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Gemüse ohne Erde anbauen

Der Gemüsegarten ist für viele Gartenliebhaber ein Muss. In ihm werden alle möglichen Gemüsesorten angepflanzt, die zur eigenen Nutzung gebraucht werden.

 
Pflanzen ohne Erde

In der Regel wird dazu ein Stück im Garten abgezweigt, das mit Anzuchterde bestückt wird. Aber heute gibt es immer mehr Gemüsezüchter, die auf Erde verzichten. Mittlerweile können unzählige Pflanzenkulturen auch ohne Erde angebaut werden:

  • Tomaten
  • Gurken
  • Pilze
  • Zierpflanzen

Diese sind nur einige der erdlosen Pflanzen. Grundsätzlich werden die Pflanzen über die Erde mit Nährstoffen versorgt, dazu gehören Kalium, Stickstoff und auch Phosphor. Diese Nährstoffe sorgen dafür, dass die Pflanzen anständig wachsen und reich Früchte tragen. Bei dem Verfahren ohne Erde bekommen die Pflanzen ihre notwendigen Nährstoffe über ein spezielles Wasser-Dünger-Gemisch. Das ist auch unter dem Namen Nährlösung bekannt.

Gärtnern auf Stroh

Das Gärtnern auf Stroh liegt voll im Trend und wird schon von vielen Hobbygärtnern verwendet. Gerade wegen der unbeständigen Wetterverhältnisse ist das Gärtnern auf Stoh eine ideale Alternative. Die Pflanzen werden dazu ganz einfach auf einen Wurzelballen gesetzt. Allerdings ist die Aufgabe nicht so einfach. Das Stoh muss für diese Aktion gut vorbereitet werden. Der Stohballen muss 10 Tage präperiert werden. Dazu wird er mit Wasser und Düngerpräperaten bestückt.

Dadurch wird das Stroh ganz weich und kann sich mit der Zeit dann in brauchbares Humus verwandeln. Erfahrungen zeigen, dass ein Tag gießen und ein Tag düngen im Zeitraum von 10 Tagen ausreichend ist, um den Strohballen optimal vorzubereiten. Am dem sechsten Tag beginnt der Rotteprozess, das wird durch den leicht süßlichen Geruch deutlich. Daran stellen Sie fest, dass Sie alles richtig gemacht haben.

Für die Pflanzung auf Stroh wird natürlich auch Dünger benötigt. Es gibt einige organische Düngersorten, die sich eignen, darunter Horngries oder Guano. Die Nährstoffe ziehen sofort in das Stroh ein und können von der Pflanze ungehinert aufgenommen werden.

Für eine einfache Bepflanzung müssen Sie einen guten Strohballen haben. In der Regel werden recheckige Ballen empfohlen, die klein oder etwas größer sind. Runde Ballen sind nicht so gut geeignet. Sie sind unhandlich und viel zu schwer. Eine gut überschaubare Fläche ist für das Anpflanzen perfekt.

So können Sie sich in Ruhe für ein paar aufgewählte Pflanzenarten entscheiden und haben nicht zu viele Exemplare. Achten Sie auch auf die Herkunft des Strohballens. Strohballen auf konventionellem Anbau sind ungeeignet, denn sie beinhalten viele Herbizidrückstände.

Sie können den Strohballen für den Anbau ganz einfach ins Gras legen, sollten ihn aber gut fixieren.  Ein einfacher Holzrahmen ist ideal und im Handumdrehen gebaut.

Statt Erde einfach Substrat nehmen

SubstratHeute wird die erdlose Variante schon in vielen Gärtnereien praktiziert. Damit die Pflanzen anständig wachsen, werden sie in mineralische Substrate eingepflanzt. Dazu gehören unter anderem Steinwolle und Perlite. Aber auch in synthetische Subtrate können Pflanzen eingesetzt werden. Der bekannteste synthetische Stoff ist in dem Fall Schaumstoff. Diese speziellen Substrate sind für den Halt der Pflanze zuständig.

Die Wurzeln können sich in den Substraten ausbreiten und finden ausreichend Halt. Zudem sind die Substrate als gute Wasserspeicher bekannt. In seltenen Fällen können Pflanzen auch in flüssigen Nährstofflösungen angepflanzt werden. Allerdings sind alle Wurzeln vollkommen frei und haben keinen festen Halt. Die Pflanzen werden mit einer speziellen Nährlösung besprüht, damit die Wurzeln nicht austrocknen und trotzdem ausreichend Nährstoffe aufnehmen können.

Erdloser Gemüseanbau – Wasser und Dünger ist entscheidend

Schon beim herkömmlichen Gemüseanbau muss das richtige Maß von Wasser und Dünger gefunden werden. Genauso verhält es sich aber auch mit dem erdlosen Verfahren. Die exakte Dosierung ist wichtig. Gerade bei den Verfahren, die komplett auf Substrate verzichten, sind schwierig und die Wasser- und Düngezufuhr muss genau kontrolliert werden. Substrate dienen noch als Puffer und nehmen die Nährstoffe auf. Aber ohne Substrate liegt die Pflanze vollkommen frei.

Idealerweile bieten sich vollautomatische Steuerungssysteme an, die überwiegend in großen Gärtnereien verwendet werden. Bei kleinen Gärten sollte ein Kalender geführt werden. Dadurch kann eine optimale Versorgung aller Pflanzen sichergestellt werden.

Funktion des Substratverfahrens

Im Grunde werden die Pflanzen auf Containern oder Foliensäcken zum Wachsen gebracht. Für eine Pflanze wird eine Menge von etwa zwei bis fünf Litern Substrat benötigt. Die Pflanze muss täglich bis zu 30x gewässert werden.

Das liegt daran, dass keine Erde vorhanden ist, die das Wasser aufnimmt und bei Bedarf an die Pflanze abgeben kann. Es wird eine spezielle Nährstofflösung benötigt, die auf die Pflanze abgestimmt ist. Die Nährlösung wird extra für diese Pflanzenart gemischt und muss regelmäßig zur Pflanze gegeben werden.

Welche Vorteile bietet das Gemüse ohne Erde anbauen?

  • Wasser- und Nährstoffzufuhr wird an die Pflanzen angepasst
  • Schnelleres Wachstum
  • Höhere Erträge
  • sehr geringer Arbeitsaufwand durch automatische Systeme
  • Betriebskosten der Gärtnereien werden gering gehalten
  • Erkrankungen durch Bakterien oder Pilze sind Ausnahmen

Welche Nachteile bietet das Gemüse ohne Erde anbauen?

Im Prinzip gibt es nur einen Nachteil, der gegen Gemüse ohne Erde anbauen spricht. Für einen größeren Garten ist viel Technik und Unterhalt notwendig. Bei einem kleineren Garten hingegen ist der Zeitaufwand sehr hoch.

Daniela Lamberti
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