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Kanadischer Judasbaum (Cercis canadensis)

Der Laubbaum, der auch unter dem Namen Kanadischer Judasbaum bekannt ist, strahlt mit seinem außergewöhnlichem Blattwerk.

 
Cercis canadensis

Die Pflanze gehört zu den Judasbäumen und dabei zur Familie der Hülsenfrüchtler. Cercis canadensis kann eine extreme Wuchshöhe erreichen und ist ein wundervoller Blickfang.

Cercis canadensis – Herkunft und Geschichte

Als großer und belaubter Strauch, oder als Baum ist der Cercis canadensis in Kanada, Florida und Kalifornien beheimatet. Zudem ist der Kanadische Judasbaum auch der Staatsbaum von Oklahoma. In seiner ursprünglichen Heimat kann die Pflanze auch als Unterwuchs in Mischwäldern gedeihen. Den deutschen Namen Judasbaum verdankt die Pflanze alten Erzählungen und Überlieferungen. So wird berichtet, dass sich Judas, einer der Aposteln, an genau solch einem Baum erhängt haben soll, nachdem er den Verrat an Jesus begangen hatte.

Der Baum kann eine durchschnittliche Höhe von bis zu zehn Metern erreichen und wächst in der Breite fast ebenso üppig. Seine dichte Blütenpracht fällt sofort auf. Die magentafarbenen Blüten sind ca. 1,5 cm groß und sitzen nicht nur an den Ästen, sondern wachsen manchmal auch am Stamm der Pflanze. Der Baum hat eine dunkle, rotbraune Rinde und Blätter in Herzform. Genutzt wird der Baum auch gerne als Zierpflanze.

Kanadischer Judasbaum – Giftigkeit

Auch wenn der Baum durch seine wundervollen Blüten verzaubert, haben die Früchte und Samen es in sich. Beide sind leicht giftig und können gerade bei empfindlichen Personen Vergiftungserscheinungen hervorrufen. Die Blüten hingegen besitzen keine toxischen Inhaltsstoffe und sind daher nicht als giftig einzustufen.

Cercis canadensis – Blütezeit

Als Zierpflanze ist der Baum ein absoluter Hingucker. Die üppige und farbenfrohe Blütenpracht zeigt sich nicht nur an den Ästen und der Baumkrone, sondern auch am Stammholz. Blüten, die auch am Baumstamm wachsen, gibt es sonst nur bei tropischen Pflanzen. Daher ist der Cercis canadensis eine besonders schöne Zierpflanze, die als Strauch oder Baum wachsen kann. Die Blütezeit der Pflanze ist in den Monaten Mai und April.

Ende der Blütezeit

 Aber auch dann, wenn der Baum keine Blüten mehr trägt, ist er ein schöner Blickfang. Seine Blätter, die in ihrer Form an Herzen erinnern, ändern je nach Sorte ihre Farbe und sehen ab dem Herbst Purpur, Gelb oder Blaugrün aus.

Kanadischer Judasbaum – Schneiden und Pflege

JudasbaumDie Pflanze wächst in der Regel sehr gut und stellt dabei keine hohen Ansprüche an die Pflege. Dennoch sollten einige Dinge beachtet werden, wenn der Baum in seiner vollen Pracht blühen und richtig gedeihen soll. Am besten ist ein warmer Standort mit ausreichend Sonne, an dem der Baum gleichzeitig gut geschützt steht.

Da er nicht nur sehr hoch, sondern auch sehr breit wachsen kann, muss ausreichend Platz vorhanden sein. Besonders wichtig ist das im Bezug auf die Wurzeln. Der Baum kann – muss aber nicht – geschnitten werden. Soll eine besondere Wuchsform entstehen, muss der Baum dem entsprechend geschnitten werden. Der Rückschnitt gelingt in der Regel ohne Probleme.

  1. Am besten eignet sich ein Pflegeschnitt, der den Baum auslichtet und totes Material entfernt.
  2. Der ideale Zeitpunkt, um den Baum zu beschneiden ist das Frühjahr, kurz bevor die Pflanze neue Triebe entwickelt.
  3. Kurz bevor sich die Knospen öffnen, werden mit einer Garten- oder Baumschere nicht nur abgestorbene Äste, sondern auch kranke Pflanzenteile abgeschnitten.
  4. Äste und Triebe, die nach innen wachsen, werden ebenfalls entfernt. Haben einige Teile durch den Frost einen Schaden genommen, werden auch diese mit einer scharfen Gartenschere entfernt.

Winterhart

Cercis canadensis gehört zu den robusten winterharten Pflanzen und hat eine gewisse Winterhärte. In der Regel können die Pflanzen ohne einen Schaden zu erleiden im Freien überwintern. Allerdings kann ein besonders harter und langer Winter auch dieser Pflanze zusetzen. Je älter der Baum ist, und je länger er im Freien steht, desto besser verträgt er die kalte Jahreszeit. Junge Judasbäume sollten mit einer schützenden Schicht aus Laub oder einem Vlies auf dem Boden abgedeckt und geschützt werden. Das Vlies eignet sich auch für den Stamm und die Äste. Zudem lassen sich damit Knospen vor Spätfrost schützen.

Cercis canadensis – Krankheiten

Obwohl die Pflanze reich und kräftig wächst, können verschiedene Pflanzenkrankheiten auftreten. Dazu gehört unter anderem die Verticillium-Welke, die durch Pilze hervorgerufen wird.

  • Dabei wird der Baum zuerst an einigen Stellen welk und blüht nicht mehr. Wird die Rinde an den betroffenen Stellen entfernt, und zeigt sich darunter eine bräunliche Färbung, handelt es sich sehr wahrscheinlich um diesen Pilzbefall.
  • Mit einem entsprechenden Mittel und der richtigen Pflege lässt sich der Pilz in vielen Fällen komplett beseitigen.
  • Bleibt die Blüte aus, oder blüht der Judasbaum nicht mehr so schön wie im Jahr davor, kann ebenfalls ein Pilzbefall der Auslöser sein. Ein zu dunkler Standort und fehlende Sonne hindern die Pflanze an der Blütenbildung.
  • Daher sollte beim Pflanzen immer auf einen hellen und möglichst sonnigen Platz geachtet werden. Dünger, der reich an Stickstoff ist, kann das Blühen auch verhindern.

Kanadischer Judasbaum – Vermehren

Um den Baum zu vermehren, eigenen sich die Samen, die im Herbst aus den welken und abfallenden Blüten gesammelt werden können. Im Gegensatz zu vielen anderen Pflanzensamen werden die Samen des Cercis canadensis nicht getrocknet, sondern so frisch wie es geht in die Erde gebracht. Optimal ist eine spezielle Anzuchterde, die das Wachstum fördert und die nötigen Nährstoffe liefert.

Sehr gut eignet sich ein kleines Frühbeet oder einzelne Blumentöpfe, die anschließend mit einer durchsichtigen Folie oder einem großen Glas geschützt werden. Dadurch entstehen etwas höhere Temperaturen als im Freibeet und zudem werden die kleinen Samen vor Spätfrost geschützt. Ausgesäte Pflanzen können im Winter draußen stehen bleiben, wenn sie im Frühbeet gesetzt worden sind.

Düngen

Wächst die Pflanze als Baum oder Strauch frei im Garten, dann benötigt sie keinen speziellen Dünger. Wichtig ist jedoch ein guter Boden und eine gesunde Erde, da sich die Pflanzen die benötigten Nährstoffe über das Wurzelwerk direkt aus dem Boden holt. Hülsenfrüchtler, zu denen auch der Judasbaum gehört, versorgen sich selbst mit Stickstoff und benötigen daher keinen extra Dünger.

Nur dann, wenn die Pflanze im Kübel wächst und somit keine Nährstoffe aus dem Bodenreich ziehen kann, sollte sie während des Wachstums gedüngt werden. Am besten eignet sich dazu ein einfacher Volldünger, der vor der Anwendung verdünnt werden muss.

Daniela Lamberti
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