Startseite   »   Bäume   »   Quittenbaum

Quittenbaum

Der Quittenbaum gehört zu den Rosengewächsen und ist ein Kernobstgewächs. Mit botanischem Namen wird der Baum Cydonia oblonga genannt.

 
Quittenbaum

Das Besondere an der Quitte ist, dass sie als Obstbaum schon seit vielen Tausend Jahren kultiviert wird. Auch in den heimischen Gärten wird die Quitte immer beliebter.

Quittenbaum – Herkunft und Geschichte

 Quitten gibt es seit einer Ewigkeit. Allerdings waren die Pflanzen lange in Vergessenheit geraten und galten als verpönt. Lange Zeit galten Quitten als ein Obst aus Omas Zeiten. Beheimatet ist die Quitte ursprünglich im östlichen Kaukasus und im Südkaukasus.

Den Römern war die Pflanze schon 200 v. Chr. bekannt, während die Frucht in ihrer Ursprungsregion seit ca. 4000 Jahren bekannt ist. Im 9. Jahrhundert fand die Pflanze ihren Weg nach Mitteleuropa und gedeiht dort vorzugsweise in wärmeren Regionen. Quitten werden auch als Lebensmittel verwendet. Bekannt sind unter anderem Marmeladen, Gelees, Säfte, Mus, Liköre und Wein oder Schnaps aus der Quitte.

Giftigkeit der Pflanze

Auch wenn Quitten Obst sind, sollten sie im Vergleich zu anderen Obstsorten nicht roh verzehrt werden. Quitten haben eine feste Schale, die einen bitteren Geschmack hat. Dieser kann als natürlicher Schutz angesehen werden, da die Bitterstoffe vom rohen Verzehr abhalten. In den Quitten sind Samen enthalten, die reich an Blausäure sind.

Zudem enthalten die Samen der Quitte cyanogene Glycoside in denen die Blausäure vorkommt. In gekochtem Zustand ist die Blausäure nicht mehr enthalten. Gerbsäure ist in den Früchten ebenfalls enthalten.

Blütezeit beim Quittenbaum

Quitten wachsen als Strauch oder Baum und können bis zu acht Meter hoch werden. An den Spitzen der Blattzweigen zeigen sich dann die Blüten. In der Blüte steht der Baum leider nur relativ kurz. Die meisten Quittenbäume blühen in den Monaten Mai und Juni. Im Durchschnitt wird die Blüte ca. 5 cm groß und erscheint in den Farben Weiß oder Rosa.

Ende der Blütezeit

Spätestens Ende Juni verliert der Quittenbaum seinen schönen und zarten Blüten. Die Quitte gehört zu den selbstfruchtbaren Bäumen, sodass zum Bestäuben kein zweiter Baum benötigt wird. Früchte an dem Quittenbaum bilden sich aber nicht sofort, denn der Baum muss mindestens vier Jahre alt sein, um Früchte bilden zu können.

Cydonia oblonga – Schneiden und Pflege

Quitten gehören zu den pflegeleichten Obstbäumen und wachsen nur langsam. Daher müssen sie nicht zu oft und auch nicht regelmäßig geschnitten werden. Ist der Baum jedoch groß genug, sollte ein Pflegeschnitt erfolgen.

  1. Beim Pflegeschnitt wird in erster Linie die Baumkrone ausgelichtet. Mit einer scharfen Ast- oder Baumschere werden zuerst alle toten und abgestorbenen Äste entfernt.
  2. Danach werden ganz dünne Äste entfernt und auch solche, die nach innen oder über Kreuz wachsen. Es ist wichtig, diese Pflanzenteile weit genug, am besten bis an den Stamm, abzuschneiden.
  3. Vor dem Einpflanzen sollten auch die Wurzeln geschnitten werden. Diese werden einfach nur in Form gebracht und die Enden glatt abgeschnitten.

Winterhart

QuittenQuittenbäume sind robuste Pflanzen, die sich dem hiesigen Klima gut anpassen können. Daher können ältere Bäume ohne Schaden zu nehmen im Freien überwintert werden. Junge Bäume sollten jedoch mit einem Frostschutz versehen werden. Hilfreich ist ein schützender Standort, der beim Einpflanzen sorgfältig ausgewählt werden sollte. Dann hilft eine dicke Schicht aus Laub vor dem schlimmsten Frost. Auch Rindenmulch, der mehrere Zentimeter dick um den Baum herum angeschüttet wird, schützt die Quitte ausreichend vor Frost. Zusätzlich kann das Erdreich um den Baum herum mit einem Gartenvlies abgedeckt werden.

Krankheiten beim Quittenbaum

Es gibt Krankheiten und Fehler in der Pflege, die der Quittenbaum nur schwer verzeihen kann.

  • Bekommt der Baum zu wenig Wasser, oder wurde ein zu trockener Standort gewählt, kann sich das negativ auf seine Früchte auswirken. Bei einem Wassermangel bilden sich wesentliche weniger Früchte. Zudem reifen diese nicht richtig aus. Die Zufuhr von mehr Wasser schafft Abhilfe.
  • Fleischbräune ist eine Baumkrankheit, die nicht sofort zu erkennen ist. Sichtbar wird der Schaden erst beim Aufschneiden der Früchte, da diese komplett mit braunen Flecken durchzogen sind. Wurden die Früchte zu spät vom Baum geholt, oder wenn die Witterungsverhältnisse stark schwanken, kann es zur Fleischbräune kommen.
  • Quittenrost, der auch als Blattbräune bezeichnet wird, entsteht durch einen Pilzbefall. Dabei werden die Baumblätter geschädigt. Sie bekommen viele braune Punkte und fallen dann komplett ab. In erster Linie wird der Pilzbefall durch zu viel Feuchtigkeit verursacht. Das Auslichten der Baumkrone und das Entfernen von betroffenen Pflanzenteile hilft gegen den Pilz. Zudem sollte Laub auf dem Boden umgehend entfernt werden.
  • Zu den gefährlichen Krankheiten beim Quittenbaum gehört der Feuerbrand, bei dem es sich um eine durch Bakterien hervorgerufene Krankheit handelt. Die Blätter des Baumes welken und nehmen eine schwarze Farbe an – sie sehen wie verbrannt aus. In der Regel sterben die Pflanzen in nur wenigen Wochen komplett ab. Da sich diese Krankheit wie eine Seuche ausbreiten kann, ist der Feuerbrand meldepflichtig.

Quitten – Pflanzen und Standort

Der Richtige Standort ist das A und O, wenn der Quittenbaum richtig gedeihen und reichlich Früchte tragen soll. Bis zum Tragen der ersten Früchte müssen sich Gartenbesitzer jedoch mindestens vier Jahre gedulden. Der Baum benötigt einen nährstoffreichen Boden und einen Platz, an dem er ausreichend Sonne bekommt. Quittenbäume gehören nicht zu den schnell wachsenden Gehölzen, sondern wachsen langsamer als andere Bäume. Soll ein Quittenbaum gepflanzt werden, ist das Frühjahr der beste Zeitpunkt. Kommt der Baum im März in die Erde, kann er bei diesem Klima am besten anwachsen. Es muss ein ausreichend großes Loch ausgehoben werden. In dieses sollte die Wurzel ohne zu drücken hineinpassen und rundherum noch wenige Zentimeter Platz haben.

Sobald die Wurzel in der Erde steckt, wird das Pflanzloch nach und nach mit Erde aufgefüllt. Diese muss zwischendurch immer wieder festgetreten werden, damit die Wurzel ausreichend Halt bekommt. Danach wird die Quitte mit reichlich Wasser angegossen, sodass das Wasser auf dem Boden stehenbleibt.

Quittenbäume stellen wenig Ansprüche

Da Quitten keine großen Ansprüche stellen, benötigen sie keine regelmäßige Düngung. Damit der Boden aber nicht auslaugt, kann er alle zwei Jahre mit einer hochwertigen Komposterde aus dem eigenen Komposthaufen angereichert werden. Das Frühjahr eignet sich dafür am besten. Wurde der Standpunkt nicht optimal gewählt, kann der junge Baum umgepflanzt werden.

Dann muss der gesamte Wurzelballen großzügig und ohne Schaden ausgegraben werden. Zusammen mit der anhaftenden Erde wird er dann am neuen Standort eingepflanzt. Ältere Bäume, die schon im Boden verwurzelt sind, können nicht mehr umgesetzt werden.

Daniela Lamberti
Letzte Artikel von Daniela Lamberti (Alle anzeigen)
Jetzt Neu auf dem Smartphone: Das Gartenrevue Pflanzenbestimmungsbuch
Aktion10 € Rabatt - Nur für kurze Zeit!

OHNE BOTANISCHE KENNTNISSE jede Pflanze bestimmen

Jetzt informieren