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Saurer Boden

Der Begriff des sauren Bodens bezieht sich nicht, wie der Name auf den ersten Blick vermuten lässt, auf einen geschmacklichen Zustand, sondern auf den pH-Wert (Potentia Hydrogenii) des Bodens.

 
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Ein pH-Wert von unter 6,5 wird als sauer eingestuft. Ein Wert ab 7,5 oder höher wird hingegen als alkalisch definiert. Dazwischen befindet er sich im neutralen Bereich. Dieser Wert definiert in der Pflanzenwelt gleichzeitig, ob Pflanzen gut auf dem Boden gedeihen können oder nicht. Darauf soll im Folgenden näher eingegangen werden.

Gartenboden sauer: Welcher Wert ist optimal?

Gibt es einen optimalen pH-Wert für den eigenen Boden oder die Erde in den Blumentöpfe? Dies mag sich der Hobbygärtner fragen, bevor er Bäume oder Pflanzen in den Boden hineinpflanzt. Diese Frage kann spätere Probleme, die im Nachhinein eine aufwendigere Lösung zur Folge haben, vermeiden.

Der Wert und der damit verbundene Erfolg ist allerdings davon abhängig, welche Pflanzen bzw. Bäume welchen Bodentyp bevorzugen. Das bedeutet, dass ein neutraler Boden nicht gleich ein optimaler Boden ist.

Pflanzen wie Lupinen, Kamelien, Lilien sowie Pfingstrosen bevorzugen beispielsweise einen sauren Boden. Der Test zur groben Analyse der Bodenbeschaffenheit lässt sich im Übrigen mit einem Messgerät oder einem dafür ausgerichteten Schnelltest durchführen, welche im freien Handel erhältlich sind.

Möchte der Gärtner hingegen einen vollständigen Analysebericht zur Beschaffenheit seines Bodens, sollte er dazu eine entsprechende Firma bzw. ein Speziallabor beauftragen. Dann könnten weitere Nährstoffe wie Magnesium, Kupfer, Kalium, Zink, Bor, Phosphor, Nitrat und Eisen mittels Bodenprobe analysiert werden.

Die Früchte bzw. Pflanzen, die beispielsweise mit einem neutralen Wert zwischen 6,5 und 7,5 am besten gedeihen, sind unter anderem:

  • Blumenkohl
  • Lauch
  • Zuckermais
  • Porree
  • Kirschen

Pflanzen für saure Böden

Wie angesprochen sollte der Gärtner nicht enttäuscht sein, wenn sein Boden einen sauren pH-Wert aufweist. Er hat nach wie vor viele Möglichkeiten, viele verschiedene Pflanzenarten in seinem Garten gut wachsen zu lassen. Bei einem pH-Wert unter 6,5 gibt es nämlich noch ausreichende Möglichkeiten an Pflanzen für saure Böden, die er auswählen könnte.

Nachstehend werden die Pflanzen und Früchte mit ihren idealen Werten angezeigt. Dabei fällt auf, dass einige einen sauren bis neutralen Boden bevorzugen. Sie gelten somit als flexible Pflanzen- und Gemüsearten:

  • pH-Wert von 4,0 bis 6,0 für Heidelbeeren
  • pH-Wert von 5,0 bis 6,5 für Chicoree und Kartoffeln
  • pH-Wert von 5,2 bis 7,5 für Tomaten
  • pH-Wert von 5,5 bis 6,5 für Mangold
  • pH-Wert von 5,5 -bis 7,0 für Bohnen und Sellerie
  • pH-Wert von 5,5 -bis 7,5 für Kohlrabi, Gurken und Kürbis
  • pH-Wert von 5,2 bis 7,5 für Tomaten
  • pH-Wert von 6,0 bis 7,0 für Lauch, Melone, Brokkoli, Möhren, Erbsen, Rüben, etc.
  • pH-Wert von 6,0 bis 7,5 für Grünkohl, Zucchini und Radieschen
  • pH-Wert von 6,3 bis 7,5 für Salate
  • pH-Wert von 5,5 -bis 7,5 für Erdbeeren

Gartenboden sauer: Was tun?

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Sollte der Gartenbesitzer mit einem sauren Boden dennoch nicht zufrieden sein, da er andere Pflanzen und Bäumen anpflanzen möchte, kann dies einfach ändern. Wie das geht, wird im Folgenden aufgezeigt:

Eine Möglichkeit, die Säure im Boden zu neutralisieren, funktioniert mit Düngekalk. Zudem gibt dieser dem Boden gleichzeitig Nährstoffe zurück und die Pflanzen können besser wachsen. Die benötigte Menge ist davon abhängig, wie säurehaltig der Ausgangs-pH-Wert ist.

Ist der Gartenbesitzer unsicher, sollte er zunächst in kleinen Mengen anfangen. Falls es nicht ausreichen sollte, kann er danach mehr verwenden. Diese langsame Steigerung ist sinnvoll, da der Einsatz von zu viel Kalk dafür sorgen kann, dass der Boden an Humus verliert. Zwar bringt dies zunächst den kurzfristigen Effekt, dass auf einmal sehr viele Nährstoffe freigesetzt werden. Auf lange Sicht wird der Boden so jedoch zunehmend ausgelaugt.

Es ist zudem interessant zu wissen, dass mit der Zeit der Kalk aufgrund von den Regen aus der Erde ausgespült wird. Dieser Prozess macht den Boden grundsätzlich saurer. Deswegen ist eine regelmäßige Kontrolle des Säuregrades immer zu empfehlen. Ebenso sollte Düngekalk gelegentlich eingesetzt werden. „Gelegentlich“ bedeutet in diesem Fall, dass dieser nicht zwangsläufig jedes Jahr zum Einsatz kommen muss. In der Regel reicht ein Düngen im Zweijahresrhythmus aus.

Das Gegenteil: Boden sauer machen

Auch das Gegenteil kann erwünscht sein: Der Gartenbesitzer möchte den Boden sauer machen, damit die anderen oben genannten Pflanzen oder Gemüsearten gedeihen können. Ebenso ist es möglich, dass zu viel Kalkdünger angewandt wurde, sodass der Gartenbesitzer den pH-Wert wieder korrigieren möchte. Dazu hat er die nachstehenden Möglichkeiten:

  • Zunächst sollte der Gartenbesitzer die natürlichen Ressourcen der Umgebung nutzen. So sollte er beispielsweise das Wasser, mit welchem er die Pflanzen gießt, ebenfalls auf den pH-Wert testen. Leitungswasser kann nämlich von 6,5 bis 8,5 reichen.
  • Ebenso kann reines gefiltertes Wasser verwendet werden. Dieses hat einen pH-Wert von circa 7. Nachteilig ist, dass das Reinigen auf die Dauer teuer werden könnte.
  • Des Weiteren kann organische Materialien, wie beispielsweise Torfmoos, Kompost, Mist oder kompostierte Eichenblätter hilfreich sein.
  • Wenn der Gartenbesitzer einen schweren Boden mit lehmhaltigem Anteil hat, können Schwefel oder Eisensulfat eine sehr gute Lösung sein. Schwefel wird durch Bakterien zu Schwefelsäure aufgespalten, welche wiederum den Boden saurer machen. Das Eisensulfat hingegen reagiert nicht auf organische, sondern chemische Art. Dadurch entsteht ebenfalls Säure.

Ammoniakhaltiger Dünger kann übrigens auch verwendet werden, da dieser den Boden saurer macht. Es ist lediglich auf einen Dünger mit Calcium- und Kaliumnitrat zu achten. Dieser enthält zwar auch anteilig Ammoniak, aber in einem Maße, sodass der Boden dadurch basischer wird.

Hannah Meissner
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