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Ist der Zierkürbis giftig oder essbar?

Kürbis kennt fast jeder – kaum jemand weiß jedoch, dass es ganze 800 verschiedene Kürbissorten gibt, welche sich in Form, Farbe und Verzehrtauglichkeit deutlich unterscheiden. Ob der gewünschte Zierkürbis giftig oder essbar ist, wird im Folgenden erläutert.

 
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Bei den meisten Kürbissorten handelt es sich um Speisekürbisse. Es werden jedoch auch Kürbissorten kultiviert, die für diesen Zweck nicht geeignet sind. Oft hört oder liest man, dass Zierkürbisse generell nicht zum Verzehr geeignet seien. Dies stimmt jedoch nur bedingt. Tatsächlich gibt es etliche Arten Zierkürbisse, die nur für die dekorative Verwendung als Herbstschmuck gedacht sind, andere Arten jedoch sind durchaus bekömmlich und können sowohl roh als auch gekocht verzehrt werden.

Beide Sorten werden gerne in Gärten angepflanzt, jedoch erreichen Zierkürbisse eine deutlich geringere Größe als Speisekürbisse und überzeugen eher durch eine Vielfalt an Formen und Farben. Dennoch gibt es auch bei den Zierkürbissen einige Sorten, die unbedenklich verzehrt werden dürfen.

Wie erkennt man, ob ein Zierkürbis giftig oder essbar ist?

Da einige Kürbisarten zu schweren gesundheitlichen Problem führen können, ist es wichtig, die essbaren von den giftigen Sorten unterscheiden zu können. Im Handel sind explizite Speisekürbisse erhältlich, diese können ohne Bedenken verzehrt werden.

Bei den Zierkürbissen ist die Lage jedoch anders: es gibt sowohl essbare als auch giftige Sorten. Deshalb stellt sich oft die Frage, wie man die genießbaren Sorten von den Sorten, welche nicht zum Verzehr gedacht sind, unterscheiden kann.

  1. Auf Bezeichnung achten: Zierkürbisse werden im Handel mit dem Zusatz „Zierkürbis“ versehen. Da nicht alle Sorten von Zierkürbissen giftig sind und die Händlerhinweise nicht eindeutig geregelt sind, ist dies noch kein eindeutiges Indiz für eine potenzielle Giftigkeit. Dennoch kann man zumindest sicher sein, dass Sorten, welche diesen Hinweis nicht enthalten, stets unbesorgt verzehrt werden dürfen.
  2. Größe: Zierkürbisse sind generell deutlich kleiner als Speisekürbisse.
  3. Form & Farbe: Während die meisten Speisekürbisse nur wenig Variation in Form und Farbe aufweisen, ist die Vielfalt diesbezüglich bei Zierkürbissen deutlich ausgeprägter. Jedoch findet man auch bei Zierkürbissen Vertreter der klassischen Form und Farbgebung – beige und orange –, sodass auch dies kein sicherer Test ist. Zudem beinhaltet auch die Gattung der Speisekürbisse einige optische Exoten mit auffälligem Muster oder Form.
  4. Schale: Ein relativ sicherer Test ist ein Blick in das Innere des Kürbisses und dessen Aufbau. Zierkürbisarten besitzen im Normalfall eine deutlich dickere und härtere Schale als ihre essbaren Verwandten, zudem ist der Anteil an Fruchtfleisch aufgrund der dicken Schale deutlich geringer.
  5. Duft: Ein essbarer Kürbis weist meist einen eher süßlichen und aromatischen Geruch auf. Ein Zierkürbis hingegen besitzt meist einen eher muffligen Duft.
  6. Geschmack: Bestehen noch immer Zweifel, gilt der Geschmackstest als sicherste Option. Aufgrund der Giftigkeit einiger Arten ist es wichtig, das probierte Fruchtfleisch keinesfalls zu verschlucken. Stattdessen sollte man ein sehr kleines Stück Fruchtfleisch in rohem Zustand aus der Frucht herausschneiden und für einen sehr kurzen Moment darauf kauen. Nimmt man hierbei einen bitteren Geschmack wahr, sollte man das Stück unverzüglich ausspucken, da es höchstwahrscheinlich eine giftige Sorte ist.

Wichtig hierbei ist, das Fruchtfleisch unbedingt in rohem Zustand zu testen, da der bittere Geschmack beim Erhitzen verloren geht, die giftigen Inhaltsstoffe den Kochvorgang jedoch überstehen.

 

Diese Unterscheidung sollte jedes Mal erfolgen, da einige Arten von Zierkürbis in jungen Wachstumsstadien genießbar sind, jedoch im Laufe ihres Wachstums die schädlichen Giftstoffe herausbilden. Somit sollte man sich nicht auf früheres Probieren einer Art verlassen, da der Giftgehalt stark schwanken kann.

Warum ist ein Zierkürbis giftig?

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Zierkürbisse enthalten den Bitterstoff Cucurbitacin, welcher auch für den bitteren Geschmack verantwortlich ist. Bei Aufnahme der Giftstoffe kann es zu sehr starker Übelkeit und Bauchschmerzen kommen. Auch Erhitzen zerstört diese Giftstoffe nicht, obwohl der bittere Geschmack verschwindet.

Aus Speisekürbissen wurde das Cucurbitacin durch Züchtung entfernt, Zierkürbisse weisen diese Stoffe jedoch weiterhin auf. Aufgrund besonderer Züchtungen und Kreuzungen gibt es jedoch auch Zierkürbissorten, die vor allem in jungem Wachstumsstadium genießbar sind.

Grüner Hokkaido essbar?

Der grüne Hokkaido ist eine kleine eher flach bis rundlich geformte Kürbissorte mit gerippter Schale, die ihren Namen der charakteristischen grünen Farbe der Schale zu verdanken hat. Im Inneren weist er ein orange-gelbliches Fruchtfleisch auf.

Der Hokkaido stammt aus Japan und ist nicht nur essbar, sondern gilt auch als sehr gesund. Die Früchte des Hokkaido werden circa 1,5-2 kg schwer und enthalten viel Karotin sowie eine Vielzahl an Vitaminen.

Ebenso wie bei dem bekannteren, großen und rötlich gefärbten Hokkaido kann man die Schale des Kürbisses mitessen, was bei den meisten Sorten nicht der Fall ist. Zudem kann er auch roh verzehrt werden.

Welcher Kürbis ist nicht essbar

Einige Arten der Gattung Zierkürbis dürfen jedoch keinesfalls verzehrt werden, auch nicht in jungen Wachstumsstadien. Man verwendet sie deshalb nur zu Dekorationszwecken. Welcher Zierkürbis giftig ist, wird im Folgenden aufgelistet:

Bicolor Spoon: Schale meist halb gelb, halb grün gefärbt, länglich gebogene Form

Flat Stripes: flach bis rund geformt, mit grün und weiß gestreifter Schale

Pear bicolor: birnenförmig, oft gestreift, 7-10cm groß

Shenot Crowns: gehört zu den Kronenkürbissen, Farben reichen von Weiß bis Gelb-Orange

Kelle bicolor: zweifarbiger Kürbis in Form einer Kelle, bleiben sehr klein (circa 10 cm)

Ball Orange: kugelrunder Kürbis, ca. 10 cm groß

Autumn Wings: besonders vielfältige und auffällige Formen und Farben

Gourd Verruqueuse: viele Farbschattierungen mit Warzen auf der Schale

Zierkürbis: Essbare Sorten

Unter den Zierkürbissen gibt es jedoch auch essbare Arten. Dazu gehören z.B. die Kronen- bzw. Krallenkürbisse, welche man durch lange Auswüchse, welche an eine Krone oder an Krallen erinnern, erkennt. Junge Früchte dieser Art können bedenkenlos verzehrt werden.

Gleiches gilt für den Mandarin-Kürbis – auch bekannt unter dem Namen Jack be Little – , welcher wie der Hokkaido samt Schale verzehrt werden darf und für die Sorten Sweet Dumpling, Baby Boo und Rondini. Der Geschmack dieser Sorten ist wohlschmeckend süß und ähnelt dem Geschmack von Esskastanien.

Auch die Sorten des Yellow Crookneck und der Bischofsmütze dürfen mit Einschränkungen verzehrt werden. Da diese Sorten im Verlauf ihres Wuchses Bitterstoffe bilden, dürfen diese Arten nur in jungem Alter verzehrt werden. Zudem sollte vorab ein Geschmackstest mit dem rohen Fruchtfleisch erfolgen.

Zierkürbis anbauen

Zierkürbisse werden nicht nur gerne als Dekoration und zum Verzehr verwendet, auch im Garten lassen sie sich recht gut anpflanzen und sorgen im Herbst für ein bunt gefärbtes Gemüsebeet.

Hierbei sollte man sich jedoch vorab über die Verbreitung der Bitterstoffe informieren. Baut man in einem Garten Zier- und Speisekürbisse gemeinsam an, ist die Wahrscheinlichkeit einer Kreuzbestäubung durch Insekten hoch, wodurch die giftigen Bitterstoffe des Zierkürbis auch in den vermeintlich essbaren Zierkürbis auftreten.

Selbst wenn nur Speisekürbisse kultiviert werden, ist die Gefahr einer Übertragung aus umliegenden Gärten hoch, sodass verschiedene Maßnahmen getroffen werden müssen, um eine Kreuzbestäubung zu verhindern.