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Erdgewächshaus (Walipini)

Ein Erdgewächshaus oder Walipini erfordert ausreichend Planung und entsprechende Materialien. Ob man sich nun für den Kauf oder das Selber bauen entscheidet – ein derartiges Gewächshaus bringt einige Vorteile mit sich. Insbesondere zur Überwinterung greifen viele Gärtner auf diese Variante zurück.

 
Erdgewaechshaus-Walipini-bild

Weist der eigene Garten über genügend Fläche auf, so kann ganz den eigenen Ansprüchen entsprechend über den Bau eines Erdgewächshauses nachgedacht werden. Auf diese Weise können Pflanzen zu jeder Zeit geschützt werden. Gerade dann, wenn die Pflanzen von Natur aus eher sensibel sind hat ein derartiges Gewächshaus gegenüber einem klassischen Modell einige Vorzüge zu bieten. Es gibt Eigenschaften, die dafür sprechen und Eigenschaften, die eher gegen ein Erdgewächshaus tendieren.

Die Vorteile eines Erdgewächshauses

Vorteilhaft bei einem solchen auch als Walipini bezeichneten Gewächshaus ist vor allem die Bauweise. Dadurch, dass es in die Erde hineinragt , kann es bei kalten Temperaturen Pflanzen besser schützen.

  • In besonders kalten Wintern kommt dem Gärtner diese Eigenschaft gerade bei überaus empfindlichen Pflanzen und Gemüsesorten zugute.
  • Daneben profitiert man von einem ausreichenden Windschutz und der Bereich im Gewächshaus wird mit viel Wärme ausgestattet.
  • Erfahrungen zeigen, dass selbst bei sehr kalten Temperaturen unter Minus 10 Grad Celcius noch Temperaturen deutlich über 0 Grad möglich sind.
  • In der Praxis zeigt sich, dass vor allem die Tatsache, dass das Gewächshaus durch umliegende Erde besonders geschützt ist, für das Erdgewächshaus spricht.
  • Ebenfalls sorgt die umliegende Erde dafür, dass das Gewächshaus stabil bleibt und äußeren Wetterbedingungen somit gut standhalten kann.

Oftmals zeigt sich auch, dass sich ein derartiges Häusschen einfacher reinigen lässt, da die Dächer besser erreichbar sind. Bauanleitungen gibt es jedoch nur wenige, weshalb man oft auf einen Profi angewiesen ist. Generell gibt es nur wenig Informationen zu dieser vor allem in den Anden von Südamerika häufig verwendeten Gewächshausart.

Die Kombination des Walipini mit einem Hühnerstall

Den eigenen Bedürfnissen entsprechend gibt es auch Varianten, die sich mit der Tierhaltung in Einklang bringen lassen. Ein Erdgewächshaus lässt sich so gut mit einem Tiergehege oder Hühnerstall kombinieren, wenn es selbst gebaut wird. Hierzu gibt es auch eine genaue Beschreibung im Buch von Margit Rusch, welches den Titel "Anders gärtnern" trägt.

Dort wird auch empfohlen auf dem Dach eine immergrüne Pflanze einzusetzen, die das Dach im Sommer kühl und im Winter warm hält. In dem Fall liegt jedoch der Fokus auf ein selbstregulierendes Hühner-geheiztes Gewächshaus. Ein solches Modell zu kaufen erscheint schwierig, weshalb der Eigenbau zumeist die einzige Möglichkeit bleibt.

Erdgewächshaus selber bauen mit grober Bauanleitung

erdgewaechshaus-bauDer Eigenbau ist mit entsprechendem Zubehör, ein wenig Fachkenntnis und der richtigen Anleitung problemlos möglich. Zunächst gilt es jedoch den Standort und die Größe genauer zu planen. Stehen diese beiden Faktoren fest, so bleibt noch zu klären, wie tief das Erdgewächshaus in den Boden ragen soll. Zumeist werden hier 1,5 Meter empfohlen. Auf diese Weise erhält das Häusschen die nötige Stabilität.

Empfohlen wird, dass ein Draht von circa 30 Zentimeter unter der Erde gezogen wird, sodass die Wurzeln der Pflanzen ausreichend Platz zur Verfügung haben. Ein guter Nebeneffekt ist der, dass Wühlmäuse und Maulwürfe so abgehalten werden. Zuerst geht es an das Graben. Anschließend wird ein Fundament erstellt und auch sollten feste Mauern nicht weggelassen werden. Nachdem das Fundament fertig ist, wird ein Versorgungsgraben quer durch den Garten geschaffen, der eine Versorgung mit Netzwerkkabel, Strom und Wasser sicherstellt. Anschließend geht es an den Querschnitt, groß genug um Glas oder Doppelstegplatten tragen zu können.

Es sollte zudem sichergestellt werden, dass das Dach in einem 90° Winkel zur Wintersonne geneigt ist und die Sonne so optimal eingefangen wird. Für das Dach werden entweder Doppelstegplatten oder Thermoglasscheiben verwendet. Für eine gute Belüftung wird in jeder Fensterreihe jeweils unten und oben eine große Lüftungsklappe eingebaut.

Diese Bauanleitung ist sehr grob und soll grundsätzlich die wichtigen Eckpfeiler schildern. Bauanleitungen können kostenpflichtig erstanden werden. Empfehlenswert ist hier das Handbuch „Kleine grüne Archen: Passivsolare (Erd-)Gewächshäuser selbst gebaut“ mit der ISBN Nummer 3936896658. Eine nicht ganz optimale kostenlose Anleitung auf Englisch zum Eigenbau findet sich hier: https://www.peakprosperity.com/walipini-style-greenhouses/

Wo kann man ein Erdgewächshaus kaufen?

Es scheint so als werden lediglich freistehende Gewächshäuser fertig zum Kauf angeboten. Möchte man jedoch ein Erdgewächshaus kaufen, so muss ein Profi beauftragt werden. Es gibt durchaus auch fertige Gewächshäuser, die sich als Basis nutzen lassen, jedoch sind diese von Natur aus nicht so konzipiert, dass sie in die Erde hineinragen. Auf Pinterest findet man einige Bilder, wie solch ein fertiges Erdgewächshaus aussehen kann.

Das Walipini als unterirdisches Gewächshaus bringt jedoch einige Vorteile mit. Der Eigenbau ist dabei recht kostengünstig, erfordert jedoch etwas Geschick. Mit passiver Solarenergie kann das Gewächshaus auch im Winter warm gehalten werden. Bei dem obigen Bild handelt es sich um einen Screenshot von der Plattform Pinterest.

Daniela Lamberti
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