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Harlekinweide

Die Harlekinweide gehört zu den Pioniergehölzen, weil sie sich zusammen mit Erlen, Weiden und Eschen früh auf einer Brachfläche ansiedeln. Sie haben sehr leichte Samen, die gut fliegen.

 
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Herkunft und Geschichte

Salix integra, so der wissenschaftliche Name dieser Pflanzenart, die zur Gattung der Weiden gehört. Sie stammt ursprünglich aus Ostasien und hat in der panaschierten Gattung den Namen Hakuro Nishiki – Harlekinweide. Sie wächst gerne an Wasserläufen und in feuchten Wiesen.

  • Botanischer Name: Salix integra Hakuro Nishiki
  • Wuchs: 120 – 200 cm breit, 150 bis 300 cm hoch

Sie kann als Strauchpflanze oder als Hochstamm auftreten und eine Wuchshöhe bis zu drei Meter erreichen. Die Blätter sind fast gegenständig und weisen eine elliptische bis längliche Form auf. Das Blatt endet in einer kurz aufgesetzten Spitze. Die Blattränder sind im vorderen Bereich fein gezahnt. Die Blätter fallen im Herbst ab und changieren gegen Ende des Jahres in das Grünliche.

Man bezeichnet sie als „panaschierte Sorte“, das bedeutet, dass die Blätter verschiedenfarbige Regionen aufweisen. Die Jungtriebe sind zuerst weiß, dann rosafarben. In Verbindung mit dem mehrfarbigen Laub erkennt man woher der Name kommt: Harlekin.

Ihre Erscheinung in gedrungener Kugelform, breit gewachsen, mit weißgrünen und rosafarbenen Blättern zieht die Augen auf sich. Sie ist in jedem Garten, auch mit ihrer Größe von bis zu zwei Metern eine richtiger „Hingucker“.

Giftigkeit und Genießbarkeit

Wenn jemand daran denkt, die Blätter der Harlekinweiden zu kauen, dann ist das zwar nicht gefährlich, kann aber zu Verdauungsproblemen durch die enthaltene Gerbsäure führen. Es gibt keinen Hinweis auf toxische Inhaltsstoffe und sie gehört nicht zu den klassischen Heilpflanzen. Die Verfärbung (Panaschierung) der Blätter kommt dadurch zustande, dass die grüne Farbgebung fehlt und nicht dadurch, dass sich die Inhaltsstoffe verändern.

 

Weidenrindentee kann antirheumatisch, schmerzlindernd und fiebersenkend wirken, sollte aber keineswegs ohne ärztliche Verordnung getrunken werden.

Harlekinweide Blütezeit

Die Harlekinweide erfreut den Besitzer fast ganzjährig mit einem schönen Farbenspiel. Gelblich oder rötlich gefärbte Zweige im Winter, Weidenkätzchen im Frühjahr und rosa-weiß gemusterte Blätter bis in den Spätsommer hinein.

Weidenbäume sind „Vorfrühlingsblüher“ und daher ökologisch besonders wertvoll, denn sie stellen in erheblichen Massen Nektar für die Insekten bereit.

Die Blüten bilden sogenannte „Kätzchen“, die bereits im Mai, noch vor dem Blattaustrieb erscheinen. Sie werden von braun-schwarzen Tragblättern umgeben, die behaarten Fruchtknoten erkennt man an dem kurzen Griffel und mit roter, zwei- bis vierteiliger Narbe.

Daraus entstehen behaarte Kapselfrüchte – zwei bis drei Millimeter groß – die im Juni reifen.

Standort

Als Weidengehölz gefällt es der Harlekinweide an eher feuchten Standorten. Für den Garten wird sie als Strauch oder Hochstamm gezogen. Sie ist sie wenig pflegeintensiv und stellt keine hohen Ansprüche an den Boden und die Lichtverhältnisse. Sie liebt die Sonne genauso wie den Schatten. Ein Standort der beides aufweist ist daher optimal für sie.

Die Harlekinweide ist ein Flachwurzler. Sie eignet sich besonders gut zur Pflanzung dort, wo tiefe Wurzeln fehl am Platz sind. Beispielsweise auf Flachdächern oder über Wasserleitungen. Der Boden kann leicht und sandig sein, bestenfalls auch durchlässig.

Pflege der Harlekinweide

Am wichtigsten ist Wasser. Vor allem nach dem Einsetzen ist reichliches und vor allem regelmäßiges Gießen erforderlich. Die Düngung kann einmal jährlich am besten zur Zeit des Austriebs erfolgen. Es sollte dazu Volldünger verwendet werden.

Im August kann nochmals nachgedüngt werden, wenn es sich um eine schwächere Pflanze handelt. Keinesfalls ist kurz vor der Winterruhe zu düngen, das könnte die Pflanze zum vorzeitigen Wachstum anregen. Meist ist auch das Mulchen als Düngung ausreichend und es kann auf weitere Düngergaben verzichtet werden.

Harlekinweide richtig schneiden

Die Harlekinweide ist eine stolze Dame und legt Wert auf einen gepflegten und vor allem regelmäßigen Schnitt. Sie will nicht verwildern, sich braucht Licht und ihre schöne Form soll erhalten bleiben. „Faule“ Gärtner mag sie gar nicht, denn sonst verliert sie schnell ihre schöne Form.

  1. Im späten Herbst oder im frühen Frühjahr ist der optimale Zeitpunkt. Der Tag soll auf alle Fälle frostfrei sein.
  2. Es werden zuerst die kranken und abgestorbenen Ranken vollständig entfernt.
  3. Dann werden die dicht beieinanderstehenden Äste ausgedünnt.
  4. Beim Schnitt ist darauf zu achten, dass am Stamm keine „Stummel“ stehenbleiben, gesunde Äste können um zwei Drittel gekürzt werden.

Winterhart

Ausgewachsene Pflanzen überstehen auch Temperaturen bis zu 30 Grad unter dem Gefrierpunkt. Angesiedelt in den Winterhärtezonen 9 bis 4, brauchen sie sogar Minusgrade im Winter.

In jungen Jahren ist sie noch empfindlicher gegen Frost und Kälte. Eine Abdeckung mit einer Folie hilft, die kalte Jahreszeit gut zu überstehen.

Auch wenn sie als Kübelpflanze kultiviert wird, kann sie im Freien überwintern. Der Topf und damit die im Inneren befindliche Erde müssen jedoch vor dem Ausfrieren geschützt werden.

In der kalten Jahreszeit braucht sie nur wenig Wasser, da sie im Herbst entlaubt.

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Hakiro Nishiki Krankheiten

Die Harlekinweide leidet ist eine Pflanze, die nicht schnell krank wird. Allerdings kann Über- oder Unterversorgung mit Wasser oder Dünger zur Braunfärbung der Blattspitzen führen.

  • Zuviel Sonne kann ebenfalls schädlich sein – ein sogenannter Sonnbrand (Verfärbung der Blätter) kann beobachtet werden.
  • Wenn die Ursachen beseitigt sind, verschwinden auch diese „Krankheitsbilder“ wieder.
  • Es wurde auch schon ein Pilz (Rost oder Weiden-Anthraknose) beobachtet, der die Weide befallen kann.
  • Man erkennt dies an den Triebspitzen, die erst welken und dann schwarz werden.

In dem Fall müssen alle Triebe zurückgeschnitten werden. Es dürfen die abgeschnittenen, kranken Triebe jedoch nicht auf dem Kompost entsorgt werden. Eine Behandlung der Pflanze mit einem Fungizid kann nicht schaden.

Ein weiterer Schädling ist der Weidenblattkäfer, der Fraßspuren und orangefarbene Eiablagen hinterlässt. Der kann der Weide schon mal einen „Kahlschlag“ zufügen. Natürliche Feinde des Käfers sind Vögel. Es kann aber auch ein Insektizid zur Bekämpfung eingesetzt werden.

Vermehrung der Harlekinweide

Vermehrt kann die Harlekinweide durch Stecklinge oder Samen werden. Allerdings bilden Stecklinge schwer Wurzeln, weil die Pflanze schon vielfach veredelt ist. Samen der Hakiro Nishiki werden im Handel kaum angeboten, weil sie nicht lagerfähig sind.

Die eigene Vermehrung um häuslichen Garten ist damit weitgehend ausgeschlossen.