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Wildbienen vertreiben

Wildbienen und Erdbienen sind für die Natur nützlich. Sie können einen Garten- oder Hausbesitzer allerdings auch stören, insbesondere wenn sie überhandnehmen oder gar ständig in das Hausinnere vordringen.

 
Wildbienen-vertreiben

Zunächst einmal sollten diese Insekten als spezielle Bienenart vorgestellt werden, damit der Gartenbesitzer genau weiß, mit welchen Insekten er es zu tun hat und welchen Nutzen sie bringen.

Dies soll eine entsprechende Sensibilität fördern, um die Tiere nicht zu töten, sondern lediglich zu vertreiben bzw. umzusiedeln, wenn sie störend in Erscheinung treten.

Wildbienen und Erdbienen: Lebensart und Erscheinungsbild

Die Wildbienen wie beispielsweise Erdbienen gehören zu der Überfamilie der Apoidea. Diese wiederum gehört zu den Hautflüglern und dabei im Speziellen zu den Stechimmen. Ausgenommen sind hingegen die Honigbienen, verwilderte Stämme der Honigbiene und wildlebende Urformen. Es gibt weltweit 30.000 Arten der Wildbienen. In Deutschland schwankt die Zahl je nach Einteilung zwischen 548 und 574 Arten. Soll es an das Wildbienen vertreiben gehen, gilt es ein paar Dinge zu beachten, die hier näher erläutert werden.

Da Wildbienen jedoch ähnlich wie andere Insekten aussehen können, werden sie oftmals mit folgenden verwechselt:

Gerade bei der Schwebfliege fallen bei genauer Betrachtung dennoch Unterschiede auf. Die Schwebfliege besitzt nur zwei Flügel, anstatt der vier Flügel einer Wildbiene. Zudem haben sie kürzere Fühler. Die Weibchen der Wildbienen fliegen in der Blütezeit von Blüte zu Blüte und beladen sich währenddessen mit reichlich Pollen.

 

Das ist insbesondere bei den nestbauenden Arten zu beobachten. Von daher sind sind für die natürliche Bestäubung der Blumen und Pflanzen sehr nützlich. Die Männchen sind schlanker als die Weibchen. Sie patrouillieren oftmals dieselben Blüten- und Nestplätze in wiederkehrenden Flügen. Solche werden nachstehend genauer beschrieben.

Nest der Wildbienen

Die Wildbienen leben in kollektiver Lebensweise zusammen. Sie vollziehen Brutpflege und versorgen nach dem Schlüpfen den Nachwuchs, indem sie ihn füttern. Dabei nutzen mehrere Weibchen dieselben Nester. Sie können zudem zu einem größeren Bienenvolk heranwachsen. Die Nester sind zum Beispiel in Erdlöchern, Mauerrissen oder sogar verlassenen Schneckenhäusern anzutreffen.

Bei den Furchenbienen bilden sich oftmals Nestaggregationen. Das bedeutet, dass die Nester aneinandergelegt sind. Es können auch Arbeiterinnen bei anderen Arten vorkommen. Sie zeugen keinen eigenen Nachwuchs, sondern versorgen den der anderen Weibchen.

Stechen Wildbienen?

Vorauseilend soll gesagt sein, dass Wildbienen niemanden von sich aus angreifen, was den Menschen miteinschließt. Es gibt zwar afrikanische aggressive Arten, die sich bereits durch Verschleppung nach Südamerika ausgebreitet und gekreuzt haben. Sie sind aber hierzulande nicht zu finden.

Honigbienen oder auch die oft als harmlose bezeichnete Hummel stechen schon eher, wenn sich der Mensch einer Kolonie nähert. Hingegen stechen die Weibchen den Menschen nur dann, wenn sie sich tatsächlich unmittelbar bedroht fühlen.

Derartige Situationen sind beispielsweise:

  • Barfuß auf die Bienen treten
  • Versehentliches Verfangen der Biene zwischen Kleidungsschichten
  • Zerdrücken der Biene mit bloßer Hand oder Fingern

Viele Wildbienenarten können mit ihrem Stachel tatsächlich gar nicht stechen, da dieser die menschliche Haut nicht durchdringen kann. Zudem besitzen nur die Weibchen einen Stachel.

Wildbienen-stich

Steckbrief: Wildbienen

Die Wildbiene bzw. Wildwespe ist mit rund 230 Arten in Deutschland gefährdet. Darunter gehört die Erdbiene und die Holzbiene. Sie mögen hautsächlich Pollen und Nektar. Da diese Nahrungsmittel durch Gifte jedoch immer weiter zurückgedrängt werden, beziehungsweise zunehmend verseucht werden, ist der Bestand der Wildbienen in Gefahr. 26 Arten sind mittlerweile sogar als extrem selten eingestuft. Aus diesem Grunde sollte mit den nachfolgenden Ratschlägen zur Umsiedlung bzw. Vertreibung verantwortungsbewusst umgegangen werden.

Des Weiteren haben Wildbienen folgende natürliche Feinde, die aber in der Regel nicht stark bestandsmindernd wirken:

  • Wespen
  • Vögel
  • Hornissen
  • Spinnen

Wildbienen umsiedeln und Erdbienen vertreiben

Die beste Art der Bekämpfung ist, die Wildbienen aufgrund ihrer bereits dezimierten Population, nicht zu töten, weder durch direktes Abtöten noch durch Gifte. Vielmehr sollten die Tiere umgesiedelt oder vertrieben werden, wenn man sich im eigenen Garten durch sie gestört fühlt. Hierbei stellt sich natürlich die Frage, ob ein normaler Gartenbesitzer dies überhaupt machen darf. So dürfen beispielsweise Honigbienen, Hornissen oder Wespen nur von einem Fachmann umgesiedelt werden.

Bei Wildbienen wie den Erdbienen oder Sandbienen gilt dies ebenso: Der Gartenbesitzer darf diese nicht alleine umsiedeln oder vertreiben. Er sollte einen Fachmann hinzuziehen, der die Gegebenheiten für eine Umsiedlung überprüft und durchführt. Solche Fachmänner findet der Interessent bei den Landesimkerverbänden. Es gibt mittlerweile 19 Imkerverbänden mit circa 127.000 Mitgliedern. Unter der Homepage www.deutscherimkerbund.de findet der Interessent die jeweiligen Verbände, die für seinen Wohnraum bzw. seine Gartenanlage zuständig sind.

Grundsätzlich gilt bisher, dass eine Umsiedlung nur dann genehmigt wird, wenn die Bienen selbst bedroht sind. Das kann beispielsweise der Fall sein, wenn sie sich an einem Platz befinden, der stark gedüngt wird. Dies kann bei landwirtschaftlich angrenzenden Plätzen vorkommen.

Ausgestaltung der Erdbienen Umsiedlung durch einen Fachmann

Das Umsiedeln sollte vorsichtig vollzogen werden. Der neue Ort müsste klimatisch mit dem Ursprungsplatz vergleichbar sein. Für eine Umsiedlung wird der Kokon mit den Jungtieren herausgenommen und an den neuen Ort gebracht.

Für den neuen Platz können alternativ Bienenhotels gebaut werden, die einfach zu gestalten sind. Bei den Erdbienen ist es etwas schwieriger. Hier müsste der Bereich großflächig mit einer Schaufel ausgehoben werden. Dies sollte immer mit Vorsicht gemacht werden, damit die sensiblen Tiere und besonders Jungtiere keinen Schaden nehmen.

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