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Grundkurs zur Pflanzenbestimmung: PDF

Wer kein Botaniker ist, tut sich oftmals schwer damit, Pflanzen korrekt zu bestimmen. Aus verschiedenen Gründen kann es jedoch hilfreich sein, eine unbekannte Pflanze korrekt identifizieren zu können. Musste man hierfür einst noch Lexika wälzen oder einen Fachmann fragen, gibt es heute vielfältige Möglichkeiten zur Pflanzenbestimmung.

 
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Wer kein Botaniker ist, tut sich oftmals schwer damit, Pflanzen korrekt zu bestimmen. Aus verschiedenen Gründen kann es jedoch hilfreich sein, eine unbekannte Pflanze korrekt identifizieren zu können. Musste man hierfür einst noch Lexika wälzen oder einen Fachmann fragen, gibt es heute vielfältige Möglichkeiten zur Pflanzenbestimmung.

Neben Foren, in denen registrierte User beispielsweise mithilfe von Fotografien andere pflanzenkundige Nutzer um Rat fragen können, erscheinen auch immer mehr Pflanzenbestimmungs-Apps auf dem Markt.

Auch Ratgeber in Buchform sind zum Thema Pflanzenbestimmung erhältlich, aufgrund der Vielzahl der Pflanzenarten und -Familien sind diese Bücher jedoch meist nur auf gewisse Pflanzenarten – z.B. Zimmerpflanzen oder Kräuter – spezialisiert

Während Apps auf eine Bestimmung mittels Bildanalyse setzen, arbeiten Pflanzenbestimmungsbücher meist mit sogenannten Bestimmungsschlüsseln. Hierfür ist zwar ein wenig Beschäftigung mit der Thematik nötig, anhand der Grundlagen ist man aber in der Lage, die meisten Pflanzen selbstständig bestimmen zu können.

Ist eine exakte Bestimmung aufgrund der Vielfalt der Pflanzenwelt nicht möglich, so gelingt es anhand der angewandten Bestimmungsschlüssel doch zumindest, die Pflanzenfamilie soweit einzuschränken, dass eine weitere Klassifikation zumeist möglich ist. Hierfür ist ein Pflanzenbestimmungsgrundkurs hilfreich.

 

Wann ist eine Bestimmung nötig?

Es kann aus den verschiedensten Gründen notwendig bzw. von Interesse sein, eine Pflanze näher zu bestimmen. Erwirbt man selbst eine Pflanze im Handel, ist diese meist mit Name, Gattung und weiteren Informationen versehen. Vereinzelt kann es jedoch auch geschehen, dass diese Information fehlt oder beim Heimtransport versehentlich verloren geht.

Da Pflanzen auch gerne als Geschenk genommen werden – z.B. nach als Einzugsgeschenk nach einem Umzug – kann es mitunter auch geschehen, dass man eine unbekannte Pflanze als Geschenk erhält, ohne deren Namen oder Art zu kennen.

Pflanzenbestimmung im eigenen Garten

Auch im eigenen Garten kann eine Bestimmung der Pflanzen nötig sein. Legt man einen neuen Garten an und setzt dort alle Pflanzen selbstständig, so erhält man bei Kauf meist sämtliche benötigte Informationen über Standort und Ähnliches. Möchte man jedoch einen bereits vorhandenen Garten – etwa des vorherigen Hausbesitzers – auf Vordermann bringen, sind diese Informationen meist nicht mehr gegeben.

Auch für Wanderer kann die Bestimmung von Pflanzen am Wegesrand durchaus interessant sein, sei es auch reiner Neugier und Liebe zur Natur, oder um erkennen zu können, welche Pflanzen essbar bzw. giftig sind.

Warum ist die Pflanzenbestimmung wichtig?

Einige Gründe, warum die genaue Identifizierung einer Pflanze von Interesse sein kann, wurden bereits kurz angesprochen. Die Gründe hierfür unterscheiden sich deutlich je nach Pflanze bzw. je nach deren Verwendungszweck:

Grundkurs zur Pflanzenbestimmung von Zimmer-/Gartenpflanzen

Der wohl wichtigste Grund für die Bestimmung von Pflanzen, welche im Garten gepflanzt werden bzw. in der Wohnung oder auch auf dem Balkon stehen, ist die Tatsache, dass ohne die entsprechenden Informationen eine gute Pflege kaum möglich ist.

Ist bekannt, um welche Pflanze es sich handelt, ist es ein Leichtes, Pflegehinweise nachzulesen. Pflanzen besitzen je nach Art und Herkunft deutlich unterschiedliche Anforderungen:

  • Standort: Während manche Pflanzen in der vollen Sonne platziert werden sollten, vertragen andere dies keinesfalls. Einige Pflanzen sollten zwecks gleichmäßiger Lichtaufnahme regelmäßig gedreht, andere nach Möglichkeit gar nicht mehr bewegt werden.
  • Substrat: Je nach Pflanze unterscheidet sich die Wahl des richtigen Substrats deutlich. Manche Pflanzenarten bevorzugen lehmhaltigen Boden, andere benötigen einen hohen Kalkgehalt oder eine Mischung aus Sand und Erde. Je nach Pflanzenart sind auch spezielle Erdmischungen im Handel erhältlich.
  • Gießen: Der Wasserbedarf von Pflanzen variiert deutlich. Während Kakteen und Sukkulenten wenig Wasser benötigen, müssen andere Pflanzen häufig gegossen werden. Einige Pflanzen bevorzugen ein vollständiges Austrocknen der Erde bis zum nächsten Gießen, andere sollten stets feucht gehalten werden. Zudem gibt es vor allem unter den tropischen Pflanzen einige Arten, welche besprüht statt gegossen werden sollten.
  • Düngen: Viele Pflanzen benötigen gar keine oder eine sehr seltene Düngung, andere hingegen sollten regelmäßig mit Düngemittel versorgt werden.
  • Umtopfen: Während einige Pflanzenarten regelmäßig – oft im Frühjahr – umgetopft werden sollten, bevorzugen andere eine möglichst enge Wuchsform, sodass ein Umtopfen erst erfolgen sollte, wenn der Topf sichtlich zu klein wird.
  • Rückschnitt: Vor allem Gartenpflanzen müssen teils zurückgeschnitten werden – meist vor Beginn des Winters – um ein erneutes Austreiben im nächsten Jahr zu verbessern. Andere Pflanzenarten hingegen sollten keinesfalls geschnitten werden.
  • Wuchsform & Größe: Sowohl im Garten als auch im Haus ist es wichtig, ungefähr abschätzen zu können, welche Höhe und Breite eine Pflanze voraussichtlich erreichen wird. Je nach maximaler Größe kann es vor allem in Zimmern mit der Zeit sonst zu eng für die Pflanze werden. Draußen hingegen stellt sich ohne genauere Kenntnisse über Wuchsform eventuell das Problem, dass die Pflanze zu hoch wird und andere Pflanzen nicht mehr ausreichend Licht erhalten.
  • Früchte & Ernte: Eine Vielzahl von Pflanzen bildet Früchte aus, die zum Verzehr geeignet sind. Auch hier kann es hilfreich sein, bereits vorab mehr über die Pflanze und deren Früchte zu erfahren. Dies kann eine mögliche Ernte verbessern und den Ertrag erhöhen.
  • Giftigkeit: Viele Pflanzen besitzen giftige Stoffe. Je nach Pflanze kann dies so stark ausgeprägt sein, dass sie für den Menschen bei Verzehr gesundheitsgefährdend sein können, andere Pflanzen wiederum rufen bei Hautkontakt zumindest Reizungen hervor. Je nach Giftigkeit können Pflanzen vor allem in eigenen Garten für Kinder oder Haustiere gefährlich werden.

Während eine genaue Zuordnung der Pflanzengattung in Haus und Garten vor allem aufgrund der entsprechenden Pflege sinnvoll ist, werden Pflanzen in freier Natur vor allem aus generellem Interesse an Botanik bestimmt. Zudem dient eine Bestimmung hierbei auch dazu, essbare von giftigen Pflanzen zu unterscheiden und Heilpflanzen zu erkennen. 

Pflanzenbestimmungsgrundkurs per App – Sinnvoll?

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Seit einiger Zeit sind verschiedene Pflanzenbestimmungs-Apps für das Smartphone erhältlich. Da diese stets auf dem Handy verfügbar sind, eignen sie sich besonders für spontane Anwendungen. Diese Apps arbeiten mit einer Erkennung der Pflanze anhand von Fotos.

Da dies mittels Algorithmus arbeiten und die Bilder der Pflanze nur anhand von Bildmaterial bestimmt werden, ist die Identifizierung jedoch oft nicht zuverlässig. Häufig werden verschiedene Pflanzen als Ergebnis vorgeschlagen und eine weitere Klärung ist nötig. Zudem kann die Qualität der Handyaufnahme, welche für die Bestimmung verwendet wird, das Ergebnis deutlich beeinflussen. Vereinzelt werden sogar keinerlei Ergebnisse gefunden.

Pflanzen bestimmen – Bestimmungsschlüssel

Sinnvoller als die Pflanzenbestimmung per App ist eine eigenhändige Bestimmung mittels festgelegter Bestimmungsschlüssel. Auf diesem Prinzip basieren die meisten Bücher zur Pflanzenbestimmung.

Diese Bücher beschränken sich jedoch meist auf eine bestimmte Pflanzenfamilie – Kräuter, Heilpflanzen, Sträucher etc. Alternativ ist häufig eine Vorauswahl anhand von Blütenfarbe nötig, wodurch je nach Jahreszeit und Blütenstand keine Bestimmung möglich ist.

Von daher ist es sinnvoll, sich selbst mit den Bestimmungsschlüsseln und den verschiedenen Kriterien auseinanderzusetzen.

Für eine Pflanzenbestimmung mithilfe eines Bestimmungsschlüssels sind zunächst einige Grundlagen nötig, was die unterschiedlichen Merkmale, anhand derer die Bestimmung erfolgt, betrifft.

Anschließend ist es jedoch möglich, anhand verschiedener Kriterien und mittels Ausschlussprinzip die Mehrheit aller Pflanzenarten zu bestimmen oder zumindest die Pflanzengattung soweit einzugrenzen, dass nach kurzer weiterer Recherche die genaue Pflanzenart bestimmt werden kann.

Wie Pflanzenbestimmungsgrundkurs mittels Bestimmungsschlüssel?

Die Bestimmung einer Pflanze mithilfe von sogenannten Bestimmungsschlüsseln erfolgt anhand optischer Merkmale, die sich von Pflanze zu Pflanze deutlich unterscheiden. Hierfür werden die einzelnen Pflanzenteile separat betrachtet und anhand deren Eigenschaften soweit eingeschränkt, dass letztlich die genaue Pflanze oder zumindest die Pflanzenfamilie bestimmt werden kann.

Die meisten Bücher zum Thema Pflanzenbestimmung konzentrieren sich auf bestimmte Pflanzenfamilien wie z.B. Heilpflanzen, Zimmerpflanzen usw. Eine allgemeingültige Bestimmung ohne vorherige Einschränkung ist deutlich komplizierter, die Vorgehensweise ist jedoch grundsätzlich gleich. Jedoch können nicht alle Bestimmungsschlüssel auf jede Pflanze angewendet werden.

Blüten: Ein erster Ansatz ist oft die Bestimmung mithilfe der Blüten. Hierzu gibt es verschiedene Ansätze, welche bei der Bestimmung eine Rolle spielen:

  • Blütenfarbe
  • Anzahl Blütenblätter
  • Form der Blütenblätter
  • Anordnung der Blütenblätter

Eine Bestimmung mithilfe der Blüten ist jedoch grundsätzlich nur möglich, wenn die Pflanze überhaupt Blüten ausbildet, zudem ist eine derartige Bestimmung nur zu gewissen Zeiten möglich, da meist keine ganzjährige Blütephase erfolgt. Besitzt die Pflanze jedoch Blüten, kann der Zeitpunkt der Blütenbildung ebenfalls für die Bestimmung genutzt werden.

Blätter: Die Bestimmung anhand der Blätter der Pflanze gilt als guter Ansatz zur Pflanzenbestimmung, da jede Pflanze Blätter besitzt und diese im Normalfall ganzjährig erkennbar sind.

Blattform: rund, spitz, elliptisch uvm.

Blattspreite: mit oder ohne Einkerbungen

Blattnerven: mit oder ohne Blattnerven, bzw. deren Muster

Blattrand: mit ohne oder ohne Zacken

Blattstellung: gegenüberliegend oder versetzt

Die Größe der Blätter wird bei dieser Form der Bestimmung vernachlässigt, da diese vom Alter der Pflanze abhängt und neue Blätter zunächst eine geringere Größe besitzen.

Früchte und Standorte

Früchte: Sofern eine Pflanze Früchte ausbildet, können auch diese für die Bestimmung genutzt werden.

Standort: Bei Pflanzen in freier Natur kann der Standort und die dortigen Gegebenheiten zur Pflanzenbestimmung genutzt werden. So kann man sonnige bzw. schattige Standorte oder sumpfige Standorte ebenfalls zur Eingrenzung nutzen.

Dornen/Stacheln: Einige Pflanzen besitzen Dornen bzw. Stacheln, oft werden diese Begriffe synonym verwendet, beschreiben jedoch unterschiedliche Dinge. Entgegen der weitläufigen Meinung besitzen Rosen z.B. Stacheln, keine Dornen.

Bei Dornen gibt es einen fließenden Übergang zwischen Zweig und Dorn, bei Durchschneiden erkennt man einen holzigen Innenteil. Die Stacheln enthalten keinen holzigen Innenteil, „aufgesetzt“ auf Zweig und daher leicht abzubrechen.

Nicht immer sind all diese Schritte nötig, oft ist eine nähere Bestimmung bereits mit einem Teil dieser Merkmale möglich. Ist dies jedoch nicht möglich, sollte man weitere Merkmale hinzuziehen.

Wie genau man bei einer Pflanzenbestimmung vorgeht und wie man die einzelnen Merkmale erkennt, können Sie unserer PDF entnehmen. In dieser wird anhand von 3 verschiedenen Pflanzen und ihrer jeweiligen Merkmale deutlich, wie eine Pflanzenbestimmung Schritt für Schritt erfolgen sollte.

Hier finden Sie das kostenlose Pflanzenbestimmungsgrundkurs PDF als Download: Hier klicken