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Sind Zieräpfel essbar oder giftig?

Der Zierapfel – auch bekannt als Kirschapfel – gehört zur Gattung der Äpfel (Malus) und wird somit zu den Rosengewächsen gezählt. Jegliche Apfelarten tragen Kernobst als Früchte.

 
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Die bekannteste Apfelart ist der Kulturapfel, zu dieser Art gehören sämtliche Apfelsorten, die zum Verzehr gedacht und größtenteils in Supermärkten erhältlich sind.

Zusätzlich zu den Kulturäpfeln werden Zieräpfel gerne als Ziersträucher oder Zierbäume gepflanzt. Beide Apfelfamilien stammen ursprünglich aus Asien und gedeihen nur in gemäßigten Klimazonen. In mitteleuropäischen Gärten werden nur in etwa 30 Zierapfelsorten angepflanzt.

Je nach Sorte kann der ausgewachsene Baum bis zu 8 m Höhe und in der Krone bis zu 4 m Breite erreichen. Die Blüten variieren von Weiß über Rosa bis hin zu rotblühenden Arten. In China werden die Blätter der Bäume gerne für Tee verwendet, während in Europa die dekorative Verwendung und die Nutzung der Früchte für die Weiterverarbeitung überwiegen.

Unterschied Apfel – Zierapfel

Die Gattung der Zieräpfel umfasst circa 500 verschiedene Arten, die Gemeinsamkeiten aufweisen, welche sie von Sorten des Tafelapfels unterschieden.

  • Fruchtgröße: Die Früchte von Zieräpfeln sind deutlich kleiner als die von Kulturäpfeln, je nach Art erreichen die Äpfel nur eine Größe zwischen ein bis vier Zentimetern.
  • Wuchshöhe: Auch hinsichtlich der maximalen Wuchshöhe unterscheiden sich Zierapfelbäume von ihren Verwandten. Meist erreichen sie deutlich geringere Höhen. Auch die Wuchsform variiert erheblich.
  • Aussehen der Früchte: die meist gelb oder rot gestreiften Früchte ähneln in ihrer Form oft eher Mirabellen oder Kirschen
  • Geschmack der Früchte: Während der Geschmack von reifen Kulturäpfeln äußerst wohlschmeckend ist und von süß bis sauer reicht, handelt es sich bei den Früchten des Zierapfelbaumes auch in reifem Zustand nicht gerade um einen Gaumenschmaus, da sie zwar ebenfalls fruchtig, aber zugleich deutlich bitterer schmecken als herkömmliche Äpfel. Unreife Früchte gelten als ungenießbar.
  • Verwendung: Im Gegensatz zu Tafeläpfeln, welche meist zum direkten Verzehr verwendet werden, sind die Früchte des Zierapfelbaumes hierfür nicht geeignet. Die Früchte können jedoch durch Weiterverarbeitung auch in der Küche genutzt werden. Vor allem besteht die Verwendung von Zierapfelbäumen und – Sträuchern aber in ihrer dekorativen Wirkung.
  • Zierapfel anpflanzen: Zieräpfel sind im Vergleich zu Tafeläpfeln weniger pflegeintensiv und weniger anfällig für Krankheiten oder Schädlinge. Zudem sind einige Arten aufgrund ihrer geringeren Wuchshöhe auch für kleine Gärten, Vorgärten oder sogar für Balkone geeignet. Zusätzlich bleiben die Früchte meist deutlich länger am Baum hängen, was ihre dekorative Wirkung verstärkt.

Die Gemeinsamkeiten eines Apfels und eines Zierapfels sind: Fruchtart (Steinobst), Blütenfarbe (Weiß, Rosa, Rot).

 

Zieräpfel – Giftig oder Essbar?

Vor dem Verzehr des Zierapfels wird häufig gewarnt. Vor allem als Gartenbesitzer mit Zierbäumen stellt sich die Frage nach der Giftigkeit dieser Früchte.

Entgegen vieler widersprüchlicher Meinungen, sind Zieräpfel jedoch durchaus essbar und keinesfalls als giftig einzustufen. Man sollte sich jedoch vor Verzehr bewusst sein, dass der Geschmack nicht mit dem des Tafelapfels gleichzusetzen ist.

Aus diesem Grund wird vom direkten Verzehr abgeraten, für die Verwendung in Likören oder Marmeladen eignen sie sich jedoch hervorragend. Die Empfehlung, Zieräpfel nicht roh zu verzehren, erfolgt somit nicht aufgrund damit einhergehender gesundheitlicher Risiken, sondern lediglich aufgrund ihres recht bitteren Geschmacks.

Tatsächlich sind Zieräpfel keinesfalls ungesund, im Gegenteil: sie sind reich an Vitaminen, wichtigen Mineralstoffen und enthalten viel Pektin, welches die Verdauung positiv unterstützt.

Sind Zieräpfel giftig für Kinder?

Auch für Kinder ist der Zierapfel nicht als giftig einzustufen. Vor allem Eltern mit Kleinkindern befürchten häufig eine versehentliche Vergiftung im heimischen Garten. Hier kann jedoch entwarnt werden: Auch für Kinder oder Kleinkinder sind Zieräpfel keineswegs giftig. Zudem sorgt ihr bitterer Geschmack dafür, dass die meisten Kinder diese nur einmal versuchen werden.

Zierapfel – Giftig für Tiere?

Auch Tiere sind durch den Verzehr von Zieräpfeln nicht gefährdet.

Vögel nehmen einige die Früchte einiger Sorten sogar äußerst gerne als Nahrung an. Einige Sorten sind jedoch so bitter, dass auch Vögel diese verschmähen.

Katzen oder Hunde, die im Garten mit diesen Früchten in Kontakt kommen, fressen die herabgefallenen Äpfel manchmal. Grundsätzlich sollten Katzen oder Hunde besser kein Kerngehäuse von Steinobstfrüchten erhalten, da die Kerne Stoffe enthalten, welche von Hunden und Katzen schlecht vertragen werden.

Dies wird jedoch erst ab einer recht hohen Konzentration bedenklich, sodass bei normalen gelegentlichen Verzehr mit keinen Komplikationen zu rechnen ist. Gleiches gilt für Pferde. Auch im Hinblick auf einen übermäßigen Verzehr durch (Haus)Tiere wird der Geschmack der Früchte dazu beitragen, dass die meisten Tiere auf den Genuss verzichten.

Verwendung der Zieräpfel

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Die Verwendung als Dekoration ist sehr beliebt. Die Möglichkeiten einen Zierapfel in Szene zu setzen sind vielfältig:

  1. Vorgärten: Besonders im Vorgarten werden Sorten des Zierapfels aufgrund ihrer geringen Wuchshöhe und ihrer dekorativen und dichten Blütenpracht gerne angepflanzt.
  2. Sichtschutz: Mehrere Sträucher nebeneinander gepflanzt bieten einen Sichtschutz, der zudem noch schön anzusehen ist. Die Sträucher vertragen Rückschnitt sehr gut, sodass nicht befürchtet werden muss, dass die Hecke eines Tages zu hoch werden könnte.
  3. Balkon: Einige Zierapfelsorten erreichen eine sehr geringe Wuchshöhe und -Breite, sodass sie sich auch für Kübelhaltung auf dem Balkon eignen.

Zierapfel als Hecke – Welche Sorten eignen sich?

Da nicht alle Zierapfelsorten die gleiche Wuchsform und -Höhe ausbilden, sind einige Sorten besonders sinnvoll, wenn man einen möglichst blickdichten Sichtschutz in Form einer Hecke erreichen will.

Everest: Am besten für Heckenpflanzung geeignet, bildet viele schöne Blüten und dekorative Früchte.

Dark Rosalee: Wird bis zu 7m hoch, kann jedoch stark nachgeschnitten werden, dekorative dunkelrote Früchte.

Professor Sprengler: bildet eine lockere durchmischte Hecke.

Diese Sorten gelten als besonders unempfindlich gegen Rückschnitt und behalten ihre Schnittform über lange Zeit bei.

Verwendung in der Küche – Rezepte für Zieräpfel

Ebenso wie ihre größeren Verwandten sind Zieräpfel reich an Vitaminen und kalorienarm, je 100 g sind gerade einmal 76 Kcal enthalten. Zudem wirken Äpfel aller Art dem berüchtigten Heißhunger entgegen. Sie enthalten vor allem Vitamin C und verschiedene Mineralstoffe und unterstützen somit auch die Immunabwehr.

Aufgrund ihres weniger süßen Geschmacks eignen sich Zieräpfel eher zur Weiterverarbeitung. Möglich Ideen für die Verwendung von Zieräpfeln sind beispielsweise:

  • Fruchtkonfitüre oder – Gelee
  • Obstschnaps wie Calvados
  • Zusammen mit Kartoffeln als Püree
  • Apfel-Pfannkuchen
  • Tortenbeläge