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Frontmähwerk mit Aufbereiter

Mähen und gleich aufbereiten – das klingt schon mal ganz gut. Arbeitsersparnis und Steigerung der Qualität inklusive. Alles was über Frontmähwerk mit Aufbereiter zu wissen ist, Bezugsquellen – ob neu oder gebraucht, Funktions- und Arbeitsweise, ist in diesem Artikel zu finden.

 
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Arbeitsweise eines Frontmähwerks

Ein Aufbereiter wird auch als „Konditionierer“ bezeichnet. Er beschleunigt die Trocknung von Grüngut dadurch, dass die Wachsschicht, die die Verdunstung hemmt angebrochen, gequetscht und zerstört wird.

Der Aufbereiter ist am Mähwerk angebaut, stellt also ein zusätzliches Gerät dar, mit zusätzlichen Kosten. Ca. 50% Mehrkosten sind da schon zu kalkulieren. Zu bedenken ist auch, dass die Leistung der Zugmaschine etwas höher sein muss, um die Arbeit Mähen und gleichzeitig aufbereiten zu bewältigen.

Vorteil dabei ist aber, dass ein Arbeitsgang erspart wird und das Gras intensiver aufbereitet wird, breiter liegt und schneller trocknet. Auch ohne den Einsatz eines Kreiselwenders. Damit ist das Gras für die Silage optimal aufbereitet.

Beim Aufbereiter befinden sich bis zu 60 elastische und V-förmige Finger, die auf einer Welle rotieren und das vom vorlaufenden Mähwerk geschnittene Gras gleichmäßig und breit verteilt auflegen. Das unterstützt den Trocknungsvorgang enorm und die Kosten können sich rasch amortisieren, weil eben sämtliche erforderliche Arbeitsschritte an einem Tag ausgeführt werden können.

Welche Arten von Aufbereitern es gibt

Wie meistens üblich, gibt es Bauarten, Varianten für diese Geräte. Beim Aufbereiter sind dies:

  • Der Zinkenaufbereiter, der das Mähgut mit einer schnelldrehenden Welle, auf der Zinken aus Metall angebracht sind, beschleunigt. Es gibt die Zinken aus Kunststoff, die meist starr montiert sind. Zinken aus Stahl dagegen, sind wie ein Pendel aufgehängt.

Mit einer Drehzahl bis 1100 Umdrehungen pro Minute und der Veränderung des Winkels der Zinken, kann der Bodenbeschaffenheit und unterschiedlichem Mähgut optimal begegnet werden.

  • Walzenaufbereiter, die das Mähgut zwischen profilierten Scheiben aus Stahl oder Kunststoff quetschen.

Die Walze hat einen Durchmesser bis zu 40 cm, bei Rotationen zwischen 700 und 1300 Umdrehungen pro Minute. Ihr Einsatz erfolgt meist auf Klee- oder Luzerneflächen.

Welche Vorteile ein Aufbereiter bringt

Wie bereits eingangs erwähnt sind die Faktoren Zeit und menschliche Arbeitskraft die bestimmenden Determinanten, wenn es um die ökonomische Darstellung der Vorteile geht. Es macht ganz einfach gesagt, einen Unterschied ob eine Bodenfläche in einem Arbeitsgang bearbeitet wird, oder deren mehrere dazu braucht.

Es macht gerade beim Grünfutter einen wesentlichen Unterschied aus, wie schnell das Mähgut „einfuhrfertig“ abtrocknet. Versuche haben ergeben, dass dies bis zu vier Stunden früher geschieht, als bei der herkömmlichen Arbeitsweise:

  • Mähen und dann mit Kreiselwender darüber gehen. In Zeiten kaum berechenbarer Wetterlagen und zunehmender Tendenz zu kleinräumigen Starkregen, eine nicht zu unterschätzender Vorteil.
  • Während beim Nachbarn das Gras für mehrere Tage nach einem Regen trocken muss, ist Ihr Futter bereits wenige Stunden nach dem Mähen sicher eingefahren.
  • Versuche bei Belüftungs- und Silageheu zeigen, dass die sogenannten „Bröckelverluste“ durch das Knicken und Quetschen geringfügig steigen, der Aufbereiter sollte also nicht zu bissig eingestellt sein.
  • In der Anwelksilage sinkt der pH-Wert rascher und tiefer, die Milchsäuregärung wird beschleunigt, das Risiko von Fehlgärungen sinkt – die Silage wird stabiler.

Was gegen die Aufbereiter-Technik spricht

In erster Linie die Kosten. Die Anschaffung kann bei mehreren Tausend Euro liegen, wobei Walzenaufbereiter teurer sind, als die Variante mit Zinken. Zu bedenken ist dass ein Zettvorgang (Heuwendung) eingespart wird, die Auslastung eines vorhandenen Zetters jedoch sinkt. Die Eigenmechanisierung und damit der Kapitaleinsatz steigen.

Frontmähwerk mit Aufbereiter: Kraftstoffverbrauch steigt

Der Kraftstoffverbrauch steigt und möglicherweise ist auch der Umstieg auf ein stärkeres Zuggerät erforderlich, da Aufbereiter rund 30% mehr Energie benötigen. Da der Aufbereiter breit streut, besteht bei einem Frontmähwerk auch die Gefahr, dass das Mähgut überfahren und dadurch zu stark verdichtet wird.

Aufbereiter nehmen zwar keinen Schmutz auf, verteilen jedoch vorhandenen Kot und Dreck intensiver im Futter, vor allem wenn das Mähwerk sehr tief eingestellt ist.

Auswaschungsverluste

Falls es in der Liegezeit zu Niederschlägen kommt, werden die Auswaschungsverluste erhöht, die Wiederbefeuchtung des Futters ist intensiver, was zu einer längeren Liegezeit führt. Wird ein Trommelmähwerk eingesetzt, dann ist die Wirkung des Aufbereiters eingeschränkt.

Wichtige Punkte bei der Anschaffung eines neuen Frontmähwerks

Ein gutes Frontmähwerk sollte einen Klingenschnellwechsel mitbringen und eine einfache Wartung bieten. Außerdem ist eine optimale Leichtzügigkeit von Vorteil.

Ebenfalls wichtig sind die Eigenschaften Arbeitsbreite (sollte für den gewünschten Zweck ausreichend sein) sowie das Gewicht des Frontmähwerks. Je leichter, desto besser in der Praxis. Viele legen zudem Wert auf ein Scheibenmähwerk mit Federentlastung.

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Frontmähwerk mit Aufbereiter kaufen

Es gibt immer noch den herkömmlichen Weg über den Fachhandel, Ausstellungen und Messen, bei denen die Geräte und Frontmähwerke besichtigt und möglicherweise sogar ausprobiert werden können. Das macht bei dem Preis der Anschaffung durchaus Sinn.

Andererseits ist das Internet eine schier unerschöpfliche Quelle, um auf die Suche zu gehen und nach dem optimalsten Gerät zu recherchieren.

Macht ab 10 Hektar Sinn

Eine Technik, die bei Feldgrößen ab 10 Hektar auch betriebswirtschaftlich Sinn macht. Allerdings ist die vorhandene Mechanisierung einer Neu- oder Gebrauchtanschaffung gegenüberzustellen. Die Geräte gibt es Neu- und gebraucht in allen möglichen Varianten.

Als Entscheidungsgrundlage können die unzähligen Foren und Erfahrungsberichte dienen, die bei einer entsprechenden Recherche zu finden sind.

Für kleine Zuggeräte, wie Quads und Kleintraktoren gibt es kaum entsprechende Geräte am Markt, weil diese Maschinen kaum die erforderliche Nutzfläche bedienen können und auch die Motorisierung kaum die nötige Power aufweist.

Daniela Lamberti
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