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Glyphosat

Zunächst einmal ist Glyphosat eine chemische Verbindung, die der Gruppe der Phosphonate zugeordnet wird. Im Jahre 2017 kam der als Unkrautvernichter eingesetzte Stoff allerdings überraschend zu hoher Popularität, als die EU-Kommission das umstrittene Unkrautvernichtungsmittel um weitere fünf Jahre zulässt.

 
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Was ist Glyphosat?

Die chemische Verbindung Glyphosat gehört zur Gruppe der Phosphonate und wurde in den 1970er Jahren von Monsanto entwickelt. Der Stoff ist Hauptkomponente von einigen Breitband- bzw. Totalherbiziden und ist auch unter dem Markennamen Roundup als Unkrautvernichtungsmittel im Handel erhältlich. In Herbiziden kommt Glyphosat weltweit zum Einsatz – so in der Landwirtschaft, dem Gartenbau, aber auch in Privathaushalten. Der Einsatz gilt als stark umstritten, weshalb die EU Ende 2017 erneut über eine Zulassung bewerten musste.

Kritik zum Unkrautvernichter

Es gibt einige Kritikpunkte, die gegen das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat sprechen. Die Effektivität ist jedoch bereits seit Jahrzehnten bekannt, weshalb Landwirtschaft und Gartenbau von einem Verbot des Stoffes nicht profitieren würden. Anlass für die Kritik sind einige kontrovers diskutierte Studien über potentielle Gesundheitsgefahren bis hin zu einer möglichen krebserregenden Wirkung. Hierzu 5 Fakten:

  • Eine 2015 gestartete europäische Bürgerinitiative forderte das Verbot von Glyphosat und sammelte hierfür 1,3 Millionen Unterschriften.
  • Experten beurteilen den Unkrautvernichter auf Basis diverser Studien als wahrscheinlich krebserzeugend.
  • Die EFSA sowie andere Organisationen widerpsrachen dem Ergebnis der Internationalen Agentur für Krebsforschung.
  • Bis 2015 wurde Glyphosat weltweit in 20 Ländern (über 91 Chemieunternehmen) hergestellt.
  • Das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung plädiert für eine nicht krebserregende Bewertung.

Es gibt Stimmen, die verlauten lassen, dass der Hersteller Monsanto versucht hatte die EFSA positiv zu beeinflussen. Bewiesen werden konnte dies bisher nicht eindeutig.

Dem BfR wird durch Umweltaktivsten vorgeworfen Passagen aus industriellen Studien kopiert zu haben, in den Einleitung des Dokuments wurde dies jedoch anders dargestellt. Es gab in der Vergangenheit also sehr hohen Diskussionsbedarf.

Zulassung von Glyphosat

1974 wurde Glyphosat unter dem Markennamen Roundup erstmals in St. Louis, USA zugelassen. Anfang 2017 schränkte das BVL im Rahmen der Zulassung Glyphosat-haltiger Pflanzenschutzmittel die Anwendungsmöglichkeiten für nicht berufliche Anwender weiter ein. Im November 2017 fand eine Neubewertung und Zulassung für weitere 5 Jahre durch die EFSA statt. 18 der 28 EU-Länder stimmten dafür.

Glyphosat Anwendung und Wirkungsweise

Unkrautvernichter, die Glyphosat enthalten gelten als sehr effektiv gegen Unkraut. Der Stoff wirkt auf alle grünen Pflanzenteile, egal ob dabei eine ein- oder zweikeimblättrige Pflanze behandelt wird.

Glyphosat wird lediglich auf die Blätter von unerwünschtem Unkraut gegeben – so z.B auch Löwenzahn. Das Unkrautvernichtungsmittel zirkuliert nach Eindringen über die Blattoberfläche im Saft der betroffenen Pflanze und wirkt systemisch.

unkraut-vernichten

Stoffwechselprozesse werden unterbrochen und spätestens nach 7 Tagen (abhängig von der Witterung) geht die Pflanze ein. Glyphosat blockiert auch die Produktion spezieller Aminosäuren, die für das Pflanzen-Wachstum lebenswichtig sind. Die Anwendung wird bei Temperaturen zwischen 10° und 25° empfohlen.

Vorteile:

  • Starker Unkrautvernichter
  • Anwendung im Frühjahr, Sommer und Herbst möglich
  • Ertragssteigerungen bei einigen Nutzpflanzen in der Landwirtschaft um bis zu 30 Prozent
  • Auf Pflügen kann verzichtet werden – Schutz der Böden vor Erosion und Austrocknung
  • Keine Mischung verschiedener Stoffe notwendig

Nachteile:

  • Unterscheidet nicht zwischen ein- oder zweikeimblättrigen Pflanzen
  • Resistenzentwicklung der Pflanzen könnte steigen (glyphosatresistente Kulturpflanzen)
  • Potentiell krebserregend und gesundheitsschädlich für den Menschen
  • Potentiell toxische Wirkungen auf andere Lebewesen, die für den Boden wichtig sind
Daniela Lamberti
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