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Ofenfischchen in der Wohnung bekämpfen

Diese kleinen Ofenfischchen stellen keine ernsthafte Bedrohung für den Menschen dar. Es handelt sich um einen Hygienschädling, der menschliche Nahrungsmittel mit humanpathogenen Keimen verunreinigt.

 
Ofenfischchen

Allerdings kann ein massenhaftes Auftreten einiges Unbehagen bis hin zum Ekel mit sich bringen. Ein minimaler Befall fällt mitunter kaum auf.

Was sind Ofenfischchen?

Ofenfischchen (Thermobia domestica) gehören zu den Urinsekten, besitzen aber keine Flügel. Es handelt sich hierbei um nahe Verwandte der Silberfischchen (Lepisma saccharina), daher kann mitunter leicht eine Verwechslung erfolgen.

Ofenfischchen sind an folgenden Merkmalen erkennbar:

  • Länge bis 13 mm
  • Besitzen lange Geißelantennen
  • Brustabschnitt verbreitert, Hinterleib nach hinten verjüngend
  • Am Körperende befinden sich drei lange, borstenartige Fortsätze: zwei seitliche Cerci
    und ein sogenanntes Terminalfilum
  • Die Fortsätze sind jeweils solang wie der Körper
  • Die Cerci stehen fast senkrecht vom Körper ab
  • Hinterleibsanhänge hell und dunkel geringelt

Ofenfischchen lichtscheu und nachtaktiv

Die kleinen Krabbler lieben ein feuchtes, warmes Klima. Daher findet man sie auch ausschließlich in beheizten Gebäuden, in der Umgebung von Öfen und Heizungsanlagen. Sehr häufig kann man sie auch in Bäckereien im Bereich der Öfen antreffen. Ofenfischchen sind nachtaktiv und äußerst lichtscheu. Zu ihrer Nahrung gehören zuckerhaltige Stoffe, auch Mehl, Haferflocken, Müsli und Brot. Bei einem Befall können sie Lebensmittel mit Larvenhäuten verunreinigen. Diese verklumpen dann und haben einen dumpfen, muffigen Geruch.

Im Laufe ihres Lebens legen die Weibchen bei einer Temperatur von 32 bis 41 °C bis zu 200 Eier ab. Bei ausreichender Temperatur schlüpfen dann die Larven nach einer Inkubationszeit von 12 bis 13 Tagen.

 

Ofenfischchen sind verhältnismäßig langlebig. Sie können bis 1,5 Jahre alt werden. Während dieser Zeit häuten sie sich bis zu 60mal. Diese Tiere sind in der Lage ihre drei Hinterleibsanhänge und auch die Fühler zu regenerieren.

Bekämpfung notwendig

Bei einem Befall ist es wichtig zu wissen, wo die Tiere sich verstecken und aufhalten, um dann auch eine effektive Bekämpfung durchzuführen. Es gibt dabei verschiedene Möglichkeiten, selbst tätig zu werden. Dabei kann gewählt werden zwischen:

  • Klebefallen
  • Kontaktinsektizide
  • Fressköder
  • Natürliche Feinde

Klebefallen einfach einzusetzen

Mithilfe von solchen sogenannten Klebefallen kann das Ausmaß des Befalls festgestellt werden. Es handelt sich hierbei um Leimfallen, welche mit Lockmittel wie Pheromonen (Sexuallockstoffe ) oder auch Fresslockstoffe versehen sind.

Es sollten dabei immer insektizidfreie und feuchtigkeitsbeständige Fallen gekauft werden. Diese sind gebrauchsfertig und können direkt im betreffenden Raum ausgelegt werden. Es sollte dann eine regelmäßige Kontrolle erfolgen.

Tipp: Klebefallen lassen sich auch leicht selbst herstellen. Dazu müssen nur Papierstreifen mit Honig bestrichen werden.

Kontaktinsektizide besonders anwenderfreundlich

Das Kontaktgift enthält die Wirkstoffe Imiprothrin und Cypermethrin. Es wirkt auf das Nervensystem der Tiere. Bei Berührung kommt es zu Koordinationsstörungen, Lähmungen und schließlich in wenigen Minuten zum Tod.

Daneben gibt es auch Gifte mit dem Wirkstoff Spinosad. Dieser hat zur Folge, dass die Insekten austrocknen, sowie das Gift auf die Oberfläche gelangt. Das Kontaktgift sollte in alle Schlupfwinkel, Verstecke und Ritzen ausgebracht werden.

Fressköder einfach und effektiv

Im Handel sind gebrauchsfertige Köderdosen zu finden. Die Ködergele enthalten unter anderem die insektiziden Wirkstoffe Fipronil oder Imidacloprid. Sie befinden sich im Inneren der Dose. Das hat den Vorteil, dass Haustiere und auch Kindern nicht damit in Kontakt kommen können. Die Handhabung ist recht einfach, Dose öffnen und in die Ecke stellen.

Die Insekten fressen sich darin satt und verenden dann schließlich. Eine Dose kann je nach Befall bis zu drei Monaten genutzt werden.

Einsatz von natürlichen Feinden

Spinnen und Ohrwürmer gehören zu den natürlichen Feinden der Ofenfischchen. In Abstellräumen und Heizungskellern können diese Tiere für die Bekämpfung äußerst hilfreich sein. Zur Anlockung von Ohrwürmern dient einfach ein umgedrehter mit Stroh gefüllter Blumentopf als Unterschlupf.

Hausmittel gegen Ofenfischchen

Wer nicht unbedingt bei der Bekämpfung von Ofenfischchen zu Insektiziden greifen möchte, kann es auch mit einigen Hausmitteln versuchen. So können unter anderem Fressfallen selbst hergestellt werden mit Mitteln, die in jedem Haushalt zu finden sind.

hausmittel-kartoffel-ofenfischchen

  1. Feuchte Tücher mit Mehl oder Zucker bestäubt auslegen.
  2. Gekochte Kartoffeln in eine Schale geben und an die Wand stellen. Abends aufstellen und morgens Tierchen einsammeln und entsorgen.
  3. Glas mit Klarsichtfolie umwickeln, Köder entweder aus Mehl, Zucker oder Wasser hineingeben. Bei Mehl trocknen die Ofenfischchen aus, im Wasser ertrinken sie.

Sollte jedoch der Befall Ausmaße annehmen, dann kann nur noch ein Schädlingsbekämpfer helfen.

Befall vorbeugen

Um einem Befall vorzubeugen, müssen für die Tiere ungünstige Lebensbedingungen geschaffen werden. Dazu gehört ein richtiges Lüften und Heizen.

Die Räume sollten dazu mindestens 2 bis 3mal am Tag stoß- oder auch quergelüftet werden. Bei der Stoßlüftung wird das Fenster für 5 bis 10 Minuten ganz aufgemacht. Bei einer Querlüftung wird im gegenüberliegenden Raum das Fenster für 2 bis 5 Minuten geöffnet.

So kann einfach die frische Luft gegen die verbrauchte Raumluft ausgetauscht werden. Durch das Querlüften kann schnell und effektiv ein Austausch der warmen und feuchten Luft gegen trockene erfolgen.

Ein Dauerlüften durch gekippte Fenster sollte vermieden werden, da der Luftaustausch dabei zu lange dauert und ganz nebenbei die Wohnung auch auskühlt.

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