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Grundstück begradigen – Kosten und Genehmigung

Nicht alle Grundstücke sind vollkommen ebenerdig und müssen durch Abtragen oder Auffüllen von Erdreich ausgeglichen werden. Viele Grundstücke besitzen sogar einen richtigen Hang, wenn sie beispielsweise am Ufer eines Sees oder an einer Bergflanke liegen. In einem solchen Fall kann es aus baulichen Erwägungen notwendig sein, dass man den Hang begradigen lässt.

 
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Um auf einem Grundstück eine gerade Fläche zu schaffen, gibt es verschiedene Möglichkeiten, die unterschiedlich hohe Kosten verursachen. Alles zu den Kosten, der Genehmigung und den Möglichkeiten.

Wann man ein Grundstück oder Hang begradigen sollte

Wann immer der Grundstückseigentümer eine bauliche Maßnahme auf einem abschüssigen oder zumindest unebenen Grundstück plant, muss der Untergrund so verändert werden, dass er möglichst ebenerdig ist. Das ist etwa der Fall, wenn er eine Garage oder eine Unterstellmöglichkeit für das Auto errichten möchte.

Beide, die Garage und auch der Bausatz für den Carport lassen sich auf flachem Grund am unkompliziertesten errichten. Ein Carport wird meist aus Holz gefertigt und besitzt eine spezielle Dachkonstruktion, die das Regenwasser auffängt und ableitet. Damit dies funktioniert, muss der Carport auf einer ebenen Fläche errichtet werden. Die Auswahl ist größer denn je, weshalb der Kauf des richtigen Carports umso bedeutender ist.

Grundstück begradigen – diese Möglichkeiten gibt es

Wer sein Grundstück begradigen möchte, um etwa die Basis für ein Gartenhausfundament zu schaffen, der muss an einer Stelle Erdreich entfernen oder es an einer anderen Stelle hinzufügen. Vor allem bei Grundstücken in Hanglage ist die Situation etwas komplizierter.

Einschnitt in den Hang

Die effektivste Methode, um auf einem Hanggrundstück eine ebene Fläche zu schaffen besteht darin, einen Einschnitt in den Hang vorzunehmen. Dabei wird dieser senkrecht abgetragen.

  • Zeitgleich muss aber zur Talseite hin, Erdreich aufgeschüttet werden, um so eine ebene Fläche zu schaffen.
  • Solche Erdarbeiten sind umfangreich und deshalb mit höheren Kosten verbunden.
  • Wie hoch diese letztlich sind, hängt vom ausführenden Bauunternehmen, der Anzahl der notwendigen Arbeiter sowie von den benötigten Maschinen ab.
  • Außerdem spielt der Zustand des Bodens eine wichtige Rolle.
  • Die Einbindung von Architekten oder Bauingenieuren ist bei solch umfangreichen Arbeiten sinnvoll.

Eine optisch sehr schöne Art, ein Grundstück zu begradigen besteht darin, Terrassen anzulegen. Dazu beginnt man an der untersten Stelle des Abhangs und errichtet mithilfe einer stabilen Steinmauer eine Basisbarriere.

Nivellierung durch Anlegen von Terrassen am Hang

Dabei muss unbedingt auf die Statik geachtet werden, denn diese untere Mauer muss letztlich den gesamten Hang stützen. Ist die Mauer fertig, nutzt man das Hangerdreich, um damit eine ebene Fläche bis zur Mauer zu schaffen. Wie breit die Terrasse ist, bleibt dem Grundstückseigentümer überlassen.

Am hinteren Ende der neu entstandenen Terrasse errichtet man eine weitere Mauer, hinter der man wiederum mithilfe des dahinter liegenden Hangerdreichs eine ebene Fläche anlegt. Auf diese Weise kann man sich nach oben arbeiten, bis man beispielsweise die Höhe der eigentlichen Terrasse am Haus erreicht hat. Auf den einzelnen Terrassen lassen sich verschiedene Arten von Beeten anlegen.

Vor der Begradigung über notwendige Genehmigungen informieren

Ein Grundstück darf nicht einfach willkürlich begradigt werden. Vor allem, wenn dazu größere Erdarbeiten notwendig sind, kann es rechtliche Vorschriften geben, die es zu beachten gilt. Hier könnten etwa folgende Vorgaben greifen:

§ 909 BGB: Durch diesen Paragrafen im Bürgerlichen Gesetzbuch werden generell solche Grundstücksvertiefungen verboten, die dazu geeignet sind, die Stabilität eines Nachbargrundstücks zu gefährden. Bei auftretenden Schäden aufgrund solcher Vertiefungsarbeiten kann ein Anspruch auf Schadensersatz entstehen. Es gibt Gerichtsurteile bezüglich § 909 BGB.

Bauordnungsrecht: Es basiert auf dem Prinzip, dass Grundstücke möglichst unverändert bleiben sollen. Abweichungen von diesem Prinzip sind genehmigungspflichtig.

Landesbauordnungen: Sie definieren Abgrabungen bzw. Aufschüttungen als bauliche Anlagen. Für solche ist aber eine entsprechende Baugenehmigung einzuholen.

Bebauungsplan:Er kann einer Grundstücksbegradigung Grenzen setzen, indem er beispielsweise die Höhenlage eines Grundstücks vorgibt. Diese darf nicht einfach angehoben bzw. abgesenkt werden.

Eine Genehmigung ist aber nicht für jede kleine Arbeit auf dem Grundstück notwendig.  Für eine Beseitigung von kleinen Unebenheiten wird sie z. B. nicht benötigt. Wer sein Grundstück begradigen möchte, sollte sich aber bezüglich der Zulässigkeit von geplanten Begradigungsarbeiten auf jeden Fall vor Beginn der notwendigen Arbeiten informieren. Zuständig ist meist die Baubehörde, in deren Einzugsbereich das Grundstück liegt.

Schutz von Nachbargrundstücken kann Kosten verursachen

Umfangreiche Erdarbeiten auf einer von weiteren Grundstücken umgebenen Fläche kann zu einer Destabilisierung des Bodens auf den Nachbargrundstücken führen. Aus diesem Grund hat der Gesetzgeber strenge Vorschriften zum Schutz der Nachbarn erlassen. Prinzipiell gilt, dass man zu begradigende Hangflächen auf einem Grundstück immer durch geeignete Stützmaßnahmen „abfangen“ muss.

So soll das Abrutschen von Erdreich bzw. die Unterspülung des Hanges verhindert werden. Ein solches Abfangen kann geschehen mithilfe von:

  • Stützmauern (in Form von Trockenmauern)
  • Mauern aus Pflanzringen
  • Schwergewichtsmauern (an besonders langen und steilen Hängen)

Wer die oft hohen Kosten für solche Stützmaßnahmen tragen muss, ist rechtlich nicht abschließend geklärt. Der ursprüngliche Geländeverlauf ist hier von Bedeutung, denn normalerweise muss derjenige die Abfangmaßnahmen durchführen und auch zahlen, auf dessen Grundstück ein natürlicher Hang vorhanden ist.

Welche Kosten beim Grundstück begradigen entstehen können

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Wird aber das Niveau vom Eigentümer des Nachbargrundstücks im Rahmen einer Begradigung verändert, so muss dieser die Kosten für das Stützen, auch des Nachbarhanges, tragen, weil er der Veränderer des Geländeniveaus ist.

Da bei einer abgefallenen Grundstücksbegradigung meist mehr oder weniger umfangreiche Erdarbeiten notwendig sind, ist immer mit Kosten zu rechnen. Dies gilt vor allem dann, wenn man diese anstrengenden Arbeiten nicht selbst mit Schaufel und Schubkarre ausführt, sondern sie in professionelle Hände, z. B. eines Gartenbauunternehmens gibt.

Bei sehr kleinen Grundstücken lassen sich solche Arbeiten noch ohne Fachbetrieb ausführen, ab einer bestimmten Grundstücksgröße ist eine Ausführung in Eigenleistung nicht mehr sinnvoll bzw. leistbar.

Werden Aushubarbeiten notwendig, kann man bei Beauftragung von Profis mit Kosten zwischen 25 und 50 Euro für den Kubikmeter rechnen. Wichtigster Einflussfaktor ist hier die Qualität des Bodens. Je nach Grundstücksgröße können sich die Gesamtkosten zwischen einigen hundert und mehreren tausend Euro bewegen.

Grundstück durch Terrassierung begradigen

Falls zum Zweck der Bodenbegradigung eine Terrassierung des Grundstücks vorgenommen wird, muss mit höheren Kosten gerechnet werden, denn die Stützmauern der Terrassen müssen in der Lage sein, das dahinterliegende Erdreich so zu stützen, dass es nicht wegrutschen kann.

Auch das Errichten eines Kunststoff Gartenhauses auf einer solchen Terrasse muss eine solche Mauer aushalten. Je nach Material muss man für eine solche Mauer mit Kosten zwischen 400 und 600 Euro pro Quadratmeter rechnen. Für eine eventuell notwendige Baugenehmigung ist vor allem die Mauerhöhe von Bedeutung.

In Baden-Württemberg beispielsweise sind Stützmauern bis zu 2 Metern Höhe „verfahrensfrei“ also nicht genehmigungspflichtig. Bei der Terrassierung ist außerdem darauf zu achten, dass vorhandene Nachbargrundstücke durch die geplanten Erdarbeiten ihre Stabilität nicht verlieren. Um dies zu verhindern, können zusätzliche, meist sehr teure Zusatzarbeiten notwendig werden.

Kosten, nachdem ein Grundstück begradigt wurde

Neben den Kosten, die anfallen, wenn man sein Grundstück begradigen lässt, fallen weitere Ausgaben an. Denn nach der Nivellierung muss das Grundstück ja noch neugestaltet werden.

Wer sich mit einer einfachen Rasenfläche begnügt, dem entstehen für das entsprechende Saatgut nur Kosten in Höhe von wenigen Euro. Für eine umfangreichere Bepflanzung mit verschiedenen Blumen, Sträuchern oder Hecken können, je nach Grundstücksgröße und Art der Pflanzen schon Kosten von mehreren hundert Euro anfallen.

Ist hingegen eine aufwendige Gartengestaltung geplant, die von einem Fachbetrieb (z. B. ein auf Landschaftsbau spezialisierter Gärtner) ausgeführt werden sollen, können schnell Kosten von mehreren tausend Euro auflaufen. In diesen sind dann allerdings sämtliche Tätigkeiten für das Projekt enthalten, also die Planung sowie die Durchführung. Auch das notwendige Material, die Personalkosten sowie die benötigten Werkzeuge bzw. Maschinen sind mit eingerechnet.

Wichtiger Tipp: Vorher verschiedene Angebote einholen

Jeder, der sein Grundstück begradigen möchte, der sollte dies im Idealfall bereits bei den Planungen im Zuge eines Hausbaus berücksichtigen. Eine Begradigung erst nach der Fertigstellung eines Gebäudes durchzuführen, kann zu logistischen und vor allem statischen Problemen führen.

Um die oft hohen Kosten für eine Grundstücksnivellierung im Blick zu behalten, ist es ratsam, sich von unterschiedlichen fachbetrieben Angebote erstellen zu lassen und die darin enthaltenen Tätigkeiten miteinander zu vergleichen. Auf diese Weise kann man am einfachsten das kostengünstigste und vor allem beste Angebot herausfiltern und das entsprechende Unternehmen mit den notwendigen Arbeiten beauftragen.

Daniela Lamberti
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