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Knopfkraut

Das Knopfkraut – auch Franzosenkraut genannt – ist vielen Gärtnern ein Dorn im Auge. Da eine einzige Pflanze etwa 100.000 Samen bilden kann, vermehrt es sich äußerst rasch. Das Knopfkraut breitet sich vor allem in Gemüsebeeten aus, kann aber auch den gesamten Garten befallen. Optisch ist es eher unscheinbar, sodass es oft nicht leicht ist, das Knopfkraut sicher zu erkennen.

 
Knopfkraut

Kleinblütiges Knopfkraut erkennen

Das Kleinblütige Knopfkraut ist eher unscheinbar, besitzt jedoch einige charakteristische Merkmale. Es gehört zu den Wildkräutern und der Familie der Korbblütler. Anhand folgender typischer Merkmale lässt sich das Knopfkraut erkennen:

  1. Wuchshöhe: 10-60 cm
  2. Wurzel: dünn und reich verzweigt
  3. Blattform: Eiförmig, spitz zulaufend mit kurzem Stiel
  4. Blattrand: Gesägt
  5. Blattanordnung: gegenständig
  6. Stängel: kahl, aufrecht und reich verzweigt
  7. Blüte: ca. 5mm Durchmesser, gelbe Blütenmitte, 4-5 kurze weiße Blütenblätter mit großem Abstand
  8. Blütezeit: Juni - Oktober

Typischerweise kommt das Knopfkraut in Gärten und Gemüsebeeten vor, als Wildkraut gedeiht es jedoch auch an Wegesrändern oder auf Äckern. Grundsätzlich kann man das Franzosenkraut überall dort vorfinden, wo der Boden lehmig und nährstoffreich ist.

▶ Hier geht es weiter zur Pflanzenbestimmungs-Anleitung

Knopfkraut – häufige Verwechslung

Neben dem Kleinblütigen Knopfkraut existiert noch das Behaarte Knopfkraut. Beide Pflanzen sind miteinander verwandt, sowohl das Behaarte als auch das Kleinblütige Knopfkraut gehören zur Familie der Korbblütler.

Beide Varianten wachsen auf lehmigen und nährstoffreichen Böden, sodass sie oft gemeinsam vorkommen. Unterscheiden kann man beide Wildkräuter vor allem an den Stängeln. Während die Stängel beim Kleinblütigen Knopfkraut kahl sind, weist das Behaarte Knopfkraut feine Härchen an den Stielen und Stängeln auf.

Während ausgewachsene Pflanzen gut zu bestimmen sind, bergen junge Pflanzen häufiger das Risiko der Verwechslung, da sie die charakteristischen Merkmale des Knopfkrauts noch nicht ausgebildet haben. Als Sämling oder Jungpflanze weisen sie eine hohe Ähnlichkeit zu einigen Sommerblumen auf. Besonders häufig wird das junge Knopfkraut mit Salbei oder Leberbalsam verwechselt, die eindeutige Bestimmung gestaltet sich in dieser Wachstumsphase auch für Fachleute als sehr schwierig.

Warum heißt das Knopfkraut auch Franzosenkraut?

Von Gärtnern und Botaniker wird das Knopfkraut oft auch als Franzosenkraut bezeichnet. Woher der Name stammt, ist nicht vollständig geklärt, hierfür gibt es verschiedene Erklärungsansätze.

Das Knopfkraut stammt ursprünglich aus Südamerika, besonders in Peru ist es weit verbreitet.  Heutzutage findet man das Knopfkraut jedoch weltweit vor, seit es sich zur Zeit Napoleons ausbreitete. Des Weiteren erinnern die charakteristischen Blüten des Knopfkrautes an die Uniformknöpfe damaliger französischer Soldaten.

Beide Theorien verbinden die Namensgebung des Knopfkrautes eng mit Napoleon, weshalb es den Beinamen Franzosenkraut erhielt. Welche dieser Begründungen für die alternative Namensgebung verantwortlich ist, lässt sich heute jedoch nicht mehr sicher feststellen.

Verwendung von Franzosenkraut

Knopfkraut

Alle Arten des Knopfkrauts sind sowohl für den Verzehr durch den Menschen als auch als Futtermittelpflanze für Tiere geeignet.  Zudem wird das Knopfkraut häufig für Komposthaufen und als natürliches Düngemittel verwendet.

Der Hauptnutzen der Knopfkräuter besteht jedoch in der Verwendung für den menschlichen Verzehr. Alle Bestandteile der Pflanze sind ungiftig und können in Speisen verwendet werden. Typischerweise wird das Knopfkraut roh oder gekocht verwendet. Man kann es unter anderem verwenden in:

  • Salaten
  • Suppen
  • Smoothies
  • Pesto
  • Als Gewürz
  • Als Gemüse

In seiner ursprünglichen Heimat Peru wird das Knopfkraut auch zur Herstellung von Tees genutzt, diese Verwendung ist heutzutage jedoch eher selten. In Kolumbien bildet es zudem unter der Bezeichnung „Guasca“ die typische Gewürzgrundlage für Hühnersuppen.

Das Knopfkraut als Heilkraut

Während Knopfkräuter in Südamerika als Heilpflanze in Tees verwendet werden, ist die Bedeutung als Heilpflanze hierzulande eher gering. Dennoch besitzt das Wildkraut viele gesunde Inhaltsstoffe, sodass man es guten Gewissens in die eigene Ernährung einbinden kann.

Unter den Wildkräutern weist das Knopfkraut einen der höchsten Eisenwerte auf. Des Weiteren enthält es eine recht hohe Menge an Magnesium, Kalzium und Eiweiß. Auch die Vitamine A und C sind in nennenswerten Mengen enthalten. Aus diesem Grund liefert das Knopfkraut wichtige Nährstoffe und kann zu einer gesunden und abwechslungsreichen Ernährung beitragen. Aus den Samen lässt sich zudem ein schmackhaftes und gesundes Öl herstellen.

Knopfkraut – Natürliche Bekämpfung & Vorbeugung

Trotz seiner gesundheitsfördernden Eigenschaften ist das Knopfkraut wegen seiner raschen Ausbreitung bei vielen Gärtnern eher unbeliebt. Bereits eine einzelne Pflanze kann sich nach kürzester Zeit im gesamten Garten ausbreiten. Aus diesem Grund besteht die beste Maßnahme in der Vorbeugung.

Das Franzosenkraut besiedelt mit Vorliebe freie Flächen in Gärten und Gemüsebeeten, auch unter Stauden und Sträuchern wächst es häufig. Die beste vorbeugende Maßnahme besteht darin, dem Unkraut diesen Lebensraum zu entziehen. Hierzu empfiehlt sich die Verwendung von Rindenmulch, welcher auf sämtlichen freien Flächen verteilt wird. Diese Behandlung verhindert die Verbreitung des Knopfkrautes relativ zuverlässig.

Hat sich das Unkraut bereits im Garten verbreitet, bleibt nur eine radikale Bekämpfung des Knopfkrautes. Hierzu sollte es frühzeitig gejätet werden. Da das Franzosenkraut bereits recht früh Samen ausbildet, sollte es so früh wie möglich entfernt werden, solange die Pflanze noch klein ist. Andernfalls wird es trotz regelmäßigen Unkrautjätens zu einer Ausbreitung kommen.

Wer das Knopfkraut nachhaltig bekämpfen möchte, muss zudem darauf achten, dass bereits blühende Pflanzen keinesfalls auf den Kompost geworfen werden dürfen. Blüht die Pflanze, hat die Samenbildung bereits begonnen und die Samen breiten sich mit der Komposterde erneut im gesamten Garten aus.

Unkrautvernichter gegen Franzosenkraut

Wer der Ausbreitung des Knopfkrautes mit Vorbeugung und regelmäßigem Unkraut jäten nicht Herr wird, für den empfiehlt sich eine Bekämpfung des Knopfkrautes mit Herbiziden. Im Handel sind verschiedene Total-Unkrautvernichter erhältlich. Diese bekämpfen zuverlässig eine Vielzahl von Unkräutern.

Bei der Verwendung von Herbiziden gegen Knopfkraut gilt es jedoch zu beachten, dass hierfür einige Auflagen gelten. Die Anwendung auf gärtnerisch genutzter Fläche ist erlaubt, auf gepflasterten Wegen dürfen derartige Herbizide ohne Genehmigung jedoch nicht verwendet werden.

Joachim Grün
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