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Feigenbaum

Mit einem Feigenbaum kann man sich einen Hauch Mittelmeer in den Garten holen. Bis vor einigen Jahren war nur mediterranes Klima diesen wunderschönen Bäumen und ihren süßen Früchten vorbehalten.

 
Feigenbaum

Spezielle Züchtungen ermöglichen nun die Ernte bereits im eigenen Garten. Was man dabei beachten soll, ist Thema dieses Ratgebers.

Feigenbaum ist nicht gleich Feigenbaum

Einen Feigenbaum pflanzen beginnt mit der richtigen Auswahl. In unseren Breiten muss es eine selbstbefruchtende, winterharte Pflanze sein, damit im Herbst die süßen Früchte zahlreich geerntet werden können. Zusätzlich ist zu beachten:

  • Es darf sich nicht um eine sogenannte Zierfeige handeln, sondern es muss ein „echter“ Feigenbaum sein.
  • Nur ein selbstbefruchtender Baum, trägt im Herbst Früchte und ist weitgehend gegen die Feigengallwespe, resistent.
  • Um Kältephasen gut zu überstehen, ist ein winterharter Baum nötig.
  • Die Sorte soll ertragreich und widerstandfähig sein.
  • Beim Feigenbaum pflanzen ist darauf zu achten, dass genügend Platz zur Verfügung steht, da solche Bäume – sortenabhängig – schon mal bis zu 5 Meter in die Höhe wachsen.
  • Der gewählte Standort ist idealerweise sonnig und windgeschützt. Am besten ein Innenhof oder an einer wärmespeichernden Hauswand. Steht so ein Platz nicht zur Verfügung ist die Haltung als Kübelpflanze auch möglich, damit der Baum frostsicher überwintern kann.

Beachtet man diese Punkte, hat man schon mal eine gute Basis geschaffen und man kann im Herbst eine gute Ernte erwarten.

Wenn aus Platz oder klimatischen Gründen einer Kübelpflanze der Vorzug gegeben wird, so muss man damit rechnen, dass wegen des beengten Platzgefäßes keine erntbaren Früchte ausgebildet werden.

Richtiges Pflanzen eines Feigenbaumes

Feigenbäume bevorzugen nähstoffreiche, durchlässige Böden. Grundsätzlich ist ein Feigenbaum eine sehr genügsame Pflanze. Das Wachstum hängt vom Nährstoffangebot im Boden ab und ob dieser gut entwässert.

Herbst oder Frühjahr ist die richtige Pflanzzeit. Der Baum sollte beim Pflanzen noch keine Blätter tragen und das Pflanzloch nach unten entwässern. Nach dem Pflanzen sollten keine Nachtfröste mehr auftreten, das ist meist dann der Fall, wenn die „Eisheiligen“ schon vorbei sind.

Wird der Baum zu spät gepflanzt – erst Sommer oder Herbst – besteht zu wenig Zeit um Wurzeln zu bilden.

Der junge Baum muss während einer Woche täglich gründlich angegossen werden, da die feuchte Erde beim Anwurzeln hilft.

Als Stütze kann man einen Stock oder Pfahl einsetzen, damit der Baum gerade und in die richtige Richtung wächst. Für die Überwinterung sollte man ein paar Dinge beachten. Infos hierzu in dem Artikel Feigenbaum überwintern.

Feigenbaum düngen

Das Beste ist, wenn der Boden soviel Nährstoffe liefert, dass auf eine Düngung verzichtet werden kann. Es kann im Frühjahr eine Nachdüngung mit organischem Dünger wie Mist oder Kompost erfolgen. Im Bedarfsfall kann man auch einen mineralischen Feigen Dünger beimengen.

Welche Sorten kommen in Frage?

FeigeWie schon erwähnt sind in unseren Breiten winterharte Sorten zu empfehlen. Winterhart bedeutet in dem Fall, dass der Baum Temperaturen bis -20 Grad Celsius übersteht.

Solche Sorten tragen so klingenden Namen wie „Early Dark“, „Two Timer“ oder „Bornholmfeige“.

Bedingt winterharte Sorten (bis -12 Grad) sind beispielsweise „Dalmatie“, „Morena“, „Rosetta“ oder auch „Bayernfeige“.

Neben den klimatischen Bedingungen kann man Feigen auch nach individuellen Geschmacksrichtungen und der Farbgebung auswählen:

  • Ab Anfang August liefert die Sorte „Dalmatie“ süße, aromatische und große Früchte.
  • Mit der „Dauphine“ erhält man ausgezeichnet schmeckende große, grünviolette Scheinfrüchte.
  • Die „Madeleine de deux Saisons“ erfreut mit zahlreichen saftigen und süßen Früchten, die gelbgrün gestreift auch farblich eine prächtige Bereicherung im Garten sein können.
  • Wohlschmeckende, kleine schwarzblaue Früchte erhält man mit der Sorte „Negronne“.

Pflege des Feigenbaumes

Feigenbäume sind weitgehend pflegefrei, aber sie gelten als schnittfreudig. Sie treiben rasch neu aus, wenn abgestorbene Äste und Zweige entfernt werden.

Die Fruchtknoten wachsen sowohl am neuen, als auch am letztjährigen Holz und daher wird man die Spitzen abwechselnd beschneiden.

Für die Krone kann man einen Erziehungsschnitt vornehmen, um sie in Form zu bringen. Ein optimaler Schnitt bildet einen Haupt- und mehrere Nebentriebe aus. In mehreren Jahren kann man damit ein Baumgerüst mit schöner, weitastiger Krone aufbauen.

Der beste Zeitpunkt zum Schneiden ist vor dem Austrieb, also die Monate Februar und März. Ein Schnitt im Spätherbst könnte dazu führen, dass die Zweige zurückfrieren und der Baum ernsthaft geschädigt wird.

Für den richtigen Schnitt sollte man folgende Punkte beachten:

  • Immer von unten nach oben arbeiten.
  • das Werkzeug ist sauber und scharf.
  • Triebe in Bodennähe, die sich in ihrem Wachstum behindern zuerst entfernen, dann erst die dünneren Äste und Zweige beschneiden.
  • Beschädigungen mit geeignetem Mittel bestreichen.
  • Zweijährige Triebe nicht beschneiden, denn sie sind es, die im Folgejahr Früchte tragen.

Feigenbaum pflanzen – Feigen ernten

Für unsere Breiten ist ein selbstbefruchtender Baum die beste Lösung. In südlichen Regionen ist es die Feigenwespe, die für eine Befruchtung sorgt. Die ist aber bei uns nicht heimisch und so muss die Selbstbefruchtung als Ersatz greifen.

Die reifen Früchte, deren Wachstum im Frühjahr schon sichtbar ist, kann man im Herbst ernten. Bei bestimmten Sorten (zum Beispiel „Two Timer“) ist auch eine zweimalige Ernte im Jahr möglich.

Um zu vermeiden, dass die Früchte „überreifen“, sollte die Ernte nicht zu spät erfolgen.

Daniela Lamberti
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