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Glyzinie (Blauregen)

Blauregen, mit botanischem Namen auch Wisteria genannt, ist eine schöne Kletterpflanze. Der Blauregen gehört zur Familie der Hülsenfrüchtler und darunter zu den Schmetterlingsblütlern. Das Besondere an dieser Pflanze ist, dass sie zweimal im Jahr blüht.

 
Blauregen

Glyzinie – Herkunft und Geschichte

Ihren Ursprung haben die verschiedenen Wisteria Arten in Nordamerika und Ostasien. Insgesamt gibt es zwischen sechs und zehn verschiedene Arten. Der Kletterstrauch ist eine prunkvolle Pflanze, die bis zu 20 und gar 30 Meter hoch werden kann. Im Vergleich zu anderen Pflanzen blühen Glyzinien nicht nur einmal, sondern zweimal im Jahr. Die erste Wisteria Art wurde von T.Nutall im Jahr 1818 vorgestellt.

Giftigkeit von Blauregen

Obwohl der Blauregen eine wundervolle und anmutende Pflanze ist, ist der Strauch in all seinen Pflanzenteilen giftig. Zu den giftigen Stoffen gehören die so genannten Alkaloide, die in allen Teilen des Blauregens zu finden sind. Lektin kommt überwiegend in den Hülsen und dem Samen vor, während Wistarin sich in den Wurzeln und der Rinde befindet.

Zu den Symptomen einer Vergiftung gehören unter anderem Magenbeschwerden, Durchfall und Erbrechen. Kopfschmerzen, Schläfrigkeit und Schwindel können ebenfalls auftreten. Je nach Grad der Vergiftung ist auch ein Kreislaufkollaps möglich.

Blütezeit der Glyzinie

wisteria BlauregenBlauregen bildet große Trauben, an denen zahlreiche Blüten hängen. In der Regel ist die Pflanze an den kletternden Ästen dicht mit Blütentrauben bestückt. Die Blüten haben eine blaue bis violette Farbe und fallen sofort ins Auge. Neben der reichen Blütenpracht ist auch die Blütezeit bei dieser Pflanze ganz speziell, denn Blauregen blüht gleich zweimal im Jahr. Im Frühjahr, bevor die ersten Blätter am Baum erscheinen, zeigt sich die erste Blüte. Eine zweite Blühphase, die jedoch nicht so prachtvoll ausfällt, folgt in den Sommermonaten Juli und August.

Ende der Blütezeit

Da die Pflanze schon vor dem Blattaustrieb zum ersten Mal mit ihren blauen Blüten verzaubert, folgt nach dem Frühjahr eine weitere Blütenpracht, die bis in den Sommermonat August reicht. Danach verblüht die Pflanze langsam und verliert ihre reifen Hülsenfrüchte.

Glyzinie – Schneiden und Pflege

Um einen Wildwuchs zu vermeiden, und den Blauregen immer schön in Form zu halten, sollte der Kletterstrauch regelmäßig geschnitten werden. Ist das nicht der Fall, wächst die Pflanze relativ schnell in alle Richtungen. Am besten ist es, wenn die Pflanze zweimal im Jahr geschnitten wird.

  1. Die beste Zeit für den ersten Schnitt ist zwei Monate nach der ersten Blüte. Dann werden alle Seitentriebe mit einer scharfen Baumschere auf eine Länge von ca. 50 cm gekürzt.
  2. Der zweite Schnitt erfolgt noch vor dem Winter nach der zweiten Blüten. Es werden wieder die gleichen Triebe gekürzt, sodass bei diesem Schnitt nur jeweils zwei bis drei Knospen an dem Trieb bleiben.

Sollte die Blüte im Laufe der Zeit immer weniger werden, sollten die alten Verästelungen entfernt werden.

Winterhart

 Blauregen ist eine schnell wachsende und robuste Kletterpflanze. Sie kann direkt in den Boden oder in einen Kübel gepflanzt werden. Den Winter und Frost übersteht die Glyzinie ohne Schaden. Sehr kleine Pflanzen, die zudem im Kübel wachsen, können mit einem Vlies abgedeckt und geschützt werden. Ältere Pflanzen und solche, die schon einige Monate im Freien stehen, können problemlos draußen überwintert werden. Obwohl der Blauregen winterhart ist, bevorzugt die Pflanzen einen sonnigen und warmen Standort.

Krankheiten beim Blauregen

Durch eine falsche Pflege oder durch Schädlinge kann der Blauregen verschiedene Krankheiten bekommen.

  • Zu viel Regen, ein zu feuchter Standort oder Staunässe schaden der Pflanze und können Ursache der Vergilbungskrankheit, auch als Chlorose bekannt, sein. Auf den Blättern bilden sich gelbe Flecken – zum Schluss fallen die Blätter ab. Wird der Boden aufgelockert, und eine Drainage aus Kieseln in die Erde gegeben, wird der Boden wieder durchlässig und zu viel Wasser kann ablaufen.
  • Zu den Schädlingen, die dem Blauregen gefährlich werden können, zählen unter anderem Wühlmäuse. Diese bewegen sich unterirdisch in der Erde fort und können die Wurzeln des Blauregens schädigen. Das Aufstellen von Wühlmausfallen ist ein gutes Mittel, um die Schädlinge zu vertreiben.
  • Zu den Schädlingen, die auf der Pflanze leben, gehören Blattläuse und Spinnmilben. Beide lassen sich mit einem handelsüblichen Pflanzenschutzmittel bekämpfen.

Blauregen richtig pflanzen

Damit Glyzinien richtig wachsen können, benötigen sie einen warmen und sonnigen Standort, der gleichzeitig ausreichend Schutz bietet. Da der Boden nicht zu feucht sein darf, sollte die Pflanze nie direkt an die Regenrinne gepflanzt werden. Der Boden sollte weder zu viele noch zu wenige Nährstoffe enthalten und möglichst durchlässig sein. Normale Gartenerde, die mit Rindenmulch gemischt wird, ist ideal. Die Pflanze wird mindestens 50 cm tief in die Erde gesetzt und sollte sofort mit einer Rankhilfe versehen werden.

Auch wenn der Blauregen keine Staunässe verträgt, muss er regelmäßig gegossen werden. Der Boden sollte immer leicht feucht sein. Besonders wichtig ist das in den warmen Sommermonaten und vor der ersten Blüte im Frühjahr. Wird der Erde Rindenmulch beigemischt, kann die Feuchtigkeit besser gespeichert werden. Zum Düngen eignet sich ein Dünger, der gar keinen oder nur sehr wenig Kalk enthält.

Blauregen als Kübelpflanze

Auch wenn die Pflanze sehr groß wird und nicht selten 15 Meter oder mehr misst, kann Blauregen auch im Kübel gut gedeihen. Es ist aber wichtig, von Beginn an einen Pflanztopf zu wählen, der ausreichend groß ist. Denn nur so können sich die Wurzeln richtig entwickeln und aus der Erde wichtige Nährstoffe ziehen. Wächst die Glyzinie im Kübel, wird sie in der Regel nicht so groß. Wichtig ist auch das regelmäßige Düngen, da die Erde im Kübel separiert ist und die Wurzeln im Laufe der Zeit alle Nährstoffe aufgenommen haben. Kübelpflanzen sollten im Winter mit einer dicken Schicht aus Laub und Rindenmulch vor Frost geschützt werden. Bei starken Minusgraden kann zusätzlich ein Vlies um den Topf und den Pflanzenstiel gelegt werden.

Daniela Lamberti
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