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Horn Sauerklee im Rasen

Ursprünglich aus dem mediterranen Raum stammend, fühlt sich der Horn Sauerklee – Oxalis corniculatus – in unseren Breiten zunehmend heimisch und hat sich zu einem hartnäckigen Unkraut entwickelt.

 
Horn Sauerklee

Längere Trockenperioden und trockene heiße Sommer mit gleichzeitig milden Wintern ist das bevorzugte Klima dieses Unkrauts, das sich aufgrund des Klimawandels immer weiter nach Norden ausbreitet.

Wachstum und Vermehrung des Horn Sauerklees

In trockenen Zeiten zieht er sich zurück, das heißt die Blätter verwelken und ein Rückzug in die Pfahlwurzel erfolgt. Erst nachdem die Witterung feuchter wird, treibt sie neu aus. Die rotbraunen Blätter haben sich optimal an die Sonneneinstrahlung angepasst.

Zur Vermehrung wird, der in Kapseln reifende Samen, oft mehrere Meter weit geschleudert. Daher auch der Name „Springklee“. Auch zur Freude von Ameisen, die mit dem Anhängsel „Elaiosom“ ihre Fettreserven aufstocken.

In der näheren Umgebung sind es die Wurzelausläufer die für Vermehrung sorgen. Der Sauerklee wächst weniger gut an schattigen Plätzen, weshalb er zumindest in Gemüsebeeten nur dann zu finden ist, wenn das Sonnenlicht bis zum Boden vordringt. Falls der Standort nicht zu schattig ist, ist der Klee überall gerne heimisch.

Gegen Horn Sauerklee vorbeugen

Wenn sich das Unkraut einmal im Garten heimisch fühlt, dann ist es sehr schwer, es wieder zu entfernen. Am besten ist es, wenn der Sauerklee noch vor der Blüte entdeckt und entfernt wird, dann ist zumindest die Ausbreitung über den Samen nicht mehr möglich.

Eingeschleppt wird er sehr oft über neu gekaufte Pflanzen mit den Topfballen. Es lohnt sich diese genau zu kontrollieren und eventuell vorhandene Wurzeln und Samen des Sauerklees sofort zu entfernen, bevor man die Pflanze ins Beet setzt. Auf jeden Fall sollten diese Überreste nur im Hausmüll, aber nicht im Kompost entsorgt werden.

Horn Sauerklee im Rasen bekämpfen

Wie bei vielen Unkrautsorten, geht es darum, dass der Stärkere überlebt. Wird das Gras des Rasens gestärkt, die Wachstumsbedingungen verbessert und der Rasen mit Nährstoffen ausreichend versorgt, dann ist das schon mal ein guter Schritt, der auch der Vorbeugung dient.

Wie immer ist der richtige pH-Wert ein bestimmender Faktor, obwohl der Sauerklee auch auf kalkhaltigen Böden ohne Probleme wächst. Dennoch kann Aufkalken zum Beispiel durch Branntkalk ähnliche Mittel nicht schaden, damit das Gras optimale Bedingungen vorfindet.

Horn Sauerklee mit natürlichen Hausmitteln entfernen

SauerkleeFalls der Befall schon weit fortgeschritten ist, die Maßnahmen zur Vorbeugung nicht oder zu spät gegriffen haben, dann bleibt nur die radikale Entfernung als Möglichkeit den Rasen von dem Unkraut zu befreien:

  • Anpassen des pH-Wertes und gute Versorgung des Rasens mit Nährstoffen.
  • Mähen des Rasens ca. 14 Tage später, wenn das Gras dicht wächst und gut im Saft steht.
  • Den tief geschnittenen Rasen ordentlich Vertikutieren und durchgängig nachsäen.
  • Die Grasnarbe an jenen Stellen, an denen der Sauerklee dicht gestanden ist, abschälen und gegebenenfalls neuen Mutterboden auftragen.
  • Durch großzügige und intensive Bewässerung den Boden so lange feucht halten, bis sich wieder eine geschlossene Grasnarbe gebildet hat, denn Sauerklee mag keine sehr feuchten Böden.
  • Wichtig ist es, den Sauerklee komplett samt seiner Wurzel zu entfernen, damit aus den Wurzelausläufern nicht neues Leben entsteht.

Herbizide gegen Horn Sauerklee

Chemische Mittel haben oft Nebenwirkungen, die man erst gar nicht abschätzen kann. Jedenfalls ist das Studium des „Beipackzettel“, also die Hinweise des Herstellers, enorm wichtig. Der größte Nachteil von Herbiziden liegt wohl darin, dass sie nicht zwischen „Freund“ und „Feind“ unterscheiden (Round Up-Produkte). Es dürfen also nur die Pflanzen behandelt werden, die entfernt werden sollen. Das ist bei dichtem Befall des Rasens durch Sauerklee schon mal nicht ganz einfach.

Nun gibt es sicherlich auch chemische Mittel, die nur zweikeimblättrige Pflanzen beseitigen, und die einkeimblättrigen – wie das Gras - „in Ruhe lassen“. Beim Kauf ist also darauf zu achten, dass es sich um einen Unkrautvernichter handelt, der tatsächlich auch nur das Unkraut vernichtet und angreift.

Biologische Mittel

Nicht jeder Gärtner will sich ein Kaninchen im Garten halten, aber das wäre ein sehr biologischer Gegner des Sauerklees. Auch für Hummeln und Insekten stellt der Klee eine wichtige Nahrungsquelle dar, aber seitdem er als Glücksbringer weitgehend ausgedient hat, ist er in vielen Gärten und auf dem Rasen schwer verpönt.

Biologische Mittel sind auch Produkte auf der Basis von Essig- oder Pelargonsäure, die den oberirdischen Teil der Pflanze verätzen. Allerdings treibt die Pfahlwurzel dann dennoch aus und die Prozedur ist immer zu wiederholen.

Fazit zur Vernichtung und Vorbeugung

Gerade der Sauerklee ist hartnäckig und kommt immer wieder. Chemische und biologische Möglichkeiten sind nur beschränkt wirksam. Als beste Möglichkeit bleibt nur die mechanische Entfernung durch den Gärtner und die Vorbeugung:

  • Den Rasen durch düngen kräftigen, damit er sich besser gegen das Unkraut wehren kann.
  • Gut wässern, damit das Gras auch in trockenen Zeiten genügend Kraft hat um gegenüber dem Klee – der auch in Trockenzeiten gut wächst – zu dominieren.

Wenn der Rasen befallen ist, dann ist tatsächlich die wirksamste Lösung das mechanische Entfernen durch tiefes Mähen, Ausstechen und Nachsäen – auch wenn es in den ersten Jahren immer zu wiederholen ist.

Daniela Lamberti
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