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Kohlfliegen

Die Kohlfliege ist ein kleiner Schädling, der in den warmen Monaten tätig ist. Er kann die Pflanzen stark beschädigen und sogar vernichten. Heute wird zwischen zwei Arten der Kohlfliege unterschieden, der kleinen und der großen Kohlfliege. Die kleine Kohlfliege ist überwiegend im Frühling und im Spätsommer unterwegs und die große Kohlfliege ist über den gesamten Sommer zu finden.

 
Weißkohl

Die Kohlfliegen ernähren sich von allerlei Kohlpflanzen. Dazu gehören Blumenkohl, Radieschen aber auch Rettich. In der Regel fressen sie alle Pflanzen, die nach an der Erde wachsen.

Die gefräsigen Tierchen legen ihre Eier schon zwischen die jungen Pflanzen und sorgen so dafür, dass eine ganze Ernte vernichtet werden kann. Die kleinen weißen Larven befinden sich meist unter den Pflanzen und können nicht nur Landwirten den Tag verhageln, sondern auch Hobbygärtnern das Leben schwer machen.

Kohlfliegenbefall erkennen

Die abgesetzten Larven der Kohlfliege sind nur knapp 9mm groß und weiß. Sie beginnen sich schnell durch die Wurzeln zu fressen und schon Anfang Mai können die Kohlpflanzen welken. Betroffene Pflanzen können ganz leicht aus dem Boden gezogen werden. Zudem ist ein Befall an den Blättern zu erkennen.

Die Blätter werden graubraun. Eine 100%ige Gewissheit bekommen Sie erst, wenn Sie die Pflanze herausnehmen und die zerfressenen Wurzeln vorfinden. Zudem ist der Wurzelhals stark beschädtigt und die meisten Pflanzenteile sind im Innenleben hohl. Die Larven haben alles aufgefressen.

Dabei ist die Vorgehensweise an die Pflanzen angepasst. Bei Radieschen und Rettichen legen die Larven Miniergänge an. Beim Blumenkohl hingegen werden die umliegenden grünen Blätter als erstes zu Welken beginnen. Beim Blick auf den Rosenkohl werden Sie feststellen, dass überwiegend die unteren Röschen betroffen sind.

Binnen kurzer Zeit ist die Kohlfliege in der Lage eine komplette Ernte zu vernichten. Sie zählt mittlerweile zu den gefürchtesten Schädlingen im Bereich des Gemüseanbaus.

Vorbeugende Maßnahmen

Heute gibt es zahlreiche Methoden, um den Garten vor der Kohlfliege zu schützen:

  • Die umweltfreundlichste Art und Weise ist ein engmaschiges Kulturschutznetz. Das Kulturschutznetz besteht feinmaschigen Netzen oder Vlies. Unerwünschte Schädlinge können nicht nur das feinmaschine Netz gelangen und ihre Eier ablegen. Zudem hat das Netz den Vorteil, das sich ein günstiges Kleinklima entwickeln kann.
  • Das Netz wird einfach ganz locker über die jeweilige Pflanze gelegt. Die Ränder sollten beschwert werden. Dazu eignen sich Steine oder Erde. Beim Düngen und zur Unkrautbekämpfung muss das Netz abgenommen werden. Aufgelegt wird das Kulturschutznetz direkt nach der Anpflanzung oder der Aussaat. In der Regel kann das Schutznetz bis zur Ernte auf den Pflanzen liegen bleiben. Nur zur Pflege und zur Ernte muss es abgenommen werden. Das Pflanzenwachstum wird nicht beeinflusst, denn das Kulturschutznetz ist leicht.
  • Eine weitere Möglichkeit der Vorbeugung ist die Früh- oder Spätsaat. Die Kohlfliegen setzen ihre Larven in der Regel zwischen April und Juni aus. Sie können ganz einfach diese Zeit umgehen und ihre Pflanzen entweder früher oder später aussetzen. Bei der Bepflanzung ist es wichtig, dass die Pflanzen tief in den Boden eingesetzt werden.
  • Zudem muss eine gute Menge an Erde angehäuft werden. Eine zusätzliche Schicht Holzasche oder Mulch sind perfekt, um die Larven der Kohlfliege abzuwehren. Holzasche und Mulch bekommen Sie in jedem Baumarkt in verschiedenen Mengeneinheiten. Nehmen Sie ruhig eine gute Menge, damit wirklich keine Kohlfliege eine Chance hat.
  • Eine Mischkultur bietet sich ebenfalls als Möglichkeit zur Vorbeugung an. Tomaten und Sellerie sollen ideal für die Abwehr der Kohlfliege sein. Sie können eine Parzelle mit Tomaten oder Sellerie immer zwischen die Kohlparzellen pflanzen. Die intensiven Gerüche sollen die Schädlinge abhalten.
  • Eine günstige Möglichkeit sind sogenannte Kohlkragen. Die Kohlkragen werden direkt auf der Erde aufgelegt, um den Stiel der Pflanze herum. Sie bestehen meist aus Pappe oder Filz und können mit ein wenig Geschick sogar selbst hergestellt werden. Sie decken den Boden um die Pflanze herum ab und verhindern so, dass die Kohlfliege an den Wurzelhals gelangt. Sie kann ihre Eier dann nicht dort ablegen. Die Kohlkragen können zur Erntezeit einfach entfernt werden. Jeder gut sortierte Baumarkt oder Online Shop bietet Kohlkragen an.

Kohlfliegen Bekämpfung

Nutzgarten KohlEs kann aber vorkommen, das trotz guter vorbeugender Maßnahmen ein Kohlfliegenbefall vorkommt. Dann müssen Sie die Kohlfliegen bekämpfen. Für eine optimale Bekämpfung sind folgende sechs Schritte zu beachten:

  1. Stellen Sie zuerst fest, ob die Pflanze von Kohlfliegen beschädigt ist. Dazu eignet sich ein Blick unter die Blätter. Direkt in Bodennähe sind meist kleine weiße Larven zu erkennen.
  2. Die betroffene Pflanze muss umgehend aus der Erde geholt werden, damit der Schaden begutachtet werden kann.
  3. Entscheiden Sie, ob ein Absammeln der Larven ausreichend ist und die Pflanze anschließend wieder in den Boden gesetzt wird oder, ob die komplette Pflanze entfernt werden muss.
  4. Ist das Stängelgewebe schon teilweise abgestorben, dann sollte die Pflanze komplett vernichtet werden. Nur so kann eine weitere Ausbreitung verhindert werden.
  5. Entsorgen Sie die Pflanze auf keinen Fall im Kompost. Die Kohlfliege findet im Kompoasthaufen ideale Lebensbedingungen, um sich vorzupflanzen und auszubreiten.
  6. Setzen Sie an der leeren Stelle auf Wunsch neue Pflanzen ein.

Chemische Mittel zur Bekämpfung von Kohlfliegen

Es gibt unzählige Mittelchen, die für die Bekämpfung von Schädlingen genutzt werden können. Vor dessen Einsatz sollten Sie allerdings bedenken, dass die herkömmlichen Mittel durch chemische Zusätze eine so hohe Wirkung aufweisen.

Bei einem Gemüsegarten sollten Sie auf den Einsatz von chemischen Mitteln komplett verzichten. Schließlich wollen Sie das Gemüse nach der Ernte noch verzehren.

Natürliche Hausmittel gegen Kohlfliegen

Nutzen lieber natürliche Hilfsmittel, wie den Kohlkragen, die Mischkultur oder das Kulturschutznetz, so kann auch diese Methode erfolgreich sein. Diese Methoden sind für die Pflanzen harmlos und schädigen zudem nicht die Gesundheit.

Daniela Lamberti
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