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Regenwürmer im Garten und Rasen anlocken

Der Regenwurm ist mit 46 Arten in Deutschland vertreten. Am bekanntesten davon ist wohl der Gemeine Regenwurm (Lumbricus terrestris) auch als Tauwurm bekannt.

 
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Er kann eine Länge von 9 bis 30 cm erreichen. Sein Körper besteht dabei aus zahlreichen zylindrischen Gliedern (Segmenten). Diese nehmen mit dem Alter zu. An der äußeren Haut sind kleine Borsten vorhanden. Der Wurm hat ein rötliches Vorderteil und blasseres Hinterteil. Er ist blind, taub, stumm und lichtscheu.

Regenwürmer können nur kriechen

Regenwürmer sind nachtaktiv. Durch vorhandene Längs- und Ringmuskeln kann er sich kriechend fortbewegen. Dabei werden die Muskeln abwechselnd gestreckt und zusammengezogen. Bei einem Zusammenziehen der Ringmuskeln wird der Wurm dünn und lang und wenn er die Längsmuskeln zusammenzieht dick und kurz. Die vorhandenen Borstenhaare verhindern dabei ein Zurückrutschen.

  • Bevorzugt leben die Regenwürmer in feuchter, lockerer Erde bei Temperaturen zwischen 10 und 15 °C.
  • Dabei sind sie im Frühjahr und Herbst am aktivsten. Hingegen ist für sie der Sommer zu trocken und der Winter zu kalt.
  • Während dieser Zeit graben sie sich tief in die Erde ein und ringeln sich dabei zusammen.
  • Sie verfallen dann in eine Art Sommer- bzw. Winterschlaf.

Diese Würmer findet man hauptsächlich auf Wiesen, in Gärten oder auch Obstplantagen. Sie gehören zu der Gruppe der Bohrgräber und graben pro Quadratmeter Gänge bis zu 20 m lang und in eine Tiefe bis 7 m.

Dabei können sie mit Leichtigkeit das 50 bis 60-fache ihres Körpergewichtes stemmen. In diesem Sinne sind sie der stärkste Wurm der Welt. Unter guten Bedingungen können sie bis acht Jahre alt werden.

Als „reger Wurm“ bekannt

Sein Name hat nicht wie irrtümlich angenommen mit Regen etwas zu tun. Dieser kann tödlich für ihn sein, denn durch die Vibrationen der Regentropfen wird er an die Erdoberfläche gelockt und dort wartet schon das tödliche UV-Licht und gefräßige Vögel.

 

Sein Name stammt eher aus dem 16.Jahrhundert. Denn schon dort war er als reger Wurm bekannt, da er ständig nur arbeitet und frisst.

Regenwürmer: Nützliche Helfer im Garten

Jeder Gärtner kann sich glücklich schätzen, wenn sich in seinem Garten in der Erde unzählige Regenwürmer tummeln. Sie sind ganz emsige Helfer bei der Bodenbearbeitung und erfüllen verschiedene Aufgaben:

  • Kompostierung von Abfällen, bsp. Laub
  • Verbesserung der Bodenqualität und Durchlüftung
  • Düngung des Bodens
  • Förderung nützlicher Mikroorganismen im Boden

Im Garten gräbt er unentwegt, kompostiert altes Laub und düngt mit seinem nährstoffreichen Kot, dem wohl weltbesten Dünger. Durch sein ständiges Graben wird der Boden gut aufgelockert und durchlüftet, dabei schichtet er die Nährstoffe von unten nach oben.

Nahrung von Regenwürmern

Regenwürmer ernähren sich von Blättern, abgestorbenen Pflanzenresten und Mikroorganismen. Pro Tag verdrückt er die Hälfte seines Eigengewichts. In einer Nacht kann er bis zu 20 Blätter in seine Gänge ziehen und klebt sie dort mit Schleim fest. Da er zahnlos ist, müssen Bakterien und Pilze die Pflanzenteile zerkleinern, bevor er diese fressen kann.

Bei der Aufnahme gelangt dann auch Erde mit in den Darm. Dort wird durch vorhandene Pilze und Bakterien alles gut durchmischt, der dabei entstehende Kot gilt als besonders gute Erde. Diese Regenwurmausscheidungen ist besserer Dünger als Kompost.

Pro Quadratmeter Boden sind in der Regel 100 bis 200 Würmer zu finden. Vorteilhaft ist das Vorhandensein vieler Regenwürmer auch für den Boden, da sich bei Regengüssen kein Wasser darauf staut, sondern da die Erde sehr locker ist wird das Wasser gut aufgesaugt. Durch das Vorhandensein von Regenwürmern kann der Gärtner mit höheren Ernteerträgen rechnen.

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Regenwürmer anlocken

Die beste Fangzeit für Regenwürmer ist während der Nacht oder auch nach längeren Regengüssen. Sollte der Boden jedoch sehr trocken sein, dann ist es ratsam vorher etwas zu wässern. Falls Regenwürmer auf Rasenflächen gefangen werden sollen, muss dieser kurz gemäht sein. Es gibt nun verschiedene Methoden, die Würmer aus der Erde zu locken:

  1. Senf-Methode
  2. Mit Salzwasser
  3. Erdbeben initiieren
  4. Wurmgrunz-Methode
  5. Würmer füttern

Senf-Methode

Dazu werden 60 g Senfmehl in 0,5 l Wasser aufgelöst. Die Lösung muss dann bis zu 24 Stunden ziehen. Danach wird alles nochmals mit 9,5 l Wasser gemischt, dann kann die Lösung auf den Boden ausgebracht werden.

Es kann auch scharfer Speisesenf anstelle von Senfmehl Verwendung finden, allerdings ist dann die Fangquote geringer.

Salzwasser

Zur Herstellung einer Lösung werden 500 g Salz in 10 l Wasser aufgelöst. Diese Mischung reicht für 1 qm Fläche. Die Ausbringung kann mit einer Gießkanne mit Brause erfolgen. Schon nach wenigen Minuten nach dem Besprühen kommen die ersten Regenwürmer zum Vorschein.

Erdbeben initiieren

Diese Methode geht auf den Evolutionsbiologen Charles Darwin zurück. Er entdeckte, dass Würmer fluchtartig an die Erdoberfläche kommen, wenn sie die Vibrationen eines sich durch das Erdreich grabenden Maulwurfs spüren.

Dazu wird eine Mistgabel im Winkel von 45° in die Erde gesteckt und mit einem Hammer leichte Schläge auf den Stiel ausgeübt. Durch die Vibrationen der Metallzinken im Erdreich, kommen die Tiere an die Oberfläche.

Wurm grunzen

Hierbei wird ein Holzpflock 30 cm in die Erde gesteckt und anschließend ein Metallstab über den Pfahl getrieben. Dadurch entstehen Vibrationen.

Würmer füttern

Diese Methode ist recht zeitaufwendig. Dazu werden auf einer Rasenfläche Futterköder ausgelegt, beispielsweise Kaffeesatz. Man muss dann allerdings einen Tag bis zur nächsten Nacht warten, bis sich die ersten Würmer zeigen. Den Kaffeesatz kann man dann einfach auf dem Rasen verteilen. Alternativ können als Lockmittel auch Baldrianblütenextrakt, Basalt-, Horn- oder auch Blutmehl verwendet werden.

Tipp: Nach Möglichkeit keinen Spaten verwenden. Da die Würmer hier zerteilt werden können oder auch die Flächen zerstört werden.

Es ist immer etwas Geduld notwendig. Die Tiere sollten erst ganz aus dem Boden gekrochen sein, denn wenn sie zu früh gegriffen werden, graben sie sich schnell wieder ein oder sie können verletzt werden.

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