aber eben doch nur Unkraut.

Methoden zur Unkrautvertilgung im Rasen

Die mechanische Beseitigung außer Acht lassend, sind es vor allem die chemischen Unkrautvernichtungsmittel, die mit Masse Anwendung finden.

 
  • Dennoch sollte die mechanische Manipulation als unterstützende Maßnahme während des Jahres nicht zu kurz kommen.
  • Regelmäßiges Vertikutieren verhindert den Wuchs von teppichbildendem Unkraut, wie Weißklee und Moose.
  • Der gezielte Einsatz eines Unkrautstechers wirkt gegen die Ausbreitung von Pfahlwurzlern, wie Löwenzahn oder Wegerich.

Chemische Unkrautvernichter: Anwendung

Meist erfolgt die Wirkung auf hormoneller Basis durch nachgebaute Pflanzenhormone. Obwohl naturidentisch, lösen sie gerade bei Unkrautpflanzen, die meist zweikeimblättrig sind, ein unkontrolliertes Wachstum aus. Das führt dann zum Absterben dieser Unkraut-Pflanzen. Auf Rasengräser, die einkeimblättrige Pflanzen sind, wirken diese Unkrautvernichtungsmittel aber nicht.

Meist findet man in den chemischen Unkrautvertilgungsmitteln für den Rasen mehrere Wirkstoffe, damit eine möglichst breite Wirkung erzielt wird.

Mit Unkrautvertilgungsmittel optimale Wirkung erzielen

Der wichtigste Punkt: die Hinweise des Herstellers auf der Verpackung genau lesen und auch befolgen. Chemische Mittel können, falsch angewandt, nicht nur bei den Nutzpflanzen Schäden anrichten, sondern auch bei Mensch und Tier.

Die beste Wirksamkeit entfalten die Unkrautvernichter bei milden Temperaturen in der Nacht und wenn der Boden schon warm und feucht ist. Keinesfalls sollte die Anwendung erfolgen, wenn die Nächte frostig und die Tage kalt sind. Auch trockene Böden vermindern die Wirksamkeit.

Am Tag vor dem Ausbringen ist es empfehlenswert den Rasen ordentlich zu wässern. Falls Nährstoffmangel vorliegt, dann ist zwei Wochen davor eine Düngung zu machen, denn je schneller die Pflanzen wachsen, desto schneller und besser wirkt das Herbizid.

Falls der Rasen gerade frisch gemäht wurde, ist es besser die Behandlung so lange aufzuschieben, bis die Blattmasse der Gräser und Kräuter wieder gut ausgebildet ist, denn die Wuchsstoffe des Herbizids werden vor allem zuerst über die Blätter aufgenommen.

Ein trockener Rasen ist für das Gelingen sehr von Vorteil und der Wetterbericht sollte auf einige regenfreie Tage hinweisen. Regen kann das Mittel wieder von den Blättern abwaschen und die Wirksamkeit geht verloren. Allerdings schadet zu rasches Antrocknen auf den Blättern ebenfalls, weshalb das Ausbringen am Nachmittag, wenn die Sonneneinstrahlung nicht mehr so direkt ist, am besten ist.

Unkrautvertilgungsmittel – Anwendung und Wirkung für den Rasen

Rasen UnkrautEs steht hier schon mehrmals: Die Anwendungshinweise des Herstellers beachten. Das kann nicht zu oft geschrieben werden. Die Abweichung von diesen Hinweisen kann zu schweren Schäden führen. Nicht nur bei den Pflanzen, sondern auch bei Mensch und Tier. In den meisten Fällen wurde eine Lösung des Herbizids hergestellt. Diese kann nun mit einer Gießkanne oder einer Spritzvorrichtung ausgebracht werden.

  • Die Gießkanne hat den Vorteil, dass das Mittel ziemlich direkt auf die betroffenen, verkrauteten Stellen gebracht werden kann und möglichst wenig Herbizid gebraucht wird.
  • Großflächiger ist die Anwendung mit einer Spritze, hat aber den Nachteil, dass bereits leichter Wind den Sprühnebel nicht nur über das Gras legt, sondern möglicherweise auch auf Blumenbeete, Blumenkästen oder auch auf die eigenen Gemüsegärten oder die des Nachbarn.

Sehr wichtig ist dann auch die gründliche Reinigung der Sprüh- und Gießgeräte. Es täte den Blumen nicht gut, wenn im Gießwasser noch Rückstände des Herbizids vorhanden wären. Also gut und mehrmals ausspülen.

Kombinationsprodukte als Unkrautvertilgungsmittel

Unkrautvertilgungsmittel für den Rasen sind auch als Kombinationsprodukte erhältlich. Sie bestehen aus Dünger und Unkrautvernichter in granulierter Form. Dem Vorteil der leichteren Anwendung, steht die weniger zuverlässige Wirkung entgegen.

Im Gegensatz zu den flüssigen Produkten ist es bei Kombinationsprodukten besser, wenn der Rasen frisch gewässert ist, die Blätter feucht sind. Das stellt sicher, dass die feinen Körner des Granulats an den Blättern haften bleiben.

Pflegemaßnahmen nach der Verwendung

Wenn alles richtiggemacht wurde, sollten nach vier bis sechs Wochen die meisten Unkraut-Arten abgestorben sein. Um das spätere Ansiedeln von neuem Unkraut zu verhindern, werden die kahlen Stellen im Rasen aufgelockert und frischer Rasensamen nachgesät.

Zusammenfassende Tipps und biologische Mittel

Mit Rasenherbiziden als Mittel gegen Unkraut im Rasen lassen sich nicht alle Unkraut-Arten gleich wirksam bekämpfen. Es gilt zuerst festzustellen, welches Unkraut das vorherrschende ist, und dann auch eine Beratung im Fachhandel in Anspruch zu nehmen.

Damit ist eine Entscheidungsgrundlage gegeben, welches Produkt für die konkrete Situation am besten geeignet ist.

Löwenzahn, Weißklee, Gänseblümchen und viele Wegerich Arten sind mit diesen Mitteln gut zu bekämpfen, schwieriger wird es bei Klee und Hahnfußgewächsen, bei Ehrenpreis-Arten und Gundermann. In den letzteren Fällen kann die Wirkung nur eingeschränkt sein. Dann kommen vielleicht doch die mechanischen oder biologischen Mittel wieder zum Zug.