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Wespennest im Boden

Entdeckt man ein Wespennest im Boden des heimischen Garten, ist die Sorge meist groß. Auch wenn Wespen grundsätzlich nicht zu den Schädlingen zählen, werden sie als Lästlinge gewertet, da ihre Anwesenheit in Gärten und Häusern meist unerwünscht ist.

 
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Zudem gelten Wespen oft als aggressiv und ihre Stiche als gefährlich. Vor allem für Menschen, die allergisch auf die Stiche von Bienen, Wespen oder Hornissen reagieren, ist die direkte Nähe zu diesen Tieren problematisch, da bei einem Stich jederzeit ein schwerer anaphylaktischer Schock drohen kann. Unbehandelt kann dies lebensgefährlich werden.

Aus diesem Grund möchten die meisten Gartenbesitzer Wespenneste schnellstmöglich entfernen. Ob und wie dies möglich ist, worauf man achten muss und ob die Hilfe eines Fachmanns zwingend erforderlich ist, wird nachfolgend geklärt.

Wespennest im Boden des Gartens – Gefährlich?

Wespennester müssen sich nicht zwangsweise im Erdboden befinden. Ähnlich wie Hornissen nutzen Wespen mehrere Möglichkeiten für den Nestbau, die Nester können sich auch in Bäumen oder unter Dachvorsprüngen befinden. Alle Wespenarten, die ihre Nester bevorzugt im Erdreich anlegen, werden umgangssprachlich als Erdwespen bezeichnet, offiziell existiert dieser Gattungsname nicht.

An sich richten Wespen durch ihre Bodennester keinerlei Schaden an, sodass man sie unbehelligt lassen könnte. Im eigenen Garten ist ein geduldetes Nest jedoch meist ein Risiko, selbst wenn keine Allergien vorliegen. Wespen werden von Essen angezogen, sodass ein entspanntes Mahl im Garten nicht mehr möglich ist.

Zudem kann es bei barfuß laufen vorkommen, dass man versehentlich in eine Wespe tritt, diese sticht meist automatisch zu. Es empfiehlt sich somit, gegen ein Wespennest im Garten vorzugehen. In einem einzelnen Wespennest hausen im Durchschnitt etwa 5000 Tiere, die Zahl kann jedoch auch deutlich höher ausfallen.

 

Erdwespen im Garten: Ab wann aktiv?

Sobald mildere Temperaturen einsetzen, werden Wespen aktiv und begeben sich auf die Suche nach einem geeigneten Ort für den Nestbau. Da sich der Boden aufgrund der Sonneneinstrahlung angenehm erwärmt und zudem geschützt ist, wählen Wespen oft vorhandene Bodenlöcher für den Bau ihres Nestes.

Bevorzugt werden schattige Stellen im Garten, bestenfalls in Nähe einer geeigneten Nahrungsquelle. Im Gegensatz zu Bienen werden Wespen nicht nur von Süßspeisen angelockt, sondern auch von deftigen und fleischigen Nahrungsquellen. Regelmäßige Grillabende im Frühling erhöhen also das Risiko, dass sich ein Wespenstaat ansiedelt.

Die Besiedelung hält meist bis in den Herbst an, im Laufe des Sommers werden die Nester aktiv genutzt, bis alle Wespen – abgesehen von den befruchteten Königinnen – nach und nach absterben. Die Königinnen überwintern in möglichst milden Verstecken und gründen im folgenden Frühjahr ein neues Volk, welches sich wiederum auf Nestsuche begibt.

Wespennest im Boden – Wie erkennt man ein Erdwespen-Nest?

Meist entdeckt man eine Wespenpopulation im Garten nicht aufgrund eines Nestes, stattdessen sind es häufig die umherfliegenden Wespen, welche einen ersten Verdacht wecken. Sichtet man vermehrt umherfliegende Wespen, handelt es sich meist um Wespen, welche auf Erkundungsflügen sind – sie suchen den geeigneten Platz für ein neues Nest.

Da es leider schwer möglich ist, die Wespen bei Verdacht vorab darin zu hindern, ein Nest anzulegen, sollte der Garten in der nächsten Zeit auf Anzeichen untersucht werden. Während ein Wespennest in Bäumen oder Dachgiebeln schnell entdeckt ist, gestaltet sich die Suche nach einem Wespen im Boden schwieriger.

Meist entdeckt der Gärtner auf einmal einige kleine Löcher im Erdreich, auch das hauptsächliche Eingangsloch befindet sich meist in Nähe dieser Löcher. Es wird meist von etlichen Wespen umschwärmt, da dort ein reger Flugverkehr herrscht.

Nest von Erdwespen sicher entfernen

Bevor man sich an die Beseitigung des Wespennests macht, sollte man überprüfen, ob es sich tatsächlich um ein Nest von Erdwespen handelt – gelegentlich errichten auch Bienen oder Hummeln solche Bauten, diese Tiere sind jedoch deutlich ungefährlicher und zählen zudem zu den geschützten Tierarten, sodass ein Eingriff oft untersagt ist.

Die in Deutschland am häufigsten vorkommende Wespenarten, welche ihre Nester im Boden anlegen, sind die Gemeine Wespe und die Deutsche Wespe. Beide sind als recht aggressiv einzustufen, da sie äußerst schnell stechen können, wenn sie sich bedroht fühlen. Wer ein Wespennest im Boden bekämpfen möchte, sollte einige Details beachten:

  1. Das Sichern des Nestes sollte abends oder früh morgens erfolgen, zu dieser Zeit sind die Wespen weniger aktiv und das Verletzungsrisiko ist geringer.
  2. Das Nest sollte gekennzeichnet werden, um versehentliches Hineintreten zu verhindern. Es wird empfohlen, entsprechende Schutzkleidung zu tragen.
  3. Für die Sicherung des Nestes schlägt man dünne Pfähle in einem Quadrat um das Nest herum in den Boden und befestigt sehr engmaschigen Draht. Zum einen wird das Nest auf diese Weise nicht mehr übersehen, zum anderen verhindert der engmaschige Draht größtenteils die Angriffe der Insekten, das Risiko gestochen zu werden sinkt.
  4. Möchte man das Wespennest im Boden nach der groben Sicherung bekämpfen, sollte man bestenfalls einen Fachmann zurate ziehen.

Zum einen darf die Beseitigung eines Wespennestes nur nach erhaltener Genehmigung erfolgen. Hierbei kann der Fachmann helfen. Zum anderen verfügt der Fachmann über die nötigen Kenntnisse und Hilfsmittel.

Wespennest richtig bekämpfen

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Das Fluten des Nests darf nur vom Fachmann durchgeführt werden, hierbei wird mit Zucker vermischtes Wasser in den Bau geleitet, hierdurch verkleben die Flügel der Tiere und sie können das Nest nicht mehr aus eigener Kraft verlassen.

Wespennest im Boden bekämpfen – Laie

Einflugloch verlegen: Möchte man das Wespennest als Laie und ohne Genehmigung bekämpfen, bietet sich das Verlegen des Einfluglochs an. Dies ist eine schonende Methode, das Einflugloch wird verschlossen und mittels eines langen Rohres und eines Winkelstücks verlegt. Da die Besiedelung ohnehin meist nur eine Saison lang erfolgt und für die Beseitigung von Wespen strenge Vorschriften gelten, bietet sich diese Methode an.

Wespen vertreiben mit Lavendel: Den Duft des sehr geruchsintensiven Lavendels meiden Wespen. Ist eine Bepflanzung mit Lavendel aufgrund von Bodenbeschaffenheit und Lage des Gartens möglich, bietet sich diese Art der Bekämpfung an. Zudem schützen die Pflanzen vor erneuter Besiedlung im nächsten Frühjahr.

Fazit

Die Bekämpfung eines Wespennests im Boden ist nicht immer zwingend notwendig. Sofern sich keine Allergiker im Haushalt befinden bzw. das Nest nicht so gelegen ist, dass ein versehentliches Hineintreten vermieden werden kann, sollte man jedoch eine Entfernung des Nestes in Betracht ziehen.

Da Wespen nur mit Genehmigung entfernt werden dürfen, bietet sich die Hinzunahme eines Fachmannes an. Möchte man die Wespen selbstständig bekämpfen, ist nur eine Verlegung oder eine natürliche Bekämpfung mit Lavendel möglich.

Unabhängig davon, welche Art der Bekämpfung man wählt, sollte man dies immer nur zu den entsprechenden Tageszeiten – früh morgens oder spät abends – angehen, da die Wespen zu dieser Zeit weniger aktiv sind. Zudem muss stets auf eine entsprechende Schutzkleidung geachtet werden. Allergiker sollten keinesfalls selbst versuchen, das Wespennest zu bekämpfen oder zu verlegen.