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Waldameisen im Garten bekämpfen

Waldameisen gehören zu den Schuppenameisen, von denen in hiesigen Regionen nur 23 Arten vorkommen. Waldameisen sind etwas größer als andere Ameisen und haben einen rotbraunen gefärbten Körper.

 
Waldameise

Obwohl die kleinen Krabbeltiere dem Menschen keinen Schaden zufügen, können sie schnell lästig werden, denn Ameisen treten nie alleine, sondern zu Hunderten als Volk auf. Es gibt verschiedene Mittel und Möglichkeiten, um Waldameisen im Garten zu vertreiben und fernzuhalten.

Waldameisen – Nützling oder Schädling?

Ameisen und Waldameisen gehören eigentlich nicht zu den Schädlingen. Sie sind winzig kleine Krabbeltiere, die im Garten andere Schädlinge vernichten. Unter anderem fressen Ameisen die Ausscheidungen von Blattläusen und deren Eiablage. Pflanzen, die von einem Befall geprägt sind, können den Schädling durch den natürlichen Fraßfeind – die Ameise – wieder loswerden. Allerdings können sich Ameisen auch durch die Blattläuse angezogen fühlen und kommen dann meist in Scharen.

Auch wenn die Tiere andere Schädlinge vernichten, können Waldameisen sehr lästig werden. Vor allem dann, wenn sie sich im Garten ein Nest bauen und dann in großen Ameisengruppen durch den Garten marschieren.

Allerdings lässt sich die Waldameise nicht in jedem Garten blicken, denn sie bevorzugt Lichtungen, Wälder und Waldränder. Als Schädlingsvernichter sind Ameisenvölker ideal, denn sie vernichten pro Tag mehrere Tausend Schädlinge.

Ameisen im Garten vertreiben

Waldameisen stehen unter Naturschutz und sind als besonders geschützt eingetragen. Das heißt, sie dürfen aus der Natur nicht entfernt werden. Daher sollten die kleinen Tiere auch nicht getötet, sondern nur bekämpft und vertrieben werden.

Sind die Ameisen erst im Anmarsch, lassen sich einzelne Exemplare noch gut vom Nestbau abhalten. Ist das Ameisennest jedoch schon fertig und das Ameisenvolk dort eingezogen, wird diese Aufgabe etwas schwieriger. Mit verschiedenen Hausmitteln, einigen Tricks und erlaubten Produkten aus dem Handel lassen sich aber auch große Ameisengruppen wieder aus dem Garten vertreiben. Bei der Bekämpfung von Waldameisen im Garten hat deshalb das Umsiedeln hächste Priorität.

Waldameisen umsiedeln

Ameisen sind zwar nützliche Tiere und sehr klein, dennoch können sie schnell lästig und zur Plage werden. Hat sich ein Ameisenvolk im Garten angesiedelt, kann man kaum noch in Ruhe im Freien sitzen, da die kleinen Krabbeltiere überall umher laufen.

Ameisennester aus dem Garten entfernen

In diesem Fall wird aber nicht zur chemischen Keule gegriffen, sondern das Nest ganz einfach umgesetzt:

  1. Ein ausreichend großer Tontopf (ohne Loch im Boden) wird mit leicht feuchter Holzwolle oder Stroh dicht gefüllt.
  2. Das Gefäß wird kopfüber direkt auf den Ameisenhügel, also den Bau der Ameisen, gestellt.
  3. Nach einer kurzen Zeit beginnen die Ameisen mit dem Umzug und tragen die ersten Eier in die provisorische Behausung.
  4. Nach ein paar Tagen ist der Umzug abgeschlossen, und die Ameisen werden umgesiedelt.
  5. Dazu wird der Tontopf vorsichtig aufgenommen und in einen Sack gestellt. Nun muss dieser in einer ausreichenden Entfernung (mindestens 30 bis 35 Meter) an einem neuen Standort platziert werden.

So lassen sich die zum Teil geschützten Ameisen schonen und artgerecht umsiedeln, ohne dass sie dabei verletzt oder gar getötet werden.

Waldameisen Bekämpfung: Wie lassen sich Waldameisen entfernen?

Da Waldameisen nützlich sind, sollte auf eine Bekämpfung mit Schädlingsmitteln verzichtet werden. Gärtner schätzen beispielsweise die Tatsache, dass viele für Pflanzen schädliche Raupen von den Waldameisen gefressen werden. So auch der Rosenwickler.

Eine Bekämpfung durch Schädlingsbekämpfer ist also ebenfalls nicht sinnvoll und auch nicht gestattet, da die roten Waldameisen unter Artenschutz stehen. Wird das Nest einer anderen Ameisenart entdeckt, so kann die Bekämpfung durch heißes Wasser erfolgen, welches über das Nest gegeben wird.

Natürliche Mittel und Hausmittel gegen Waldameisen

Mit verschiedenen Düften und Aromen lassen sich Waldameisen im Garten vertreiben und auch fernhalten. Chemische Mittel sind dazu nicht nötig, denn die Natur bietet natürliche Düfte an, die den kleinen Krabbeltieren reichlich stinken. Zu den Aromen und Duftstoffen, mit denen sich Ameisen vertreiben lassen, gehören unter anderem:

  • Zimt
  • Gewürznelken
  • Chili
  • Lavendelblüten
  • Zitronenschalen

Diese Mittel können direkt auf das Ameisennest oder die Ameisenstraßen gestreut werden. Auch an Stellen, wo man die Tiere fernhalten möchte, können sie aufgebracht werden. Ebenfalls lassen sich Waldameisen durch natürliche Barrieren abhalten. Dazu eignet sich einfacher Gartenkalk aus dem Handel oder Kreidepulver. Dieses wird in einer dicken Schicht einfach vor Haustüren, auf Fensterbänken und an anderen Stellen gestreut, wo den Ameisen der Zutritt versperrt werden soll.

Pflanzen im Garten gegen Ameisen

WaldameisenNeben natürlichen Gerüchen, die sich oft in der Küche als Gewürz finden lassen, gibt es auch einige Pflanzen, deren Duft für die Ameisen unangenehm ist. Um das Gemüsebeet oder andere Blumen vor den Waldameisen zu schützen, eignen sich die folgenden Pflanzen, die im Garten an den passenden Stellen gepflanzt werden können:

  • Tomaten
  • Lavendel
  • Majoran
  • Wacholder
  • Kerbel
  • Tausendgüldenkraut

Reicht das nicht aus, gibt es im Handel sogenannte Leimringe, mit denen sich Ameisen von Pflanzen fernhalten lassen. Diese Ringe werden am unteren Teil von Pflanzen und Bäumen angebracht und verhindern, dass die Ameisen einen Fraßschaden anrichten können. Als Alternative zu diesen Ringen können auch zerkleinerte Eierschalen oder Gartenkalk um die Pflanzen gestreut werden.

Nestbau erschweren

Ameisen bevorzugen einen relativ weichen Boden, wo sie ihr Nest gut und geschützt bauen können. Vorzugsweise suchen sich die kleinen Tiere dafür einen sonnigen Platz aus. Um den Ameisen den Aufenthalt im Garten etwas unangenehmer und den Nestbau etwas schwerer zu machen, sollte beim Verlegen von Platten kein Sand, sondern Splitt verwendet werden.

Auch seitlich am Gartenweg, unter den Bäumen oder mit der obersten Erdschicht in den Beeten vermischt, kann der Split die Waldameisen vom geplanten Einzug in den Garten abhalten.

Entdeckt man die Ameisen beim Nestbau, und ist dieses noch im Anfangsstadium, kann es sofort entfernt bzw. umgesiedelt werden. Dabei muss der Nestbereich großzügig mit einem Spaten ausgegraben werden. Am besten und am sichersten entfernt man die Ameisen beim Nestbau, wenn das ausgehobene Nest vorsichtig in einen Eimer gelegt, und an einem anderen Ort neu platziert wird.

Im eigenen Garten wird das ausgehobene Loch mit einem einfachen Duftstoff behandelt und anschließend mit einem Gemisch aus Erde und Splitt aufgefüllt. So kann man sicher sein, dass die Ameisen an dieser Stelle keinen zweiten Versuch unternehmen werden.

Rote Waldameisen im Haus entdeckt – Was tun?

Im Garten sind die roten Waldameisen nützliche Helfer – im Haus jedoch haben sie nichts zu suchen und können dementsprechend durch einen einfachen Trick unbeschadet nach draußen befördert werden. Hierzu die gesichteten Ameisen auf ein Blatt Papier krabbeln lassen und draußen wieder absetzen. Um zu vermeiden, dass neue Artgenossen in das Haus eintreten, sollten die Fenster und Türen möglichst geschlossen bleiben oder mit Fliegengittern ausgestattet werden.

Daniela Lamberti
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