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Maulbeerbaum

Der Maulbeerbaum (lat.: morus alba) gehört zur Pflanzengattung der Maulbeergewächse. Die bekannteste Art ist die weiße Maulbeere, daneben existiert die schwarze Maulbeere. Der Maulbeerbaum sieht nicht nur dekorativ im heimischen Garten aus, sondern bietet zur Erntezeit auch köstliche Früchte.

 
Maulbeerbaum

Er kann sowohl als Baum als auch als Hecke gepflanzt werden, wobei bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden müssen, damit diese gut gedeihen. Auch beim Schneiden und Pflegen müssen einige Aspekte beachtet werden, damit der Maulbeerbaum lange Zeit seine Früchte tragen kann und jeden Sommer von Neuem erblüht.

Hängender Maulbeerbaum pflanzen und schneiden

Der hängende Maulbeerbaum ist mit seinen essbaren brombeerartigen Früchten ideal für kleine Gärten und Terrassen geeignet. Er besitzt eine exotische Blattform und eine gelbe Herbstfärbung, die ihn zu einem malerischen Gestaltungselement im eigenen Garten werden lassen. Da er recht klein ist, kann er auch in einem Kübel gepflanzt werden.

Wer ihn besonders zur Geltung kommen lassen will, sollte den hängenden Maulbeerbaum in einem gemischten, niedrigen Beet einpflanzen. Damit er besonders gut gedeihen kann, sollte ein sonniger Platz und ein kalkreicher, nährstoffarmer Boden für ihn ausgewählt werden.

Idealerweise sollte der hängende Maulbeerbaum im Frühling, kurz bevor sich die Früchte bilden, beschnitten werden. Als erstes sollte man hierbei schwächliche Zweige, Äste sowie Triebe abschneiden. Man erkennt die zu schneidenden Äste und Triebe daran, dass sie einander überlagern bzw. überkreuzen und zu dicht wachsen.

Vorgehensweise erklärt

Der pH-Wert sollte schwach sauer bis alkalisch sein. Der Boden stets nährstoffreich und durchlässig sowie feucht sein. Am besten werden zum Einpflanzen Jungpflanzen aus einer Baumschule genutzt.

Zunächst wird der umgebende Boden gelockert und anschließend ein großes Pflanzloch ausgehoben. Dieses sollte circa doppelt so groß wie der Wurzelballen sein.

Kompost sorgt dafür, dass der Boden mit zusätzlichen Nährstoffen versorgt wird. Anschließend die Jungpflanze in das Loch setzen. Die Oberkante des Wurzelballens sollte mit der Oberkante des Erdreichs übereinstimmen. Nun wird das Loch mit Erde aufgefüllt und so angedrückt, dass der Maulbeerbaum fest steht. Der Baum sollte großzügig gegossen werden.

Blätter des Maulbeerbaums

Die Blätter des Maulbeerbaums müssen in der Regel nicht geschnitten werden und benötigen auch keiner besonderen Pflege. Sie sind etwa 6 – 12 cm lang, herzförmig bis eiförmig oder lang zugespitzt. Der Blattstiel der Blätter weist eine Länge von ungefähr 1,5 – 2,5 cm auf.

Während die Oberfläche der Blätter rau und dunkelgrün ist, sind die Unterseiten etwas heller und entlang der Hauptnerven stark behaart. Die Herbstfärbung der Blätter des Maulbeerbaums ist gelb bis orange-rot.

Früchte des Maulbeerbaums

In ihrem Aussehen gleichen die Früchte des Maulbeerbaums Brombeeren in riesiger Größe. Sie besitzen einen herb-lieblichen Geschmack und reifen von Mai bis September heran. Wer sie erntet, kann sie auf vielfältige Art und Weise verarbeiten: Man kann aus den süß-säuerlichen Früchten zum Beispiel Maulbeerwein, Sirup oder Marmelade machen. Sie enthalten viele Vitamine sowie Mineralstoffe und wachsen aus den Achseln der großen Blätter des Maulbeerbaums heraus.

Damit Maulbeerbäume möglichst viele Früchte tragen, müssen einige Punkte beachtet werden. Nur wenn die entsprechenden Bedingungen gegeben sind, können Früchte ausreichend wachsen und gedeihen. Zu beachten sind daher folgende Punkte:

  • Eine regelmäßige und ausreichende Versorgung mit Nährstoffen muss gegeben sein.
  • Kübelpflanzen müssen jede Woche mit Volldünger befüllt werden, damit sie in der Erntezeit viele Früchte hervorbringen.
  • Für freiwachsende Maulbeerbäume ist es sinnvoll, gut verrotteter Kompost oder Hornmehl in die Erde zu geben.
  • Dies sollte jeweils einmalig im April sowie im Juni geschehen.

Neben dem schwarzen Maulbeerbaum existiert noch der Weiße Maulbeerbaum, welcher – wie der Name bereits erahnen lässt – weiße Früchte trägt. Diese gelten jedoch im Gegensatz zu den brombeerähnlichen Früchten des Schwarzen Maulbeerbaums als fade und geschmackslos. Sie werden vor allem in Ostasien angebaut und ihre Früchte dienen als Futter für Seidenraupen.

Seidengewinnung mithilfe des Maulbeerbaums

Maulbeerbaum

Der Maulbeerbaum ist eine der ältesten Kulturpflanzen, die bei der Gewinnung von Seide eine tragende Rolle spielen. Schon während des 19. Jahrhunderts wurde mit seiner Hilfe Seide gewonnen: Von den saftigen grünen Blättern des Maulbeerbaums ernähren sich nämlich die kleinen Raupen eines Schmetterlings, der auch Seidenspinner oder Maulbeerspinner genannt wird.

Verpuppen und häuten sich diese kleinen Raupen bleibt das Seidengarn ihrer Kokons zurück. Sie werden abgesammelt und gekocht, wodurch man dann die Fasern in Form von feinen Spinnfäden abwickelt.

Diese zarten Erzeugnisse bilden dann die Basis für die Produktion von Naturseide. Die Eigenschaften der Naturseide sind vielfältig: Sie bestehen aus tierischem Eiweiß, sind sehr empfindlich und reagieren auf jegliche Einflüsse der Umwelt. Deswegen ist es sehr wichtig, dass man sie nur mit sehr sanften Reinigungsmitteln und nur von Hand wäscht.

Da Naturseide sehr stark auf Hitze reagiert, kann man sie durch ein falsches Waschprogramm schnell zerstören. Das gleiche passiert bei zu langer Sonneneinstrahlung auf die Naturseide: In diesem Fall vergilbt die Seide schnell. Auch im Trockner darf die gewonnen Seide nicht getrocknet werden.

Wurzeln des Maulbeerbaums

Die Wurzeln des Maulbeerbaums sind sehr fleischig und benötigen einen trockenen und durchlässigen Boden. Auch Staunässe sollte vermieden werden, da es sonst zu einer schnellen Verfaulung der Wurzeln kommen kann.

Die Wurzeln des Schwarzen Maulbeerbaums entwickeln sich in den meisten Fällen herzförmig, was jedoch vom jeweiligen Untergrund abhängt. Grundsätzlich wachsen die Wurzeln bessern, wenn kalkreiche Böden gewählt werden.

Bedeutung des Maulbeerbaums

Die Bedeutung des Maulbeerbaums reicht weit in der Geschichte zurück: Bereits bei den alten Griechen war er eine uralte Kulturpflanze und galt als Symbol der Klugheit. Außerdem war er der Gottheit Pan gewidmet.

  • In einer Geschichte des griechischen Dichters Ovid wird der Baum als ein Zeichen der Trauer aufgefasst.
  • Unter einem Maulbeerbaum nimmt die Liebesgeschichte von Pyramus und Thisbe ein tragisches Ende und gilt in diesem Zusammenhang als Zeichen der Trauer.
  • Seitdem sich die unglücklich verliebte Thisbe in Ovids Sage unter dem Maulbeerbaum mit einem Schwert das Leben nahm, verfärbten sich die ursprünglich weißen Früchte des Baumes schwarz.
  • Der weiße und der schwarze Maulbeerbaum fanden als Nutzpflanzen eine größere Bedeutung.
  • Ersterer wurde zur Seidenraupenzucht verwendet, während Zweiterer zur Fruchtgewinnung genutzt wurde.

Die Bedeutung als Symbol der Klugheit erlangte der Maulbeerbaum deswegen, da er seine Knospen erst entfaltete, wenn keine Frostgefahr mehr vorherrschte. Im alten China wurden die Maulbeerbäume als Bäume des Sonnenaufgangs und der Sonnen-Mutter verehrt

Der Maulbeerbaum in der Bibel

Auch in der Bibel wird der Maulbeerbaum an zahlreichen Stellen erwähnt - insgesamt achtmal kommt er darin vor. So kletterte Zachäus auf einen Maulbeerbaum, um Jesus aus der Ferne zu erkennen. Darüber hinaus gibt es ein biblisches Gleichnis, in welchem ein Maulbeerbaum erwähnt wird.

Es gibt verschiedenen Übersetzungen der Bibel, die entweder von „Maulbeerbaum“ oder „Maulbeerfeigenbaum“ sprechen. Letzterer ist mit der essbaren Feige verwandt und wird klar vom Maulbeerbaum abgegrenzt, er diente nicht als Früchte- sondern als Holzlieferant. Weitere Stellen der Bibel, in denen der Maulbeerbaum erwähnt wird finden sich im Alten und im Neuen Testament.

Hannah Meissner
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