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Pflanzen für saure Böden

Vorerst sollte man wissen, ab wann ein Boden als „sauer“ gilt. Darüber gibt der sogenannte pH-Wert Auskunft. Er ist ein Maß für den sauren oder basischen Charakter und damit der Wasserstoff-Ionen-Konzentration von Flüssigkeiten und auch Erden.

 
Blaue Hortensie

Die Skala reicht von 0 bis 14, wobei die Null wohl eher mit ätzender Batteriesäure vergleichbar ist und im Garten wenig zu suchen hat. Natronlauge, eine stark alkalische Verbindung, stünde am anderen Ende der Skala.

Ein Wert von 7 repräsentiert den neutralen Wert. Darunter gilt der Boden als sauer, darüber als alkalisch.

In der Regel hat ein normaler Gartenboden einen Wert zwischen 5,5 und 6,5 und ist damit für fast alle Pflanzen geeignet. Neutrale Böden schließen die vorhandenen Nährstoffe in einer idealen Kombination auf.

Nicht alle Stellen im Garten, werden neutrale Bedingungen aufweisen. Eine Änderung der Bodenverhältnisse ist meist aufwändig und langwierig. Es gibt eine Menge von Pflanzen, die in saurer Erde und auf sauren Böden prächtig gedeihen. Der Garten wird zu einer Oase für eine Vielfalt von Pflanzen und das wechselnde Farbenspiel bereitet das ganze Jahr hindurch Freude.

▶ Hier geht es weiter zur Pflanzenbestimmungs-Anleitung

Welche Pflanzen sind für sauren Boden und Erden geeignet?

Grundsätzlich ist die Auswahl an Nutz-Pflanzen für den Garten bei sauren Böden kleiner, als bei Böden mit pH-Werten ab 6,5 aufwärts. Bei Zierpflanzen ist die Auswahl schon größer. Diese werden auch als „Moorbeet-Pflanzen“ bezeichnet, dabei bezieht sich Moorbeet auf den gewünschten pH-Wert und nicht auf den Feuchtigkeitsgrad, der benötigt wird.

Vielfach wird man auf sauren Böden Azaleen, Rhododendren, Kamelien und Heidelbeeren finden. Beeren und Kartoffeln bevorzugen ebenfalls leicht saure Erde.

Die folgende Auflistung getrennt nach Gehölzen, Sträuchern und Nutzpflanzen dient zur Orientierung und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Gehölze für sauren Boden

  • Blumenhartriegel (Comus florida), in der Verbreitungsform als Strauch oder kleiner Baum. Diese Hartriegel-Gewächse erkennt man an ihren auffälligen Blütenständen, weshalb sie gerne als Zierpflanzen verwendet werden.
  • Goldahorn (Acer shirasawanum), ist ein kompakter Strauch mit leuchtend gelben Blättern. Er hat eine schöne Färbung im Herbst, wird etwa 2 bis 3 Meter hoch und kann ebenso breit werden. Am besten gedeiht er an einem halbschattigen Standort.
  • Hortensien (Hydrangea), sind für die charakteristischen, schirmförmigen Blütenstände bekannt. Die Blütenfarbe kann vom pH-Wert des Bodens abhängig sein. Sie neigen zu Violett bei sauren Böden und zu Rot bei höherem alkalischen Bodengehalt.
  • Magnolie (Magnolia), sind immergrüne Bäume und Sträucher, mit wechselständig angeordneten Laubblättern. Magnolien blühen im Frühjahr auf, bevor noch die ersten Blätter erscheinen – ein wunderschönes Ziergehölz, wobei sich allerdings in der Rinde und im Holz ein leicht giftiger Stoff befindet.
  • Kamelie (Camelia), gehört zur Familie der Teestrauchgewächse und ist eine beliebte Zierpflanze. Sie wächst als sehr langlebiger, immergrüner Strauch oder kleiner Baum. Je nach Art und Standort kann die Kamelie im Spätwinter oder Frühjahr blühen und zeigt dabei ein Farbenspiel, das in vielen Schattierungen von weiß über rosa bis dunkelrot reicht.
  • Vogelbeere (Sorbus aucuparia), auch als Eberesche bekannt und ist der Gattung der Mehlbeeren zugehörig. Blüht Mai bis Juli in ausgeprägten weißen oder roten Schirmrispen. Die Früchte reifen im August bis September und werden als Beeren bezeichnet, obwohl sie im botanischen Sinne Apfelfrüchte sind.
  • Rododendron / Azaleen, fallen in die Familie der Laubgehölze und werden wegen der wunderschönen Blüten auch Alpenrosen genannt. Azaleen sind im Winter laubabwerfend, während Rododendren immergrün sind. Die Blütezeit reicht von März bis in den Juni, ein prachtvolles Ensemble an Blüten ist der Dank für aufmerksame Pflege und den richtigen Boden.

Gräser, Stauden, Farne für sauren Boden

Arnika Biene

  • Arnika (Arnica montana), auch Bergwohlverleih genannt, gehört zur Familie der Korbblütler und gedeiht am besten im Gebirge. Sie steht unter Naturschutz und wurde 2001 zur Arzneipflanze des Jahres gewählt. Sie blüht mit dottergelben Röhrenblüten und vielnervigen, orangegelben Zungenblüten.
  • Frauenschuh (Cypripedium), gehört zur Familie der Orchideen und trägt traubige Blütenstände. Es sind winterharte Pflanzen die auch Temperaturen unter Minus 20 Grad vertragen. Das klassische Auftreten ist von einem gelben Schuh und braunroten Fahnen gekennzeichnet.
  • Sumpfdotterblume (Caltha palustris), gehört zu den Hahnenfußgewächsen. Es handelt sich um eine sommergrüne, ausdauernde und krautige Pflanze. Die Blüten erscheinen ab März und blühen standortabhängig bis Juni. Vereinzelt kann es von Juli bis Oktober zu einer schwächeren Zweitblüte kommen.
  • Pfauenrad – Farn (Adiantum pedatum), ist eine ausdauernde Pflanze mit einer Wuchshöhe bis zu 60 Zentimeter. Der Farn wächst relativ langsam, wird aber dann breit und wuchtig. Er wächst gern an kalkarmen, geschützten Standorten.

Nutzpflanzen für sauren Boden

  • Heidelbeere (Vaccinium corymbosum), ist ein stark verzweigter Halbstrauch mit eher glatten Zweigen. Noch vor den Blättern erscheinen die Trauben, die Beeren sind rundlich und dunkelblau mit einem Durchmesser von 6 bis 8 Millimeter.
  • Preiselbeere (Vaccinium vitis-idaea), ist eine Gattung der Heidelbeere und wächst als immergrüner, kompakter Zwergenstrauch. Sie wurzelt bis einen Meter tief. Als Früchte trägt sie leuchtend rote Beeren, die unter guten Bedingungen sogar ein zweites Mal reifen.
Daniela Lamberti
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